[Rezension] Maxim Leo - "Einatmen. Ausatmen"

Maxim Leo - Einatmen. Ausatmen
Gegenwartsliteratur
 

 Verlag: KiWi-Verlag
 ISBN-13: 978-3-462-00651-3
 Seiten: 256 Seiten
 Ersterscheinung: 12.3.2026
 Umschlaggestaltung: Barbara Thoben, Köln
 Umschlagabbildung: Franz Xaver Petter „Forest Ground with daisies, primroses and dandelions“, 1858 © Heritage Images /Kontributor, Getty Images


   
Buchrückentext
„Marlene Buchholz ist eine erfolgreiche Managerin, die bei ihren Kollegen als hart und gefühllos gilt. Weshalb sie zu einem Achtsamkeitsseminar in ein Brandenburger Schloss geschickt wird – zu Alex Grow,  dem berühmten Seelenflüsterer, der gerade selbst in einer Sinnkrise streckt. Marlene bleibt skeptisch und verschlossen – bis ein verletztes Wildschwein, ein schüchterner Hausmeister und ein dreizehnjähriges Mädchen auftauchen, die sie erahnen lassen, was im Leben wirklich zählt.“

Meine Meinung
Marlene Buchholz steht kurz vor dem Zenit ihrer Karriere: Der Posten als Vorstandsvorsitzende des Aviola-Konzerns ist zum Greifen nah. Während ihr fachliches Können außer Frage steht, lässt ihr zwischenmenschliches Geschick jedoch zu wünschen übrig. Um ihre Beförderung nicht zu gefährden, lässt sie sich auf ein Coaching bei Alex Grow ein, einem weithin gefeierten „Seelenflüsterer“. In der Abgeschiedenheit eines Brandenburger Schlosses treffen zwei Welten aufeinander, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Doch hinter der Fassade des Erfolgscoachs bröckelt es; Grow kämpft mit Panikattacken und der drohenden Insolvenz seiner Academy. In dieser angespannten Konstellation führen unerwartete Begegnungen mit einem verletzten Wildschwein, einem zurückhaltenden Hausmeister und einem jungen Mädchen dazu, dass starre Lebensentwürfe ins Wanken geraten.

Es ist eine kurzweilige, zum Schmunzeln einladende Geschichte, die aber auch ein paar ernste Themen mit sich bringt. Sie beginnt mit einer Leichtigkeit, die mir sehr gefallen hat, wobei man schnell merkt, dass unter der humorvollen Oberfläche ernstere Töne mitschwingen.

Die Protagonistin Marlene ist keine sympathische Frau – sie als Vorgesetzte wünscht man sich im Berufsleben wahrlich nicht. Dennoch hat es mir gefallen, im Verlauf der Handlung eine andere, weichere Seite an ihr zu entdecken. Dass diese Wandlung innerhalb des Seminars für mein Empfinden etwas zu abrupt und dadurch wenig glaubwürdig vollzogen wurde, trübte das Lesevergnügen zwar ein wenig, nahm der Geschichte aber nicht ihren grundsätzlichen Charme. 

Alex Grow wiederum verkörpert für mich das klassische Klischee eines Coachs, was ihn mir leider nicht sympathisch macht. Dass er jedoch seine eigenen Regeln bricht und mit menschlichen Schwächen kämpft, macht ihn menschlich und verleiht seiner Figur eine angenehme Tiefe.

Während die Protagonisten mitunter etwas schematisch agieren, haben mich die Nebenfiguren Hausmeister Mattissen und die junge Umweltaktivistin Connie durch ihre Natürlichkeit berührt. Sie geben der Erzählung eine Herzlichkeit, die über die stellenweise vorhersehbare Handlung hinweg tröstet. 

Natürlich gibt es an der einen und anderen Stelle Übertreibungen und Klischees, dennoch mochte ich die Atmosphäre und die Szenerie des märkischen Schlosses und war daher auch neugierig, wie es weitergeht.

Der Schreibstil ist modern und kommt ohne unnötige Schnörkel aus. Er ist angenehm locker und flott lesbar, ohne dabei ins Umgangssprachliche abzudriften. Die Kapitel lassen den Leser durch das Buch fliegen und halten den Spannungsbogen auf einem konstanten, kurzweiligen Niveau. Für mich war es eine angenehme Lektüre, die trotz der Vorhersehbarkeit eine warme und sehr unterhaltsame Wirkung hat.

Mein Fazit
Ein warmherziger Roman über die Wiederentdeckung der Menschlichkeit und der Empathie. Trotz einiger Klischees und einer etwas zu raschen charakterlichen Wandlung der Hauptfigur bietet das Buch eine charmante Auszeit. Wer moderne, leichtfüßige Geschichten mit einem Hauch von Märchen mag, wird hier gut unterhalten.

WERBUNG: Vielen Dank an Vorablesen und an den KiWi-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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