[Rezension] Maud Ventura - "Der Rache Glanz"

Maud Ventura - Der Rache Glanz
Gegenwartsliteratur
 

 Originaltitel: „Célèbre“ (2024)
 Übersetzerin: Michaela Meßner
 ISBN-13: 978-8-727-27081-4
 Dauer: 620 Minuten
 Erschienen: 19.9.2025
 Sprecherin: Sandra Voss

   
Zum Inhalt 
„Cléo weiß schon früh, dass sie den fürchterlich durchschnittlichen Verhältnissen, in denen sie aufwächst, entkommen will. Spätestens als sie bei einer banalen Modenschau von einer Mitschülerin ausgestochen wird, reift in ihr die Erkenntnis, dass sie sich rächen muss. Ihre Vendetta heißt: Berühmt werden. Als Popsängerin. Unerbittlich arbeitet Cléo jahrelang an ihrem Timbre, ihren Lyrics, ihrem Charisma, überhaupt an ihrer Außenwirkung bis ins winzigste Detail. Immer obsessiver verfolgt sie ihr einziges Ziel, geht dabei immer strenger mit sich selbst ins Gericht. Und während sie dem Weltruhm näher kommt, steigt der Preis dafür ins Unermessliche. “ (Quelle: Hoffmann & Campe-Verlag) 

Meine Meinung
Cléo wächst in bürgerlicher Mittelmäßigkeit auf, doch ihr Hunger nach Ruhm und Aufmerksamkeit ist groß. Ein banaler Rückschlag bei einer schulischen Modenschau wird zum Funken für einen lebenslangen Rachefeldzug: Sie will berühmt werden, koste es, was es wolle. Als Popsängerin arbeitet sie obsessiv an ihrer Stimme, ihrem Image und jeder noch so kleinen Nuance ihrer Außenwirkung. Doch während sie die Stufen zum Weltruhm erklimmt, verliert sie jegliches Maß für die Realität, und der Preis für ihren Erfolg fordert Opfer, die kaum noch zu rechtfertigen sind.

Ich muss gestehen, dass ich von diesem Werk sehr enttäuscht bin. Mir fehlte über weite Strecken schlicht ein Spannungsbogen oder irgendeine Dynamik; die Handlung dümpelt für mein Empfinden ohne echte Höhepunkte vor sich hin. Der Erzählfluss wirkte auf mich sehr monoton und zäh, so dass ich mich gar nicht in die Geschichte hineingezogen fühlte. Permanent habe ich auf den Moment gewartet, in dem endlich etwas passiert, an dem die Geschichte Fahrt aufnimmt, doch da musste ich lange warten – und was ich geboten bekam, war leider zudem noch enttäuschend. 

Besonders schwer machte es mir die Protagonistin Cléo. Sie war mir von Anfang an absolut unsympathisch, geprägt von ihrem ungesunden Maß an Egoismus und Selbstverliebtheit. Ihre Gedanken kreisen fast ausschließlich um Selbstinszenierung und Kontrolle – das war mit der Zeit sehr ermüdend und wenig abwechslungsreich. Und da die Handlung wie ein einziger, langgezogener Monolog dieser personifizierten Selbstüberschätzung wirkt, konnte ich kein echtes Interesse an ihrem Schicksal entwickeln.

Der Schreibstil ist zwar sprachlich ansprechend und präzise, doch schafft er auch eine gewisse Distanz. Es kommen einfach keine Spannung oder eine packende Atmosphäre auf – dass ich das Hörbuch überhaupt bis zum Ende verfolgt habe, lag einzig an meiner Erwartung eines großen Plottwists. Dieser kam zwar im letzten Viertel, wirkte auf mich jedoch viel zu konstruiert und wenig glaubwürdig. 

Auch die Sprecherin Sandra Voss, deren Stimme hervorragend zu Cléos Charakter passt mit ihrer etwas gelangweilten, nöligen Art, konnte dieses Gefühl der Monotonie nicht durchbrechen; ihre Stimme verstärkte bei mir eher den Eindruck der Langatmigkeit.

Mein Fazit
So ansprechend ich das Cover finde und so neugierig mich auch der Klappentext gemacht hat, war das Hörbuch für mich leider eine zähe Erfahrung ohne nennenswerte emotionale Tiefe. Es fehlt der Geschichte an Dynamik und einer nahbaren Hauptfigur. Wer kein ausgeprägtes Interesse an der glitzernden, hier sehr hohlen Welt der Musikindustrie hat, wird kaum fündig – von mir gibt es daher keine Empfehlung.



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