Truman Capote - Kaltblütig
Roman, True Crime
Originaltitel: „In cold blood“ (1966)
Übersetzer: Thomas Moor
Verlag: Kein & Aber-Verlag
ISBN-13: 978-3-03695-903-0
Seiten: 544 Seiten
Erschienen: 1.7.2013
Umschlagabbildung: Steve Shapiro /Corbis
Zum Inhalt
„Im November 1959 wird in Holcomb, Kansas, die vierköpfige Familie Clutter brutal ermordet. Wenige Wochen später werden die Täter Dick Hickock und Perry Smith auf der Flucht geschnappt. Truman Capote erfährt aus der New York Times von dem Verbrechen und beschließt, am Tatort zu recherchieren. Er spricht mit Bekannten und Freunden der Familie, mit der Polizei. Schließlich erhält er Gelegenheit, mit den beiden Mördern zu reden. Mit der Zeit gelingt es ihm, so viel Nähe zu ihnen herzustellen, dass sie ihm präzise Innenansichten ihrer Seele erlauben. Fast sechs Jahre nach ihrer Tat begleitet er sie bis an den Galgen.“ (Quelle: Verlagsseite)
Mein Eindruck
In seinem Werk „Kaltblütig“ widmet sich Truman Capote einem erschütternden Kriminalfall aus dem Jahr 1959. Im ländlichen Holcomb, Kansas, wird die vierköpfige Familie Clutter zum Opfer eines brutalen Verbrechens. Capote reist an den Tatort, führt Gespräche mit der Polizei sowie dem Umfeld der Opfer und nähert sich schließlich den gefassten Tätern, Dick Hickock und Perry Smith, an. Die Erzählung begleitet den Prozess der Recherche und der Annäherung an die Psyche der Mörder bis hin zu deren Hinrichtung am Galgen.
Obwohl das Buch als Tatsachenbericht vermarktet wird, wirkt es doch eher wie ein Roman. Capote schildert Gesten, Tonfälle und intime Dialoge mit einer Präzision, die man nur als Beteiligter so hätte schreiben können. Der Schreibstil selbst ist sehr schlicht und nüchtern; er wirkt kühl und wenig eingängig, was mir die Lektüre zusätzlich erschwert hat. Zudem empfand ich die Erzählweise durch die enorme Detailfülle als ausgesprochen langatmig. Zahlreiche Abschweifungen in die Lebensläufe vollkommen irrelevanter Nebenfiguren haben es mir schwer gemacht, den roten Faden nicht zu verlieren. Außerdem einstand so bei mir das Gefühl, dass der Text künstlich aufgebläht wurde.
Und durch diese Erzählweise, distanziert und langatmig, haben mich die schlimmen Ereignisse leider überhaupt nicht berührt. Mir fehlte einfach der Anreiz weiterzulesen. Nach 270 Seiten habe ich es schließlich angebrochen.

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