Leodora Darlington - The Exes
Spannungsroman
Originaltitel: „The Exes“ (12.2.2026)
Übersetzerin: Conny lösch
Verlag: Insel-Verlag
ISBN-13: 978-3-458-64591-7
Seiten: 464 Seiten
Erschienen: 18.2.2026
Umschlaggestaltung: Lübbecke Naumann Thoben, Köln
Umschlagabbildung: Iryna Fedoliak, La Suze sur Sarthe
Buchrückentext
„Natalie wünscht sich nichts sehnlicher als die perfekte Familie. Doch die Suche nach dem Richtigen endet immer im Desaster – und in Erinnerungslücken. Als sie James kennenlernt, scheint endlich alles gut. Doch dann verschwindet ihr Erspartes, Hat James etwas damit zu tun? Ist er auch nur ein weiterer Mann, der sie nicht respektiert? Der Versuch, ihre Liebe zu James zu retten, wird zur Konfrontation mit ihren schlimmsten Erinnerungen – und mir der Wut in ihr.“
Meine Meinung
Im Mittelpunkt des Romans steht Nathalie – sie sucht verzweifelt nach der Geborgenheit einer eigenen Familie, die ihr in ihrer schwierigen Kindheit fehlte. Mit James scheint dieser Wunsch endlich Realität zu werden. bislang hatte sie eher Pech - ihre drei früheren Freunde sind tot, und sie hat daran zumindest eine Mitschuld. Bisher haben James und sie nicht nach der Vergangenheit des anderen gefragt, jetzt aber ist etwas passiert und ein psychologisches Katz-und-Maus-Spiel beginnt.
Was für ein Buch! Die erste Hälfte hat mich förmlich in die Geschichte hineingezogen; diese stille, unterschwellige Spannung rund um Natalies Erlebnisse hat einen faszinierenden Sog entwickelt. Der zweite Teil hat mich leider nicht in gleicher Weise überzeugen können. Die zahlreichen Wendungen und Plottwists waren zwar überraschend, für mein Empfinden jedoch zunehmend konstruiert und nicht mehr vollends glaubhaft.
Natalie ist eine interessante Persönlichkeit – die Rückblicke in ihre Kindheit, ihre ersten Beziehungen und ihre oft impulsive Art haben mit mitfühlen lassen, denn ihre Familienkonstellation ist komplex und ihre Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit verständlich. Sie sucht Hilfe bei einer Psychotherapeutin, und die Darstellung der Therapiestunden ist wirklich sehr authentisch und differenziert.
In der zweiten Hälfte ändert sich dann aber die Art des Erzählens. Die psychologische Tiefe geht verloren, dafür gibt es viele drastische Plottwists. Ich fand schade, dass die Figuren plötzlich unlogisch und rein zweckgebunden agierten, und dass die ganzen Wendungen zwar überraschend kamen, ich sie aber auch zweifelhaft und konstruiert empfunden habe,
Der Schreibstil ist angenehm leicht, und die Kombination aus Dialogen und tiefen Einblicken in Natalies Gedankenwelt ist gut austariert. Dank der klaren Kennzeichnung der Zeitebenen mit „Damals“ und „Jetzt“ kann man der Handlung stets problemlos folgen. Haupterzählerin ist Nathalie, in der zweiten Hälfte kommen dann aber noch weitere Erzählperspektiven dazu, was einen gewissen Rundumblick ermöglicht, insbesondere da doch irgendwann klar ist, dass Nathalie eine sehr unzuverlässige Erzählerin ist.
Die erste Hälfte hat mir wirklich sehr gut gefallen, in der zweiten war es mir ein wenig zu viel der Überraschungen, die dann leider auch zunehmend unglaubwürdiger wurden.
Mein Fazit
Ein Roman, der als starkes Charakterdrama beginnt, sich jedoch im Verlauf in zu vielen unglaubwürdigen Wendungen verliert. Trotz des flüssigen Schreibstils und einer interessanten Protagonistin bleibt bei mir am Ende ein zwiespältiger Eindruck, da die Konstruktion des Plots leider die Authentizität der Figuren überschattet.
WERBUNG: Vielen Dank an Vorablesen und den Insel-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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