[Rezension] Keigo Higashino – "Kleine Wunder um Mitternacht"

Keigo Higashino – Kleine Wunder um Mitternacht
Gegenwartsliteratur, Mystik

Verlag: Limes-Verlag
Umschlaggestaltung: Favoritbüro, München
Umschlagabbildung: Jutta Kuss /Getty Images
ISBN-13: 978-3-809-02710-2
Seiten: 414 Seiten
Erschienen: 13.4.2021
Originaltitel: „Namiya zakkaten no kiseki“
Übersetzer: Astrid Finke

Buchrückentext
„Es ist kurz vor Mitternacht, als drei junge Einbrecher in einen verlassenen Gemischtwarenladen eindringen, um nach ihrem Raubzug unterzutauchen. Doch Atsuya, Shota und Kohei finden bis zum Morgengrauen keine ruhige Stunde: Ein Brief wird von außen durch einen Schlitz in den Laden geworfen, obwohl in der Dunkelheit vor der Tür kein Mensch zu sehen ist. Als ihn die erstaunten Kleinkriminellen öffnen, beginnt eine unglaubliche Geschichte, die eine Nacht lang das Leben unzähliger Menschen verändern wird - und eigentlich begann sie vor über dreißig Jahren, als ein weiser alter Mann mit seinen Worten kleine Wunder vollbringen konnte.“

Meine Meinung
Drei Kleinkriminelle müssen nach einem Überfall untertauchen und wählen einen verlassenen Gemischtwarenhandel aus – was sie nicht wissen: bei „Namiya Gemischtwaren“ kann man Rat suchen und sich mit einem Brief an den Inhaber wenden, der dann auch mit einem Brief antwortet. Und tatsächlich finden die drei bald den Brief eines Ratsuchenden – und merken auch, dass irgendetwas in dem Haus nicht stimmt.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir gut gelungen, und mich hat das Szenario sehr neugierig gemacht. Im Verlauf des Buches werden verschiedene Geschichten um unterschiedliche Figuren erzählt, die alle irgendwie mit Namiya in Zusammenhang stehen – und auch wenn es zunächst nicht den Eindruck macht, ergibt alles am Ende ein großes Ganzes. In der Mitte des Buches hat mich die Geschichte kurzzeitig verloren, aber je mehr sich die einzelnen Figuren miteinander verknüpften, um so mehr war ich dann auch gefesselt.

Eigentlich mag ich keine Mystik in Büchern, hier aber war sie eher magisch und konnte auch mich gewinnen. Die Charaktere wirken anfangs immer etwas flach und oberflächlich, entwickeln sich dann aber weiter, je mehr man von ihnen erfährt. So waren sie mir anfangs eher fremd, sind mir aber beim Lesen immer mehr ans Herz gewachsen. Dabei gibt es hier verschiedene Figuren, die alle mal mehr und mal weniger im Mittelpunkt stehen, Dreh- und Angelpunkt der Geschichte bleibt aber „Namiya Gemischtwaren“.

Der Schreibstil hat mich anfangs ein wenig enttäuscht, weil er mir so wenig japanisch vorkam, eher schlicht und einfach, sehr umgangssprachlich, und zugegebenermaßen passend zu den drei Kleinkriminellen, die den Einstieg in die Geschichte liefern. Dann aber habe ich gemerkt, dass sich der Schreibstil an die verschiedenen Personen anpasst und so mal schlicht und einfach ist, aber auch mal blumig und intensiv oder berührend und charmant. Das hat mir dann doch gefallen, auch wenn ich bei keinem dieses typisch japanische Gefühl hatte, dass ich sonst bei japanischen Autoren verspüre.

Das Ende löst dann alle Fragen auf und bringt die verschiedenen Erzählstränge geschickt zusammen – trotzdem war es mir am Ende zu dick aufgetragen und damit nicht authentisch. Insgesamt aber habe ich das Buch gerne gelesen und konnte mich auch gut auf die Magie einlassen. Ich gebe daher 3,5 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Eine magische Geschichte, die aber auch mich, die ich eigentlich Mystik in Büchern nicht mag, einfangen konnte, dazu Charaktere, die sich im Laufe des Buches entwickeln und sich so auch in mein Herz geschlichen haben. Der Schreibstil passt sich an die ganz unterschiedlichen Figuren an, gefehlt hat mich trotzdem die sonst in japanischen Büchern so typische Atmosphäre. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und gebe 3,5 von 5 Sternen.

WERBUNG: Vielen Dank an den Limes-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Kommentare:

  1. Liebe Sabine,
    hui, diesmal driften unsere Meinungen aber auseinander. ich habe 5 Sterne bzw. 4 1/2 Sterne gegeben und mir hat das Buch sehr gut gefallen.
    Betreffend dem Schreinstil war ich anfangs auch etwas irritiert von der Sprache, die sich aber, wie du sagst, den Figuren angepasst hat. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
    Liebe Grüße
    Martina

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