Katharina Maier - Adelsspross (Die erste Tochter #1)
Future-Fantasy
Verlag: Indipendent published
ISBN-13: 978-3-7502-0209-2
Seiten: 333 Seiten
Erschienen: 10.9.2019
Umschlaggestaltung: Lisa Schwenk, © Font Titel-Schriftzug Hans Richard Heitmann
Buchrückentext
„Myn wächst auf einem Planeten auf, über dem Raumschiffe fliegen und auf dem Väter das letzte Wort haben. Sie kann immer nur das, was Mädchen nicht können sollen. Trotzdem verlebt die Adelstochter eine unbeschwerte Kindheit mit einer eigenwilligen Mutter, einem schöngeistigen Vater und einem großen Bruder, der sie anspornt, ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
Ihre scheinbar heile Welt erhält Risse, als der aufwieglerische Asnuor zum Obersten Priester ernannt wird. Weshalb fällt das ganze Volk vor einem solchen Ehrgeizling auf die Knie? Warum schmiedet Myns Mutter Pläne hinter verschlossenen Türen? Und was hat das alles mit Myn und ihrem Bruder Vairrynn zu tun?“ (Quelle: Verlagsseite)
Meine Meinung
In diesem Auftaktband der geplant achtteiligen Reihe taucht der Leser ein in eine fremde Welt und ganz neue Umgebung – für mich hat sich diese jedoch weniger wie ein Zukunftsepos, sondern vielmehr wie ein komplexes Fantasy-Epos angefühlt.
Ich begleite die junge Adelstochter Myn, die in einem hierarchischen System aufwächst, in dem Raumschiffe zwar zum Alltag gehören, die gesellschaftlichen Strukturen aber noch sehr patriarchal geprägt sind. Myn will sich nicht in das Rollenbild fügen, das ihre Familie und die Gesellschaft von ihr erwarten. Alles gerät aus den Fugen, als der aufwieglerische Asnuor Oberster Priester wird. Langsam bemerkt Myn, dass hinter den Kulissen ihres Hauses eigene, dunkle Pläne geschmiedet werden – und sie und ihr Bruder Vairrynn stecken plötzlich mitten in einem gefährlichen Machtspiel.
Die Autorin hat sich über eine Freundin persönlich an mich gewandt und ihr Zukunftsepos vorgestellt – das macht es mir nicht leichter, meine ehrliche Meinung zu formulieren. Ich habe mich neugierig darauf eingelassen, obwohl ich rasch gemerkt habe, dass mich diese Welt doch sehr herausfordert. Umso mehr bedauere ich es, sagen zu müssen, dass mich der erste Band nicht richtig abholen konnte.
Man merkt auf jeder Seite, wie viel Herzblut die Autorin in den Aufbau dieser komplexen Welt gesteckt hat, aber für mich war es schlicht zu viel. Es gibt verschiedene Planeten, unterschiedliche Adelsgeschlechter, neue Tiere, andere Pflanzen – zwar sind die Figuren alle erst mal „menschlich“, an die für mich ganz fremd klingenden Namen wie Myn, Vairrynn oder Asnuor konnte ich mich aber nicht gewöhnen und bin immer wieder dran hängengeblieben. Das hat mich beim Lesen leider ausgebremst.
Auch die Erzählweise ist besonders. Die Sprünge zwischen der Ich-Perspektive von Myn und den auktorialen Kapiteln kamen oft abrupt, so dass ich mich immer erst neu sortieren musste. Grundsätzlich aber mochte ich Myns Sicht der Dinge, weil sie viele Innenansichten und Gedanken bietet und ich sie so gut kennenlernen konnte. Anfangs ist sie noch ein eher naives Kind, sie merkt aber, wie sich ihre kleine Welt verändert und wie sehr das Patriarchat auch ihre Familie bestimmt – und in ihr regt sich Widerstand, an dem sie den Leser teilhaben lässt.
Richtig in mein Herz geschlossen habe ich Myns Bruder Vairrynn, der so liebevoll mit seiner Schwester umgeht und ganz anders handelt, als es das System vorgibt. Doch auch er muss sich einer Herausforderung stellen, die ihn kalt erwischt.
Den Schreibstil mochte ich – er ist bildreich und atmosphärisch, an manchen Stellen auch etwas blumig, was ich aber gar nicht negativ meine. Es werden viele Details beschrieben, was manchmal leider zu langatmigen Abschnitten führt. Es gibt einen Anhang, in dem die agierenden Personen aufgelistet sind und ein Nachschlagewerk, in dem man Besonderheiten der Welt nachlesen kann – grundsätzlich eine gute Idee, mich hat das Nachlesen nur aus dem Lesefluss gerissen, so dass ich schließlich gar nicht mehr zurückgeblättert habe.
Die letzten Seiten nehmen dann richtig Fahrt auf – und das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger - ich bin natürlich gespannt, wie es nun weitergeht mit Myn, eine kleine Pause brauche ich aber dennoch von dieser Welt.
Mein Fazit
Ein für mich etwas schwieriger Start in ein ambitioniertes und sehr komplex konstruiertes Werk, das durch seine detailreiche Welt besticht. Den Plot finde ich super, den Schreibstil gewinnend – und trotzdem habe ich sehr mit der schwierigen Namensgebung und der langatmigen Einführung in die Welt gerungen. Der Cliffhanger am Ende macht natürlich neugierig, dennoch brauche ich erst mal etwas Abstand von dieser andersartigen Welt.
Die erste Tochter
1. Adelsspross
2. Frevelsbrut
3. Narrenbraut
4. Ketzersbuhle
WERBUNG: Vielen Dank an die Autorin Katharina Maier für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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