[Rezension] Alexander Hartung – "Als die Nacht begann"

Alexander Hartung – Als die Nacht begann (Jan Tommen #7)
Krimi

Verlag: Edition M
Umschlaggestaltung: bürosüd°, München
Umschlagabbildung: © STILLFX/ shutterstock; © Bruno Passigatti/ shutterstock; © Ensuper/ Shutterstock; © Kai Jabs/Plainpicture
ISBN-13: 978-2919806652
Seiten: 300 Seiten
Erschienen: 1. Dezember 2020

Zum Inhalt
„Als auf der Friedrichstraße in Berlin eine Studentin auf offener Straße erschossen wird, ist die Kripo in höchster Alarmbereitschaft. Das zufällig am Tatort aufgenommene Video eines Touristen stellt Jan Tommen und sein Team vor ein Rätsel. War es ein Heckenschütze, der sein Ziel willkürlich ausgewählt hat, oder gab es eine Verbindung zum Opfer? Auf der Suche nach einem Motiv tauchen Jan und seine Freunde in das Leben der jungen Frau ein, doch es findet sich keine verwertbare Spur. Dann wird am Tegeler See ein Mann auf einer Parkbank gefunden, der ebenfalls aus der Ferne getötet wurde.“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Ich hatte das Buch in einem Adventskalender gesehen, und da ich im Moment in Krimi/Thriller-Laune bin, konnte ich nicht widerstehen. Ich kannte zwar die ersten 6 Bände der Reihe nicht, da der Kriminalfall aber in sich abgeschlossen ist, hat mich das nicht gestört. Bestimmt kann man die Entwicklung der Hauptfiguren besser verfolgen, wenn man die Reihe chronologisch liest, aber notwendig für das Verständnis ist es nicht.

Auf offener Straße wird eine Frau durch einen Heckenschützen erschossen – was zunächst wie ein willkürlicher Mord aussieht, entpuppt sich dann aber doch als geplant, denn es bleibt nicht bei einem Toten. Doch die Zusammenhänge sind nicht sofort ersichtlich, und das Team um Jan Tommen hat eine schwere Nuss zu knacken.

Der Plot ist wirklich gut und es gibt viele Wendungen und Überraschungen, die ich nicht so vorhergesehen habe. Mitraten kann man als Leser gut, denn alle Beteiligten tauchen früh auf und es wird nicht am Ende ein Täter aus dem Hut gezaubert, von dem die ganze Zeit nie die Rede war. Geahnt habe ich das Ende nicht, aber rückblickend ist es schlüssig und wenn auch konstruiert, so doch glaubhaft.

Gefehlt hat es mir aber an Spannung – und ich kann nicht mal sagen, warum sie nicht aufgekommen ist. Denn das Ermittlerteam hangelt sich wirklich von einer gefährlichen Szene zur nächsten, dabei nehmen sie es selber mit dem Gesetz nicht so genau und ermitteln häufig auch jenseits der Legalität. Und das hat mich wirklich sehr gestört – ich möchte nicht lesen, dass die Kripo in Berlin sich illegaler Techniken bedient, um einen Mörder zu stellen. Dass man sich eines Mittelsmanns bedient, ja, das verstehe ist, dass der aber fast schon regelhaft zum Team gehört, kann ich kaum glauben – und schon mal gar nicht, dass sich das nicht in entsprechenden Kreisen auch rumspricht.

Der Schreibstil ist simpel, umgangssprachlich und oft auch derb – er passt einfach zur Geschichte und lenkt nicht ab vom Inhalt, lässt sich leicht und flüssig lesen. Die Charaktere waren mir ja alle neu, trotzdem sind sie gut eingeführt worden, so dass ich jeden zuordnen konnte. Es gab aber leider keinen, der mir irgendwie sympathisch war oder mit dem ich gefiebert habe – gerade auch Jan war mir oft zu arrogant und „großkotzig“, vielleicht auch gewollt „cool“. 

Obwohl der Plot wirklich gut und schlüssig war, hat mich das Buch nicht fesseln können – und auch die Charaktere konnten mich nicht richtig packen und bei Laune halten. Ich gebe daher 3 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Mich hat dieser Krimi leider nicht überzeugen können, obwohl der Plot gut ist. Ich habe vor allem Spannung vermisst und hätte mir gewünscht, dass die Polizei ein wenig „redlicher“ agiert – ich gebe 3 von 5 Sternen.

Jan Tommen
1. Bis alle Schuld beglichen
2. Vor deinem Grab
3. Wenn alle Hoffnung vergangen
4. Die Erinnerung so kalt
5. Was verborgen bleiben sollte
6. Wenn die Zeit gekommen ist
7. Als die Nacht begann

WERBUNG: Vielen Dank an den Verlag Edition M und an Netgalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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