Ina Bhatter - Drei Tage im Schnee
Gegenwartsliteratur
Verlag: Argon Hörbuch
ISBN-13: 978-3-732-42174-9
Dauer: 201 Minuten
Erschienen: 9.10.2025
Sprecherin: Nora Schulte
Zum Inhalt
„Hannah führt ein turbulentes Großstadtleben. Sie hetzt von einem Termin zum nächsten und verbringt ihre Tage damit, auf Dinge zu reagieren, die von außen auf sie einströmen, findet kaum Zeit für sich selbst. Um abzuschalten, mietet sie sich für ein paar Tage ein kleines Holzhaus an einem See, eingebettet in weiß verschneite Natur. Plötzlich taucht dort ein Kind in einem roten Schneeanzug auf: die kleine Sophie. Die beiden freunden sich an.
Während sie in der entrückten Winterwelt Iglus bauen und Schneeengel machen, kommt Hannah so allerlei in den Kopf, was sie längst verloren glaubte: alte Freundschaften, vergessene Sehnsüchte und Talente. Etwas verschiebt sich und alles ordnet sich neu an. Allmählich beginnt Hannah, ihr Leben und die Welt in einem neuen Licht zu sehen: bunt und echt wie in ihrer eigenen Kindheit.“ (Quelle: Verlagsseite)
Meine Meinung
Hannah ist völlig ausgebrannt und will ihrem Hamsterrad entfliehen – für ein Wochenende sucht sie Zuflucht in einer einsamen Berghütte. Dort trifft sie auf die kleine Sophie, die wie aus dem Nichts in ihr Leben tritt. Durch die unbedarfte Art des Mädchens beginnt Hannah, ihre festgefahrenen Strukturen zu hinterfragen und kann die Leichtigkeit von Sophie nach und nach teilen.
Es ist eine nette Geschichte für zwischendurch, kein klassischer Roman, sondern eine Erzählung, die mit Lebensweisheiten gespickt ist, die den Weg zurück zum eigenen Ich ebnen sollen. Dabei wird das Rad nicht neu erfunden, dennoch war es wirklich unterhaltsam und kurzweilig.
Sophie als Figur hat mich sehr angesprochen – meist ist sie einfach nur herzallerliebst, wenn sie so herrlich neugierig auf die Welt blickt und ganz im Hier und Jetzt lebt. Manchmal schlägt ihre Art aber auch ins Altkluge um, was den kindlichen Charme etwas dämpfte.
Hannah ist eine sympathische junge Frau, deren Konflikt mir aber ein wenig zu konstruiert erschien – um für diese Geschichte zu funktionieren, muss er so angelegt sein, denn der Fokus liegt eindeutig auf der Lösung. Das merkt man vor allem daran, dass diese sich relativ schnell findet, denn Hannah ist nur ein Wochenende auf der Hütte und entdeckt dort nicht nur neue Gedankenansätze, sondern ändert ihre komplette Einstellung – das war mir persönlich zu viel des Guten. Ich finde es zwar schön, den Anstoß für eine Veränderung zu thematisieren, aber die Suggestion, man könne sein gesamtes Leben mal eben um 180 Grad drehen, wirkt auf mich wenig realistisch.
Der Schreibstil fängt die winterliche Atmosphäre wunderbar ein. Ich konnte die Kälte und die gleichzeitige Gemütlichkeit in der Hütte förmlich greifen, auch wenn mir die Erwähnung der heißen weißen Schokolade am Ende doch ein wenig zu häufig war. Der Aufbau der Geschichte ist geradlinig und angenehm zu verfolgen, was auch an der Sprecherin Nora Schulte liegt, die ihren Job wirklich gut macht.
Dennoch muss ich gestehen, dass das Buch für mich oft scharf an der Grenze balanciert, den Zeigefinder zu sehr zu heben und dadurch einfach nur noch belehrend zu wirken. Ich mochte die winterliche Atmosphäre sehr und hatte ein paar nette Hörstunden – und wer sich noch nie mit den Themen Achtsamkeit und „Leben im Hier und Jetzt“ beschäftigt hat, bekommt hier sicher gute Impulse.
Mein Fazit
Eine atmosphärisch schöne, winterliche Geschichte, bei der Themen wie Achtsamkeit spielerisch eingeflochten werden. Manchmal war für mich der Grad, dass es belehrend wird, überschritten, wer aber einfache, winterliche Wohlfühlmomente sucht und über eine gewisse Prise Alltags-Esoterik hinwegsehen kann, wird hier gut unterhalten. Ein nettes Hörvergnügen, das trotz kleiner Schwächen Spaß gemacht hat zu hören.

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