[Rezension] William Boyd – "Die Fotografin"

William Boyd – Die Fotografin
Roman 

ISBN-13: 978-3-956-39077-7
Dauer: gekürzt, 659 Minuten
Erschienen: 1. Februar 2016
Originaltitel: „Sweet Caress“
Sprecher: Elisabeth Günther

Zum Inhalt
„Als Amory mit sieben von ihrem Onkel Greville eine Kamera geschenkt bekommt, entfesselt dies eine Leidenschaft, die sie ihr Leben lang begleiten wird. Statt in London als Gesellschaftsfotografin zu reüssieren, lässt Amory alles Vertraute hinter sich und beginnt ein neues Leben im verruchten Berlin der späten 20er Jahre. In New York begegnet sie dem Mann, der alles verändert, und in Frankreich ist sie als Kriegsfotografin tätig. Ihre Sehnsucht treibt Amory immer weiter: Sie nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand, lebt ihre Lieben und ist ihrer Zeit weit voraus. Dabei versucht sie immer, sich ihre Träume zu erfüllen und ihre Dämonen zu bekämpfen.“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Dieses Hörbuch steht bei mir schon sehr lange, jetzt schien mir der richtige Zeitpunkt. Ich dachte, es sei eine Romanbiographie und bin so auch auf dieses Gerücht reingefallen, denn es ist eine rein fiktive Geschichte. Das erklärt vielleicht auch, warum sich eins ans andere reiht, dass ich zwischendurch dachte, das alles kann doch kein Mensch wirklich alles erleben. 

Erzählt wird die Lebensgeschichte von Amory Clay. Sie hat sich schon früh in die Fotografie verliebt, diese Liebe zum Beruf gemacht, sich aber auch anderen Lieben hingegeben – und so begleitet man Amory von Kindheit an bis zu ihrem Tod.

Ich hatte irgendwie gedacht, sie sei vor allem als Kriegsfotografin bekannt und habe mich auf diesen Teil der Geschichte sehr gefreut, weil ich das Thema unheimlich interessant finde. Leider aber liegt hier nicht der Schwerpunkt, vielmehr auf den vielen Beziehungen Amorys und ihren unterschiedlichen amourösen Leidenschaften. Am Anfang fand ich das noch ganz interessant, aber irgendwann hatte es seinen Reiz für mich verloren, und ich empfand das Erzählte als vor sich hin plätschernd. 

Das Ende hat mich dann wiederum sehr begeistert – ich fand es sehr schlüssig und in seiner Konsequenz mutig und bewundernswert.  

Amory ist als Figur gut gestaltet, so gut, dass ich lange Zeit dache, sie hätte es wirklich gegeben. Sie erzählt in Ich-Form ihre eigene Geschichte, und so kann man sich natürlich noch mal besser in sie und ihre Situation hineinversetzen. Die Sprecherin Elisabeth Günther hat zudem eine sehr angenehme Stimmfarbe, die ich mochte und die wunderbar zu der Figur der Amory Clay gepasst hat.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm, ganz so, als ob wirklich eine Freundin ihre Geschichte erzählt. Er ist gefühlvoll und voller Emotion – denn das war Amorys Leben, ein Auf und Ab mit Höhen und Tiefen.

Insgesamt hat mich das Hörbuch also ganz gut unterhalten, zwischendurch jedoch fand ich es an mancher Stelle auch langatmig, weil sich vieles zu wiederholen schien. Ich gebe daher 3,5 von 5 Sternen.

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