[Rezension] Lisa Halliday – "Asymmetrie"

Lisa Halliday – Asymmetrie 
Gegenwartsliteratur

Umschlag und Foto: Peter-Andreas Hassiepen, München
ISBN-13: 978-3-446-26127-3
Seiten: 320 Seiten
Erschienen: 23.7.2018
Originaltitel: „Asymmetrie“
Übersetzer: Stefanie Jacobs

Zum Inhalt
„Es beginnt mit einer Eiswaffel, auf einer Bank im Central Park. Hals über Kopf stürzt sich Alice in eine Lovestory mit dem berühmten Schriftsteller Ezra Blazer. Sie ist 25, er in seinen Siebzigern. Ein erotisches, tragikomisches Kammerspiel – doch dann setzt eine ganz andere Erzählung ein. Amar, ein amerikanisch-irakischer Doktorand auf dem Weg nach Nahost, wird am Londoner Flughafen in Gewahrsam genommen. Und landet im Vakuum von Wartesälen und endlosen Verhören.“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Ich hätte zu diesem Buch wohl nicht gegriffen, wenn es nicht in meinem Lesekreis ausgewählt worden wäre – und mein Bauchgefühl hat Recht behalten: meins war es nicht.

Das Buch gliedert sich in drei Teile – im ersten geht es um die Beziehung einer älteren Autors zu einer jungen Lektorin, im zweiten um einen amerikanisch-irakischen Doktoranden, der bei der Einreise in den Irak festgehalten wird und einige Zeit in Gewahrsam verbringt. Der dritte Teil ist dann ein Interview mit dem Autor aus Teil eins, in dem er seine Lebenslieben reflektiert.

Ich wusste, dass es drei Teile gibt und war neugierig, wie sie miteinander zusammenhängen – doch leider gibt es keine Verbindung, sieht man mal davon ab, dass es in jedem Teil auch um Asymmetrien geht und so zumindest der Titel des Buches erklärt ist. Man könnte also auch sagen, es handelt sich um zwei Kurzgeschichten oder Novellen unter gleichem Thema. Vielleicht aber habe ich das Buch auch nicht verstanden, mir aber hat das so nicht gefallen.

Die Geschichte um das altersmäßig weit auseinanderliegende Liebespaar liest sich sehr leicht und an manchen Stellen auch sehr banal. Richtig hineinversetzen konnten ich mich weder in Ezra Blazer noch in Alice – und beiden habe ich das Gefühl, den anderen zu lieben, auch nicht abgenommen. Vielmehr wirkte es auf mich so, als ob es mehr um Abhängigkeiten ging – ohne dass das aber näher erklärt wird.

Sprachlich ist der zweite Teil um den Iraker Amar deutlich besser, der Inhalt dessen, was beschrieben wird, ist aber sehr sprunghaft – sehr detailliert werden genetische Erkrankungen beschrieben (was für mich überflüssig war), angerissen nur Kriegserlebnisse, die innerfamiliären Beziehungen nur ungenau beleuchtet – und das alles in gedanklichen Rückblicken, während Amar in Gewahrsam sitzt und geprüft wird, ob er nun in den Irak einreisen darf. 

Mich hat das Buch sprachlos zurückgelassen – was wollte die Autorin erreichen? Sicher tragen beide Teile autobiographische Züge, denn nicht nur hatte sie als junge Studentin eine Liaison zu Philipp Roth, sondern auch sie wurde mal an einem Flughafen festgehalten und ihr die Einreise verweigert. Die Asymmetrien in beiden Teilen sind offensichtlich, mehr aber hat mir die Lektüre nicht gebracht – weder wurde ich gut unterhalten, noch hat sie in mir irgendetwas ausgelöst. Ich gebe daher nur 2 von 5 Sternen. 

Mein Fazit
Zwei unabhängige Geschichten, die beide weder unterhaltsam waren, noch mich in irgendeiner Weise angeregt haben, über bestimmte Themen nachzudenken. Sprachlich hat die Autorin in einem Teil bewiesen, dass sie schreiben kann, der Plot aber hat mir nicht gefallen oder - ich könnte auch sagen - er hat einfach gefehlt. Ich gebe 2 von 5 Sternen. 

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