[Rezension] Veronika Peters - "Mehr Leben als geplant"

Veronika Peters - Mehr Leben als geplant
Gegenwartsliteratur
 

 Verlag: Argon Hörbuch
 ISBN-13: 978-3-732-48778-3
 Dauer: 647 Minuten
 Erschienen: 15.5.2026
 Sprecherin: Astrid Kohrs

   
Zum Inhalt
„Alma Grün geht auf die Sechzig zu und steht beruflich wie privat vor dem Ruin. Nach über dreißig gemeinsamen Jahren wurde sie von ihrem Partner verlassen, zu ihren beiden Töchtern Lou und Marie hat sie kaum noch Kontakt, und als Autorin populär-feministischer Frauenbiographien ist sie inzwischen alles andere als erfolgreich. Einsam und pleite haust sie in ihrer viel zu großen Berliner Wohnung und weiß nicht mehr weiter.
Doch glücklicherweise gibt es zwei großartige Frauen in Almas Leben, die sie nicht hängen lassen: Zum einen ihre ehemalige Putzhilfe Bascha, die Alma einen Job in ihrer Frühstückspension anbietet. Zum anderen Almas Literaturagentin Jana, die Alma einen zahlenden Untermieter sowie einen Rechercheauftrag mit unerwarteten Folgen verschafft. In einem Alter, in dem andere bereits über den Ruhestand nachdenken, muss Alma sich noch einmal komplett neu erfinden.“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Mit fast sechzig steht Alma Grün plötzlich vor dem Nichts: Der Partner nach drei Jahrzehnten weg, die Töchter kaum noch erreichbar und das Geld als Biografin ist auch futsch. Sie sitzt einsam in ihrer Berliner Wohnung und hat keinen Plan, wie es weitergehen soll. Zum Glück schubsen ihre Agentin Jana und ihre Ex-Putzhilfe Bascha sie zurück ins Leben – mit einem Job in einer Pension, einem neuen Untermieter und einem Rechercheauftrag, der einiges ins Rollen bringt. Statt Ruhestand heißt es für Alma jetzt: Neustart.

Ich hatte mich beim Hören eigentlich auf einen ernsten Roman eingestellt und war erstaunt, dass die Geschichte doch in großen Strecken sehr humorvoll erzählt wird. Alma selbst machte es mir zu Beginn dabei eher schwer. Sie wird von der Trennung verständlicherweise komplett überrannt, verharrt dann aber sehr lange in einer Art Schockstarre und suhlt sich in ihrem Selbstmitleid. Das hat sie mir nicht gerade sympathisch gemacht, insbesondere weil ich vermutlich anders gehandelt hätte – ich hätte mir einfach schneller mehr Elan und Tatkraft gewünscht. Sie fängt sich aber schließlich und packt selber an – und merkt dann auch, dass sie selber etwas bewegen kann und damit auch etwas Neues in ihrem Leben entsteht. 

Ein echter Lichtblick war für mich ihr neuer Mitbewohner. Obwohl er als schrulliger Einsiedler angekündigt wurde, hat er mich im Verlauf der Handlung positiv überrascht, da er ein Mann mit echten, überzeugenden Werten ist. 

Spannend sind dann die Abschnitte, in denen Alma sich mit ihrer neuen Recherchearbeit beschäftigt – nicht nur wurde der Erzählton hier ernster, mich hat auch der Lebensweg der historischen Person Claire Goll, über die sie forscht, sofort fasziniert. Leider muss ich aber auch sagen, dass dieser Erzählstil einfach nicht zum Rest passen wollte - die ernste, dichte Atmosphäre dieser historischen Spurensuche war ganz anders als der im restlichen Buch vorherrschende humoristische Grundton.

Interessant war für mich, wie unterschiedlich die Autorin Sprache benutzt – in einem Teil ist sie ernst und fokussiert auf historische Begebenheiten, in den meisten Teilen schreibt sie modern und lustig und nutzt sehr viele Dialoge, was das Ganze lebendig macht. Ich war durch diese direkte Art der Kommunikation nah dran an den Figuren, aber auf mich wirkte das Hörbuch so leider nicht in sich schlüssig, weil die Art der Erzählung und die Atmosphäre schlicht nicht konsistent blieben.

Mein Fazit
Eine lebendige Geschichte über einen Neuanfang, die mich durchweg unterhalten konnte. Der harte atmosphärische Wechsel zwischen Humor und Ernsthaftigkeit war für mich aber nicht stimmig. Trotzdem war es angenehme Unterhaltung für Zwischendurch. 

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