[Rezension] Sue Monk Kidd – "Das Buch Ana"

Sue Monk Kidd – Das Buch Ana
Historischer Roman 

Verlag: btb-Verlag
Covergestaltung: Semper Smile nach einem Entwurf von Sara wood
Covermotiv: Shutterstock /Upsidedowncake; Shutterstock /aesah kongsue; Gettyimages /R. Tsubin
ISBN-13: 978-3-442-75903-3
Seiten: 574 Seiten
Erschienen: 17. August 2020
Originaltitel: „The book of Longings“
Übersetzer: Judith Schwaab

Zum Inhalt 
„Mein Name ist Ana. Ich war die Frau von Jesus aus Nazareth. So beginnt der lange erwartete neue Roman von Bestsellerautorin Sue Monk Kidd. Es ist die fiktive Lebensgeschichte von Ana, der Gefährtin Jesu. Die Erzählung setzt im Jahr 16 nach Christus ein, im von den Römern besetzten Galiläa. Dort wächst Ana in einer wohlhabenden jüdischen Familie auf. Sie ist ein kluges Mädchen mit rebellischem Geist und messerscharfem Verstand. Ana lernt Lesen und Schreiben, studiert die Thora und beginnt heimlich die Geschichten der vergessenen Frauen der Heiligen Schrift aufzuzeichnen: Eva, Sarah, Rebecca, Rachel und Ruth. Als Ana vierzehn ist, soll sie an einen alten Witwer verheiratet werden. Auf dem Markt wird sie ihm vorgeführt, sie ist entsetzt. Ein junger Mann mit dunklen Locken und sanften Augen erkennt ihre Verzweiflung und hilft Ana. Ihre Begegnung wird alles verändern.“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Mich hat der Klappentext dieses Buches sehr neugierig gemacht – nicht nur, dass die Geschichte zu einer Zeit spielt, in der ich (fernab der Bibel) bisher nichts gelesen habe, bin ich natürlich auch neugierig, wie die Autorin das Thema „Ehefrau von Jesus“ umsetzt. Und meine Erwartungen wurden gänzlich erfüllt – ich hatte eine spannende und informative Zeit mit Ana.

Die Geschichte beginnt im Jahr 16 n. Chr.. Ana ist ein junges Mädchen, das – der Zeit entsprechend – verheiratet werden soll. Doch Ana hat andere Interessen; sie liebt das Lesen und Schreiben und versucht alles, den ihr angeratenen Ehemann nicht heiraten zu müssen. Sie glaubt nicht an de Liebe – bis sie zufällig auf Jesus trifft und ihr Leben dadurch eine ganz neue Wendung nimmt.

Mich hat die Autorin von der ersten Seite an packen können – sie hat einen so eindringlichen Schreibstil, der unglaublich viel Atmosphäre schafft und mich sehr berührt hat. Er ist dabei einfach zu lesen und trotzdem sehr dicht und intensiv, so dass ich mich der Stimmung kaum entziehen konnte. Dabei ist es sehr interessant, wie die Menschen damals gelebt haben – natürlich sind diese Beschreibungen auch mit der Fantasie der Autorin geschuldet, da es ja nur wenn gesicherte Infos zu dieser Zeit gibt, für mich war das alles aber sehr schlüssig – sowohl die Beschreibungen der Gegend, als auch die der Menschen und des Alltags, dem sie nachgingen. Langweilig wird es dabei aber nie, obwohl alles so gut beschrieben ist, dass ich viele Bilder im Kopf hatte.

Ana ist eine tolle Protagonistin. Sie ist klug und weiß, ihre Klugheit auch zu nutzen. Sie begehrt nicht einfach nur auf, denn damit hätte sie niemals das erreicht, was sie wirklich wollte, sondern sie handelt klug und überlegt. Manchmal ist es auch eine List, die sie anwendet, aber immer ist sie sich ihrer treu – eine wirklich tolle Frau, die stark und selbstbewusst auftritt und dennoch ein großes Herz hat mit viel Liebe und Zuneigung. Ihr Vater hat ihr erlaubt, die Kunst des Lesens und Schreibens zu erlernen – sicher sehr ungewöhnlich, aber genau darin geht Ana auf und genau das ist es auch, was sie ihr ganzes Leben lang verfolgt und lebt. 

