[Rezension] Stephen King – "Das Mädchen"

Stephen King  – Das Mädchen
Gegenwartsliteratur 

ISBN-13: 978-3-785-74606-6
Dauer: ungekürzt, 456 Minuten
Erschienen: 18.5.2012
Originaltitel: „The Girl Who Loved Tom Gordon“
Übersetzer: Wulf Bergner
Sprecher: Franziska Pigulla, Joachim Kerzel

Zum Inhalt
„Die Welt hat Zähne. Und mit denen beißt sie zu, wann immer sie will. Diesmal trifft es die neunjährige Trisha. In einem Moment der Unachtsamkeit verirrt sie sich hoffnungslos im dichten Wald. Sie erlebt eine Odyssee voller Schrecken, von der ersten flatternden Unruhe im Bauch über die Stürze in der Wildnis bis hin zum Abstieg in eine Welt voller Halluzinationen. Dazu die nervenzersägenden Moskitos ...“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Es gibt Bücher von King/Bachman, die mir sehr gefallen haben, und solche, die nicht so meins sind – diese Geschichte gehört für mich zu den schwächeren. Die Idee mochte ich, doch trotz der zum Teil guten Schilderungen, fand ich es über Strecken auch langweilig.

Die neunjährige Trisha McFarland ist mit ihrer Familie im Wald spazieren, sie schlägt sich in die Büsche, weil sie Wasser lassen muss und verläuft sich danach. Immer tiefer gerät sie in den Wald, der voller Insekten scheint und zudem immer unheimlicher wird – nur der Gedanke an ihr Baseball-Idol Tom Gordon gibt ihr Kraft, nicht aufzugeben.

Trisha im Wald zu begleiten, war stellenweise sehr interessant und spannend, vor allem, wenn sie ihren Gedanken über die sich auflösende Familie nachging oder wenn es im Wald wieder unheimlich wurde und man nicht wußte, ob nicht doch noch etwas gruseliges oder übernatürliches geschehen wird. Über große Strecken fand ich es aber auch langatmig, weil es häufig um Baseball ging, was mich nicht interessiert und um das Getier im Wald, was es Trisha sehr schwer gemacht hat. Die Gedanken um Baseball und speziell um ihr Idol Tom Gordon halten Trisha am Leben, und auch diese Botschaft ist toll – dass es etwas gibt, das Mut macht, Hoffnung spendet und Kraft, auch in schwierigen Zeit zu überleben – trotzdem waren mir diese Abschnitte einfach zu langatmig und speziell. 

Anfangs konnte ich gar nicht glauben, dass Trisha erst neun Jahre alt ist, denn sie denkt und verhält sich eher wie eine Erwachsene. Natürlich ist toll, wie King sich in eine Person hineinversetzen kann, die sich im Wald verlaufen hat, aber ich finde nicht, dass er damit tatsächlich die Gedanken und Gefühle eines 9-jährigen Mädchens getroffen hat. Und da sich so viel wiederholt in der Geschichte, war ich am Ende froh, als das Hörbuch endlich vorbei war.

Gesprochen wird das Hörbuch von zwei meiner Lieblingssprecher – Franziska Pigulla und Joachim Kerzel. Die beiden wechseln sich immer ab mit dem Erzählen – was das sollte, weiß ich nicht, denn es gab keinen Perspektivwechsel, der das erklären könnte. Was mich aber wirklich sehr gestört hat, sind die Hintergrundgeräusche und die Musik – sicher wollte man so Atmosphäre schaffen, aber ich fand es völlig unpassend und nur nervig und so nicht wirklich zur Stimmung beitragend.

Auch wenn mich diese Geschichte nicht so überzeugen konnte, werde ich sicher noch andere Bücher des Autors versuchen und mich so langsam auch seinen Horror-Büchern nähern. Dieses Hörbuch bekommt von mir 3 von 5 Sternen. 


4 Kommentare:

  1. Schönen guten Morgen!

    Ich kenne das Buch noch nicht, hab aber schon sehr oft gehört, dass es nicht zu seinen besten zählt. Ich bin auch ehrlich noch am überlegen, ob ich es überhaupt lese.
    Ich möchte ja eigentlich alle von ihm lesen und meine Liste "abarbeiten", die ich mir von seinen Büchern gemacht habe, aber, naja, mal sehen :)

    Ich hab übrigens grade "Mr. Mercedes" von ihm gelesen und war positiv überrascht! Ein wirklich spannender Thriller ohne übernatürliche Elemente und so ganz anders als alles, was ich bisher von ihm kenne. Allerdings schon mit seinem typischen Stil, aber ohne langatmige Ausschweifungen *g* Zum Glück hab ich "Finderlohn" schon auf dem SuB, das ist der nächste Band, denn es gehört zur Bill Hodges Trilogie.

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Huhu Aleshanee,

      vielleicht stellst du "Das Mädchen" einfach ans Ende deiner Liste? Dann bleibt dir noch Zeit mit der Entscheidung...

      "Mr. Mercedes" schaue ich mir dann mal an - das klingt ja, als ob es genau für mich gemacht ist. Denn ich mag ja den Schreibstil und auch seine Charakterisierungen. Danke für den Tip!

      LG Sabine

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    2. Ja, das ist definitiv eher am Ende meiner langen King Leseliste :)

      Die Charakterisierung in Mr. Mercedes ist nicht ganz so ausgebaut wie man es sonst von ihm kennt, aber dennoch natürlich vorhanden. Ich mochte die Figuren jedenfalls und es war definitiv sehr spannend für mich!
      Die Serie dazu schau ich mir übrigens grade an, die finde ich nicht so gelungen. Die Figuren sind hier nicht so sympathisch wie im Buch und die kleinen Änderungen an der Handlung hats eher verschlimmbessert...

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    3. Achja und das ist eine Trilogie um den Detective Bill Hodges.
      Band 2 ist Finderlohn und Band 3 ist Mind Control

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