[Rezension] Hans-Gerd Raeth - "Wir Freitagsmänner"

Hans-Gerd Raeth - Wir Freitagsmänner
Gegenwartsliteratur
 

 Verlag: dtv-Verlag
 ISBN-13: 978-3-423-28545-2
 Seiten: 287 Seiten
 Ersterscheinung: 26.2.2026
 Umschlaggestaltung: Frank Ortmann unter Verwendung von Midjourney (KI)

   
Buchrückentext
„Wenn ein Mann bei einem Date gesagt bekommt, dass er älter aussieht als sein brandaktuelles Foto, dann weiß er, die Dinge in seinem Leben laufen nicht gerade toll. So wie bei Henri. Irgendwie geht es ihm okay. Aber irgendwie auch überhaupt nicht: seine Ehe ist Geschichte, die Affäre aber auch. Als sein Hausarzt dann auch noch "die Wechseljahre" bei ihm diagnostiziert, reicht es Henri langsam. Immerhin passt es ganz gut, dass seine Traumfrau Emily als Coach arbeitet. Kann sie ihm helfen? Dummerweise steht Emily privat auf junge Männer. Aber so leicht gibt Henry nicht auf. Er merkt: Er will noch lange nicht aufs Abstellgleis. Und vielleicht sind die Wechseljahre ein Gleiswechsl, den er begrüßen sollte.“ 

Meine Meinung
Das Buch beginnt witzig und lässt mich direkt im Plot ankommen: Henri sitzt bei einem Date und das Gegenüber bescheinigt ihm als erstes, dass er auf dem Profilfoto aber deutlich jünger aussähe. Das hat gesessen! Ist das wirklich so? Henris Ehe ist gescheitert, die Affäre vorbei, und als Krönung diagnostiziert ihm sein Arzt auch noch die „männlichen Wechseljahre“. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, versucht Henri, das Ruder herumzureißen. Mit seiner Traumfrau Emily, die aber eine Vorliebe für deutlich jüngere Männer hat…

Das war eine kurzweilige und sehr unterhaltsame Lektüre! Trotz des eigentlich ja ernsten Themas, das Älterwerden und das Arrangieren mit den neuen Lebensumständen, musste ich oft schmunzeln. Der Autor hat viele Szenen wirklich witzig umgesetzt, Szenen, die sicher ein wenig überzeichnet wurden, die ich mir aber in abgeschwächter Form sehr gut vorstellen konnte. Die männlichen Wechseljahre sind zwar der Dreh- und Angelpunkt der Story, vielmehr aber geht es um die Akzeptanz des Älterwerdens – und das verpackt in eine charmante Geschichte.

Henri als Protagonist war mir von der ersten Seite an sympathisch. Manchmal ist er wirklich tollpatschig, meist aber schlagfertig und weiß, mit Worten umzugehen. Seine Reaktionen auf missliche Lagen oder komische Sprüche sind wirklich zum Schmunzeln, seine „Ecken und Kanten“ machen Henri nahbar und authentisch - ich habe seinen Weg mit großem Vergnügen verfolgt.

Der Schreibstil ist leicht und locker, die Geschichte lässt sich durch viele lebendige Dialoge sehr schnell „weglesen“. Manche Situationen (und auch Charaktere) sind ein wenig überzeichnet, doch genau solche Situationen entstehen, wenn man versucht, mit der Zeit Schritt zu halten. Vieles ist komisch und zum Schmunzeln – dadurch bleibt es stets schwungvoll. Lediglich das Ende war mir ein wenig zu überzogen und dadurch auch etwas unglaubwürdig - trotzdem war es ein runder Abschluss, der mich das Buch mit einem guten Gefühl hat zuschlagen lassen. 

Mein Fazit
Eine humorvolle Liebeserklärung an das Leben jenseits der Jugend, ein charmanter Balanceakt zwischen Slapstick und Tiefgang, der zeigt, dass ein „Gleiswechsel“ im Leben durchaus neue, spannende Ziele bereithalten kann. Eine ideale Lektüre für entspannte Stunden, die mich häufig hat Schmunzeln lassen.
 
WERBUNG: Vielen Dank an Vorablesen und den dtv-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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