[Leseeindruck] Frédéric Beigbeder – "Ein französischer Roman"

Frédéric Beigbeder – Ein französischer Roman
Gegenwartsliteratur

Verlag: Piper-Verlag
Covergestaltung: R.M.E. Roland Eschlbeck
Coverabbildung: Denis Rouvre
ISBN-13: 978-3-492-27379-4
Seiten: 256 Seiten
Erschienen: 1. März 2012
Originaltitel: „Un roman français“
Übersetzer: Birgitte Große

Zum Inhalt
„In einer Zelle der Pariser Polizei sitzt ein Mann, der sein Gedächtnis verloren hat. Nicht komplett, aber seine Kindheit ist ihm irgendwie abhandengekommen. Schon um sich die endlosen Stunden der Untersuchungshaft zu vertreiben, beginnt er, die eigene Geschichte zu rekonstruieren. Und da es sich bei dem Mann um den Schriftsteller Frédéric Beigbeder handelt, ist dabei ein Roman entstanden – ein französischer Roman.“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Über einen Buchclub bin ich zu diesem Buch gekommen, dass ich wohl sonst nicht gelesen hätte – denn weder Cover noch Klappentext haben mich neugierig gemacht. Bereut  habe ich die Lektüre nicht, es ist aber auch  kerine Geschichte, die viel mit mir macht.

Es ist Beigbeders eigene Geschichte, die er erzählt. Wegen Rauchmittelkonsums wird er in Gewahrsam genommen und verbringt die Zeit damit, über seine eigene Vergangenheit, von der er behauptet, sich nicht an sie erinnern zu können, und seine Familie nachzudenken. Die eigentliche Familiengeschichte fand ich jetzt nicht sehr spannend, interessant aber fand ich die Gedanken von Beigbeder, warum er die Erinnerungen seiner Kindheit nahezu ausgelöscht haben soll.

Die Beschreibungen seiner Familie werden immer wieder unterbrochen von dem Geschehen der Gegenwart, was ich aber nicht störend fand, sondern eher als willkommene Ablenkung zur Vergangenheit. Beigbeder wird verhört, in die Kartei aufgenommen, verlegt – und dann beginnt erneut das Warten auf den Staatsanwalt, der verfügen wird, was mit ihm geschehen soll.

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, und Beigbeders Gedanken zu unterschiedlichen Themen, die auch mal zynisch, kritisch oder frivol sein können, haben die Reise in seine Vergangenheit unterhaltsam gemacht. Gestört hat mich aber seine Eigenart, „Namedropping“ zu betrieben – und zwar nicht nur bezogen auf Namen und Berühmtheiten, sondern auch auf Dinge. Ganze Absätze zählt er Namen von Büchern, Ortschaften, Musik oder sonstigem auf, und ich habe mich gefragt, was das soll. Zunächst dachte ich noch, es soll mir etwas sagen, dann aber entstand zunehmend der Eindruck, es ist ein einfaches Auflisten mit dem Ziel, dadurch interessanter oder „intellektueller“ zu wirken. Nur leider hat es das Gegenteil bei mir ausgelöst.

Lange wird mir die Geschichte nicht in Erinnerung bleiben, aber sie war kurzweilig, so dass ich 3,5 von 5 Sternen vergebe.

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