Heidi Rehn – Tanz des Vergessens (#2)
Historischer Roman
Verlag: Droemer Knaur-Verlag
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur München
Umschlagabbildung: © Mohamad Itani /Trevillion Images
ISBN-13: 978-3-426-51591-4
Seiten: 557 Seiten
Erschienen: 1. Juli 2015
Buchrückentext
"Frühling 1919: Die junge Lou will nach dem tragischen Tod ihres Verlobten in den Wirren nach dem Ersten Weltkrieg nur noch eines: vergessen! Um ihren Schmerz zu betäuben, stürzt sie sich in das Bohème-Leben der frühen zwanziger Jahre. Doch wie ein schwarzer Schatten hängt über ihr die Furcht, allen Menschen, die ihr nahestehen, Unglück zu bringen. Als sich dieser Glaube ein weiteres Mal zu bewahrheiten scheint, bleibt ihr nur noch ein letzter Ausweg...“
Meine Meinung
Es war eine spontane Eingebung, dass ich zu dieser SuB-Leiche gegriffen habe, und meine Vorbehalte waren nicht begründet – denn dieses Buch war deutlich unterhaltsamer als der Vorband dieser Dilogie.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1919 – politisch hat sich Deutschland nach dem ersten Weltkrieg noch nicht gefestigt, trotzdem versucht die junge Lou das Beste aus dem von Hunger und Not geprägtem Leben zu machen. Doch Schicksalsschläge machen auch vor ihn nicht halt, und der Kampf ums Überleben ist kein leichter.
„Der Sommer der Freiheit“ hatte mir vor Jahren leider gar nicht gefallen, ich hatte aber viele positive Stimmen zu diesem Nachfolger gehört, so dass ich der Autorin noch eine weitere Chance geben wollte. Und auch mir hat dieser zweite Teil viel besser gefallen, so ganz hat er meinen Lesegeschmack aber nicht getroffen.
Das liegt vor allem an der ausschweifenden Erzählweise der Autorin. Bemüht, durch Beschreibungen Szenerien und Atmosphäre genau einzufangen, verliert sie sich leider immer wieder in langatmigen Absätzen – und das passiert nicht nur ab und zu, sondern nahezu auf jeder Seite. Auch wenn sich der Schreibstil sehr gut lesen lässt und auch zu den „goldenen 1920er“ Jahren passt, war ich oft gelangweilt, einfach weil so viel beschrieben wird und die Handlung dadurch ins Stocken gerät. Trotzdem war die Geschichte um Lou diesmal stringenter erzählt, und ich konnte einen Eindruck der damaligen Zeit gewinnen.
Es gibt nur wenige Charaktere in diesem Buch, die sind aber gut herausgearbeitet. Lou als Protagonistin war mir leider nicht sehr nahe, was vor allem daran liegt, dass ich ihr Handeln so gar nicht nachvollziehen konnte – sie wirkt immer ein wenig naiv und unbedarft, und erst im Laufe der Geschichte festigt sie sich und lernt, das Leben anzugehen und sich nicht nur treiben zu lassen. Sicher ist einiges auch der Generation geschuldet, die in Krieg und Nachkriegszeit aufwächst und die natürlich nach Spaß und Freude lechzt, trotzdem hat mich ihre Passivität manchmal gestört, und streckenweise hatte ich das Gefühl, es geht ihr tatsächlich nur ums Tanzen; von daher ist der Titel des Buches sehr gut gewählt.
Andere Charaktere sind aber auch gut gezeichnet, und alle sind auch sehr besonders – ich denke da an Franzi und auch an Max.
Insgesamt ist es eine eher ruhig erzählte Geschichte und erst im letzten Viertel kommt Spannung auf – an einer Stelle war es mir dann aber zu viel der Hiobsbotschaften und fand den weiteren Verlauf auch nicht mehr glaubwürdig. Am Ende löst sich dann aber alles wieder auf, und die Geschichte findet einen runden Abschluss.
Sieht man von den vielen langatmigen Beschreibungen ab, hatte die Geschichte für mich durchaus ihren Reiz.
Mein Fazit
Eine Geschichte, die die Atmosphäre und das Leben in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg gut einfangen kann, auch wenn sich die Protagonistin nicht in mein Herz schleichen konnte. Sieht man von den leider immer wieder auftauchenden langatmigen Beschreibungen ab, ist es aber dennoch eine kurzweilige und auch unterhaltsame Geschichte.
Reihenfolge
2. Tanz des Vergessens

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