[Rezension] Stephanie Palm & Roswitha Perniok – "Mitten im Sprung"

Stephanie Palm & Roswitha Perniok – Mitten im Sprung
Briefroman, Gegenwartsliteratur

Verlag: BoD
Covergestaltung: Heidi Gloßner
ISBN-13: 978-3-750-49973-7
Seiten: 149 Seiten
Erschienen: 11. November 2020

Buchrückentext
„Eva und Karin sind beste Freundinnen. Nach dem Abitur aber trennen sich ihre Wege, und sie verlieren sich aus den Augen. Fast 40 Jahre später begegnen sie sich zufällig wieder. Sie beginnen, sich zu schreiben: Erzählen von den Wechselfällen des Lebens, von persönlicher Entwicklung und davon, was wirklich für sie zählt. Kann es nach so vielen Jahren gelingen, an die alte Freundschaft anzuknüpfen?“ 

Meine Meinung
Eine der Autorinnen hatte mich angesprochen, ob ich ihren gerade erschienenen Briefroman lesen möchte – sie und eine Freundin haben sich in das Abenteuer gestürzt, einen Roman zu schreiben – ohne Plot, dafür Reagieren auf das, was der andere ihm an Ideen bietet. Herausgekommen ist ein kleines Büchlein aus Mails und Briefen, das mich sehr berührt hat wegen seiner unglaublichen Tiefe und Atmosphäre.

Eva und Karin treffen sich nach über 40 Jahren zufällig wieder – sie waren mal beste Freundinnen, haben sich aber dann aus den Augen verloren; die eine auf dem Sprung, versprechen sie jetzt, sich zu schreiben – und das tun sie auch.

Es ist unglaublich, wie nah die beiden sich sind trotz der vielen Jahren Pause ihrer Freundschaft. Zwar schreiben sie sich zunächst, was die letzten Jahre passiert ist, hauptsächlich aber philosophieren sie über die unterschiedlichsten Themen – mal geht es um Fakten, mal um Gefühle, mal um Gedanken und immer aber um ihre Meinungen. Spannend wird dieser Austausch, weil Eva und Karin so unglaublich unterschiedlich sind. Die eine liebt Listen und braucht Routine, kann sich der Ordnung aber dennoch nicht verschreiben, liebt es zu lesen und vor allem sich zu kümmern – um Dinge und Menschen. Die andere hat ein nicht ganz so sortiertes Leben, scheint eher durchs Leben zu treiben als es streng zu planen, lässt eine 5 auch mal gerade sein und steht sich so auch schon mal selber im Weg. Beide aber sind sensible und sehr emotionale Menschen, vor allem aber haben sie ihr Herz am rechten Fleck. 
Auch am Schreibstil merkt man, wie unterschiedlich die beiden sind, beide aber schreiben gefühlvoll und scheuen sich auch nicht, ihre Gedanken und Emotionen auf Papier zu bringen.
Einen richtigen Plot hat das Buch nicht, trotzdem hat es für mich sehr gut funktioniert. Selten bin ich Charakteren so nah gewesen wie Eva und Karin – bei beiden hatte ich das Gefühl, sie persönlich zu kennen. Die Briefe schaffen eine unglaubliche Atmosphäre und fangen das Seelenleben der beiden wunderbar ein. 

Einen Wermutstropfen habe ich aber leider doch – obwohl es ein Lektorat gab, haben sich viele Rechtschreibfehler und leider auch einige Grammatikfehler eingeschlichen – das ist schade, weil sie meinen Lesefluß gestört haben. Trotzdem habe ich das Büchlein wirklich sehr gerne gelesen und gebe 5 von 5 Sternen.  

Mein Fazit
Eine wundervolle Lektüre, bei der sich zwei Freundinnen Briefe und Emails schreiben, nachdem sie sich aus den Augen verloren hatten und sich zufällig nach fast 40 Jahren wiedertreffen. Natürlich werden auch ein paar „Fakten“ ausgetauscht, vor allem aber geht es um Gedanken und Gefühle. Ein sehr gelungenes Büchlein, dem ich 5 von 5 Sternen gebe.

WERBUNG: Vielen Dank an die Autorinnen für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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