[Rezension] Sabrina Qunaj - "Die Tochter der Drachenkrone"

Sabrina Qunaj - Die Tochter der Drachenkrone (Wales-Saga #1)
Historischer Roman
 

 Verlag: atb-Verlag
 ISBN-13: 978-3-746-64124-9
 Seiten: 618 Seiten
 Erschienen: 9.12.2024
 Umschlaggestaltung: www.buerosued.de, München
unter Verwendung eines Motivs von © www.buerosued.de, München


Buchrückentext
„Wales, 1197: Nach dem Tod ihres Vaters muss die Fürstentochter Gwenllian um die Unabhängigkeit und Einheit ihrer Heimat kämpfen. Die größte Bedrohung geht dabei nicht von den Normannen aus, sondern ausgerechnet von ihren rivalisierenden Brüdern. Gwenllian muss sich entscheiden, auf wessen Seite sie steht, und geht eine Bündnisehe mit einem einflussreichen Krieger ein. Im Angesicht größter Gefahr erkennen die beiden ihre Gefühle füreinander. Doch hat ihre Liebe eine Chance, solange es keinen Frieden gibt? “ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Nach dem Tod ihres Vaters steht die walisische Fürstentochter Gwenllian vor Trümmern. Nicht nur bedrohen die Normannen  die Unabhängigkeit ihrer Heimat, auch ihre eigenen, rivalisierenden Brüder kämpfen erbittert um das Erbe und die Nachfolge. Um ihr Land zu einen, willigt Gwenllian in eine Bündnisehe mit einem einflussreichen Krieger ein. Zwischen politischen Intrigen, Kriegen und dem harten Kampf um Selbstbestimmung müssen die beiden herausfinden, ob ihre wachsende Liebe in Zeiten des Aufruhrs überhaupt eine Chance hat.

Der Einstieg in den Auftakt dieser Wales-Reihe fiel mir durch den angenehmen und sehr flüssigen Schreibstil der Autorin leicht. Ich hatte beim Lesen schnell ein historisches Gefühl, auch wenn die Einblicke in das historische Geschehen eher im Hintergrund bleiben und der Fokus sehr stark auf den familiären Verstrickungen liegt. Ich fand diese Gewichtung völlig in Ordnung, denke aber, dass das nicht jeden überzeugen wird. 

Die Themenpalette ist klassisch: Es geht um Erbstreitigkeiten, Plünderungen, Belagerungen und Gefangennahmen. Dabei wird noch einmal deutlich, dass der Rolle der Frau in dieser Epoche als strategische Schachfigur für Bündnisse benutzt und selten nach ihrer Meinung gefragt wurde. Dass den weiblichen Figuren hier dennoch wichtige Entscheidungen zugetraut werden und auch viele der Männer „gut“ wegkommen, hat mich ein bisschen irritiert.

Allerdings blieben die Charaktere für meinen Geschmack insgesamt etwas zu monoton gezeichnet. Die Guten sind hier einfach durchweg gut. Das zeigt sich besonders an der Protagonistin Gwenllian. Sie wird als schön, mutig und eigenwillig beschrieben, mir fehlten bei ihr jedoch die Ecken und Kanten. Zudem empfand ich ihr Verhalten als widersprüchlich: Einerseits sagt sie unerschrocken ihre Meinung, andererseits reagiert sie oft auch eher labil: ihr versagen die Beine, ihr jagen heiße Wellen durch den Körper oder es greift eine Faust nach ihrem Herz. Dass eine eigentlich starke Frau so aus der Fassung zu bringen ist, hat für mich nicht gepasst und führte bei mir auch ab und an zu Augenrollen.

Ein deutlicher Schwachpunkt im Aufbau waren für mich die vielen Zeitsprünge. Diese traten vor allem dann auf, wenn ein konkretes Problem auftauchte. Statt die Lösung des Konflikts zu beschreiben, katapultierte mich der nächste Zeitsprung direkt zum fertigen Ergebnis. Das hat einiges an Spannung genommen und wirkte für mich leider auch so, dass die Autorin nicht richtig wusste, wie man den Konflikt hätte lösen können – dann einfach das Ergebnis zu präsentieren, hat mich leider häufiger ratlos gemacht. 

Trotzdem habe ich das Buch ganz gerne gelesen und fühlte mich auch unterhalten – zu meinen Favoriten wird es aber nicht gehören, dafür war es mir insgesamt zu belanglos und wenig einprägsam. Schade, denn die Autorin hat sicher viel Zeit in eine gute Recherche investiert. 

Mein Fazit
Ein unterhaltsamer Ausflug ins mittelalterliche Wales. Die Autorin weiß einfach, wie sie sprachlich ein historisches Gefühl beim mir erzeugt, die sprunghafte Handlung bei der Lösung von Problemen und die etwas blasse Protagonistin haben mich leider ein wenig gestört, obwohl die familiären Verstrickungen interessant zu verfolgen waren. Wer eine kurzweilige Geschichte für zwischendurch sucht, findet hier solide Unterhaltung.

Wales-Saga:
1. Die Tochter der Drachenkrone
2. Das Erbe der Drachenkrone

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