Ich spoilere nicht, wenn ich sage, dass Ana mit Jesus verheiratet war, denn das erfährt man im zweiten Satz des Buches – man darf aber nicht denken, dass Jesus Geschichte im Mittelpunkt steht; dann wird man enttäuscht. Es ist wirklich Ana, die man die ganze Zeit begleitet und Jesus Geschichte tritt da auch schon mal in den Hintergrund. Ich fand Anas Geschichte aber so spannend, dass ich damit gut leben konnte, zumal sich der Kreis am Ende schließt und ich dadurch sehr versöhnt war.

Ich kann nicht abschätzen, ob gläubige Menschen mit dieser Geschichte vielleicht ein Problem haben – deshalb empfehle ich das Buch nicht uneingeschränkt. Ich für mich kann aber sagen, dass mich die Autorin fesseln konnte und ich ihre Sicht auf diese Zeit gut mit meinen eigenen Vorstellungen und meinem eigenen Glauben in Einklang bringen konnte. Ich gebe 5 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Eine tolle Geschichte, die im Jahr 16 n. Chr. beginnt und bei der eine junge Frau im Mittelpunkt steht. Dass sie die Ehefrau von Jesus ist, macht das Ganze noch mal spannender, man sollte aber nicht erwarten, dass sich der Schwerpunkt der Geschichte auf ihn verlagert – es ist und bleibt Anas Geschichte; deshalb ist der Buchtitel sehr passend gewählt. Ich habe die Geschichte geliebt und bin völlig in ihr eingetaucht – der atmosphärische Schreibstil hat das Seine dazugetan. Ich gebe 5 von 5 Sternen, weiß aber nicht, wie die Geschichte auf gläubige Menschen wirkt und empfehle sie daher nur eingeschränkt. 

WERBUNG: Vielen Dank an die Buchflüsterer und den btb-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Kommentare:

  1. Liebe Sabine,
    ich bin noch immer zwiegespaölten, ob ich das Buch lesen soll oder nicht. Ich denke ich warte erstmal ab, ob es unsere Bücherei bekommt.
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Liebe Martina,

      vielleicht hilft dir eine Leseprobe? Oder ist es wegen des religiösen Themas?

      LG Sabine

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  2. Hi Sabine!

    Von der Autorin hab ich vor einer halben Ewigkeit "Die Bienenhüterin" gelesen, das mir damals richtig gut gefallen hatte.

    Ihr neues Buch hier spricht mich auch irgendwie an, aber wie Martin weiß ich noch nicht so recht, ob es was für mich ist. Das religiöse Thema, da kommt es drauf an. Ich selber bin nicht gläubig und wenn das dann zu sehr in den Fokus gerät, wäre es wohl nichts für mich. Das ist echt schwer einzuschätzen, auch weil ich gar nicht so recht weiß, wohin diese Reise mit Ana führen wird oder was die Autorin ausdrücken möchte mit der Geschichte...
    Vielleicht tatsächlich mal in die Leseprobe reinschnuppern ^^

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Liebe Aleshanee,

      vielleicht kann ich dich beruhigen - das religiöse Thema steht überhaupt nicht im Vordergrund. Ganz im Gegenteil - in vielen Rezensionen wurde bemängelt, dass gerade die Zeit, in der Jesus als Prediger durchs Land zieht, leider nicht beleuchtet wird (zu dieser Zeit ist Ana woanders) - und es wirklich Anas Geschichte, die den Mittelpunkt bildet. UNd da sie woanders ist, erfährt man das, was sie erlebt und das von Jesus nur als "Nebensatz".

      "Die Bienenhüterin" steht auf meiner Wunschliste - Ich habe "Die Erfindung der Flügel" gelesen und fand das auch toll!

      LG Sabine

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    2. Danke dir Sabine, dann werd ich es mir doch mal auf die Merkliste setzen :)

      Oh und ich sehe grade, ich hab oben bei Martina das a vergessen, sorry!!!

      Einen guten Rutsch und nur das beste fürs Neue Jahr wünsch ich dir!
      Liebste Grüße, Aleshanee

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