[Leseeindruck] Sandro Veronesi - "Der Kolibri"

Sandro Veronesi - Der Kolibri
Roman
 

 Originaltitel: „Il Colibri“ (2019)
 Übersetzung: Michael von Killisch-Horn
 Verlag: dtv
 ISBN-13: 978-3-423-14912-9
 Seiten: 352 Seiten
 Erschienen: 23.8.2021
 Umschlaggestaltung: dtv nach einem Entwurf von Anzinger und Rasp, München
 Umschlagmotiv: © Arthur Steinberger

   
Zum Inhalt 
„Ein Schock, der heftigste vielleicht in einem an Schocks reichen Leben: Vom Psychoanalytiker seiner Frau erfährt der Augenarzt Marco Carrera, dass sie ihn wegen eines deutschen Piloten verlassen werde, von dem sie schwanger ist. Damit beginnt Sandro Veronesis mit dem Premio Strega ausgezeichneter Roman „Der Kolibri“. Auf psychologisch raffinierte Weise erzählt er darin von einer Achterbahn der Gefühle, die das Schicksal dieses sensiblen Mannes prägen, von unvergleichlichen Charakteren, denen er auf dem Tennisplatz oder am Spieltisch begegnet, von familiärem Unglück und von einer großen, lebenslänglichen Liebe … Marcos Dasein gleicht dabei dem eines Kolibris: Auf der Suche nach Ruhe ist er ständig in Bewegung.“ (Quelle: Zsolnay-Verlag)

Meine Meinung
Ich hatte wirklich Lust auf dieses Buch – und den Einstieg fand ich auch toll: Ein Psychoanalytiker bricht die Schweigepflicht, um den Protagonisten Marco Carrera zu warnen, dass dessen schwangere Ehefrau ihn verlassen will – angeblich schwebt Marco sogar in Gefahr. Nach diesem Auftakt hatte ich mich auf eine packende Aufarbeitung dieses Ehedramas gefreut – doch meine Erwartung wurde leider nicht erfüllt.

Das Buch hat mich stattdessen in ein unruhiges Chaos aus ständig wechselnden Schauplätzen und riesigen Zeitsprüngen geworfen. Die Bruchstücke aus Marcos Leben werden völlig durcheinander erzählt: Man liest Briefe an seine große Liebe oder Briefe an den Bruder bezüglich des väterlichen Nachlasses, dann wechselt man zu Problemen mit der eigenen Tochter, um kurz darauf bei der Ehekrise seiner Eltern, Geschwisterstreitigkeiten oder den Sorgen eines alten Freundes zu landen.

Ich habe wirklich versucht, den roten Faden in diesem unübersichtlichen Puzzle zu finden – das ist mir nicht gelungen. Auch der Gedanke, dass dieses Buch den Premio Strega 2020 erhalten hat, hielt mich noch eine Zeit lang im Buch, da ich einfach nicht glauben wollte, dass mich die Geschichte so gar nicht abholt. Ich habe das Buch nicht leichtfertig weggelegt und bis zuletzt gehofft, dass mich die Erzählung doch noch packt. Nach 105 Seiten war meine Geduld jedoch am Ende und ich habe das Buch abgebrochen.

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