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[Höreindruck] Matt Haig – "Die Mitternachtsbibliothek"

Matt Haig – Die Mitternachtsbibliothek
Gegenwartsliteratur, Fantasy

ISBN-13: 978-3-732-45549-2
Dauer: 403 Minuten
Erschienen: 1.2.2021
Originaltitel: „The Midnight Library“
Übersetzer: Sabine Hübner
Sprecher: Annette Frier

Zum Inhalt 
„Stell dir vor, auf dem Weg ins Jenseits gäbe es eine riesige Bibliothek, gesäumt mit all den Leben, die du hättest führen können. Buch für Buch gefüllt mit den Wegen, die deiner hätten sein können. Hier findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie aus lauter Verzweiflung beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. An diesem Ort, an dem die Uhrzeiger immer auf Mitternacht stehen, eröffnet sich für Nora plötzlich die Möglichkeit herauszufinden, was passiert wäre, wenn sie sich anders entschieden hätte. Jedes Buch in der Mitternachtsbibliothek bringt sie in ein anderes Leben, in eine andere Welt, in der sie sich zurechtfinden muss. Aber kann man in einem anderen Leben glücklich werden, wenn man weiß, dass es nicht das eigene ist?“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Um dieses Buch wurde im Vorfeld viel Werbung gemacht, sicher, weil der Autor beliebt ist, vor allem aber weil man mit einem solchen Titel alle Buchfreunde anspricht. Ein ernstes Thema hat sich der Autor, der selbst an Depressionen erkrankt ist und auch dazu schon ein Buch geschrieben hat, hier vorgenommen, und damit meine ich nicht die Theorie der Paralleluniversen, sondern das Thema, welches Leben ist das Beste, das man leben kann.

Nora ist Mitte 30 und fühlt sich nutzlos, überflüssig und verzweifelt. Schon länger kämpft sie mit Depressionen, jetzt aber überrollen sie unglückliche Ereignisse, und sie beschließt, sich das Leben zu nehmen. Doch anstatt zu sterben, landet sie in der Mitternachtsbibliothek, eine Art Zwischenstation zwischen Leben und Tod, in der sie die Möglichkeit hat, andere Varianten ihres Lebens zu leben. Und so wird sie zu einer „Sliderin“.

Die Geschichte ist angenehm geschrieben, sehr eingängig und unterhaltsam, für mich aber auch sehr vorhersehbar. Nora ist durchaus ein sympathischer Charakter, auch wenn ich ihre Handlungen meist nicht verstanden habe, aber ich habe mit ihr gefühlt und ihre Verzweiflung gespürt. Die Idee, sie in parallele Leben zu schicken, ist super, auch die Botschaft, dass eben jedes Leben seine Höhen und Tiefen hat, seine Stärken und Schwächen, und dass es eben nicht das „Eine Beste Leben“ gibt. Mir war diese Botschaft nur zu offensichtlich und dadurch letztlich auch, wie die Geschichte am Ende ausgeht.

Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten, den Matt Haig weiß, Geschichten zu stricken und sie lebhaft und spannend zu erzählen. Ich will nicht spoilern, in was für Varianten ihres Lebens Nora überall rein schlittert, aber manches war wirklich spannend. Sich plötzlich in eisiger Kälte, im Kampf mit der Natur oder auch mit ganz alltäglichen Dingen wiederzufinden, fand ich sehr inspirierend und hat mich auch angeregt, über mein eigenes Leben nachzudenken.

Die Sprecherin Annette Frier mochte ich sehr gerne, ihre Stimme passte sehr gut zu Nora und hat ihr ein Gesicht gegeben. Insgesamt empfehle ich das Hörbuch gerne weiter, weil ich es sehr unterhaltsam fand und es auch zum Nachdenken anregt – ich gebe 4 von 5 Sternen.

6 Kommentare:

  1. Hallo Sabine,

    vielen Dank für deine Rezension. Ich habe mir den Link direkt mal kopiert, damit ich sie unter meiner Rezension verlinken kann.
    Mir hat das Hörbuch an sich gut gefallen. Allerdings fand ich es schade, dass bei der gekürzten Fassung fast zwei Stunden vom Inhalt fehlen.
    Ich mochte das Setting der Mitternachtsbibliothek sehr und fand Nora auch eine angenehme Protagonistin.

    Anette Frier hat eine angenehme Stimmfarbe. Es gab ein paar Szenen, in denen ich sie als Sprecherin richtig stark fand. (z.B. die mit dem Eisbär).

    viele Grüße

    Emma

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    1. Hi Emma

      - oh, ich wußte gar nicht, dass sooo viel rausgekürzt wurde. Wahrscheinlich aber doch noch ein paar Leben, in das sie gesprungen ist, oder was meinst du?

      Danke fürs Verlinken!

      LG SAbine

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  2. Hallo Sabine,

    ich schleiche um das Buch herum. Insgesamt klingt es recht gut, auch wenn ich in deiner Rezension einen etwas schalen Beigeschmack herauslese. Die Vorhersehbarkeit lässt mich zögern. Naja, ich werde es weiter beobachten und mich wahrscheinlich spontan entscheiden.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. HI Nicole,

      es ist unterhatsam, man sollte nur nicht die große MEga-Botschaft erwarten. ICh habe jetzt schon einige Rezis gesehen, die bemänglen, dass das THema Depression hier ganz falsch dargestellt wurde. Die Krankheit wird tatsächlcih nciht gut dargestellt (und das sollte Matt Haig wirklcih besser wissen), aber mich hat das komischerweise nicht so gestört.

      LG Sabine

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  3. Hallo Sabine,
    das Buch habe ich noch auf meinem SuB und ich bin schon sehr gespannt darauf, es zu lesen. Schön, dass es dir im Großen und Ganzen gefallen hat, wenn es auch ein bisschen vorhersehbar war. Mal sehen, wie es mir damit ergehen wird.
    Liebe Grüße, Steffi

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    1. Hi Steffi,

      bei diesem Buch scheiden sich ja die Geister. Ich glaube, es ist aber auch eine Frage der Erwartung - wenn man nichts tiefsinniges erwartet, ist die Geschichte sehr unterhaltsam.

      LG Sabine

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