[Rezension] Barbara Erskine - "Die Herrin von Hay"

Barbara Erskine - Die Herrin von Hay
2 Zeitebenen

Verlag: Weltbild-Verlag
Umschlaggestaltung: Johannes Frick, Neusäß
Umschlagabbildung: © Johannes Frick, Neusäß unter Verwendung von Motiven von Shutterstock (© Helen Hotson, © Ola-la)
ISBN 13: 978-3-95973-315-1
Seiten: 798 Seiten
Erschienen: 1. Januar 2017
Originaltitel: „Lady of Hay“
Übersetzer: Rainer Schmidt

Buchrückentext
„“Geh zurück zu der Zeit vor deiner Geburt … als du eine andere Person warst in einer anderen Zeit…“ Das waren die Worte, die die englische Journalistin Jo vernahm, bevor sie zu ihrer Reise in die Vergangenheit aufbrach. 
Sie findet sich wieder am Hofe König Johanns – als Matilda, die schone leidenschaftliche Frau eines ungeliebten Barons. Immer häufiger schlüpft Jo in die Existenz dieser historischen Persönlichkeit, die vor Jahrhunderten auf tragische Weise ums Leben kam, bis ihr Leben mit dem Matildas beinahe aussichtslos verknüpft scheint…“

Meine Meinung
Ich weiß gar nicht mehr, warum dieses Buch bei mir eingezogen ist – und so sehr ich den Plot interessant fand und ich zugegebenermaßen zunächst auch gut unterhalten war, so sehr hat sich das im Laufe des langen Buches leider ins Gegenteil gewandelt.

Es geht um eine erfolgreiche Journalistin Jo Cliffard, die unter Hypnose ins 12. Jahrhundert versetzt wird und dort als Matilda lebt. Von ihrem Mann missbraucht, vom König betrogen und vom Liebhaber unerreicht, stirbt sie letztlich einen grauenvollen Tod. Zunächst scheint Jo Cliffard sich gut von Matilda abgrenzen zu können, doch immer mehr nimmt Matilda Besitz von Jo, greift in ihr gegenwärtiges Leben ein – und nicht nur Jo, sondern auch ihr nahestehende Menschen werden zum Spielball der Vergangenheit.

Am Anfang fand ich die Geschichte noch richtig gut und interessant, und gerade der historische Erzählstrang war schon beeindruckend, zumal es Matilda wirklich gegeben hat. Was sich aber in der Gegenwart abspielt, war mir zu konstruiert und zu sehr an den Haaren herbeigezogen – und leider gab es zudem unzählige Wiederholungen, die die Geschichte noch mal mehr künstlich in die Länge zogen.

Sympathisch war mir im Buch leider nur Matilda – Jo aus der Gegenwart wird zwar als starke und emanzipierte Frau beschrieben, ihr Auftreten jedoch und wie sie zum Spielball diverser Menschen – vor allem Männern – wird, hinterlässt einen ganz anderen Eindruck. Sie lässt sich manipulieren, ge- und letztlich sogar missbrauchen. Bei den Männern gibt es irgendwie keinen, der überzeugt und sympathisch ist – alle scheinen gemein und brutal und dominant. 

Anstrengend ist wirklich dieses ganze Hin und Her, vor und zurück, in der Gegenwart ist der rote Faden nur schwer zu entdecken und die Motivationen der unterschiedlichen Figuren zu handeln, wie sie es tun, nicht zu verstehen. Lediglich die historische Handlung ist in sich schlüssig und hat ein Ziel. Zwar kann man das alles gut lesen, weil der Schreibstil flüssig ist, trotzdem war ich nicht gefesselt und habe das Buch nur zu Ende gelesen, um zu erfahren, wie die Autorin das ganze Hin und Her letztlich auflöst.

Dies ist eine Sonderausgabe, die noch eine Kurzgeschichte anschließt, die dann nochmal 20 Jahre später spielt. Und hier kann ich es kurz machen: ich fand sie furchtbar – völlig überzogen und konstruiert und in keinster Weise mehr glaubhaft. Die hätte ich mir wirklich schenken können. 

So sehr ich den Einstieg in die Geschichte mochte, so sehr hat sich das leider verloren – ich gebe insgesamt gut gemeinte 3 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Zwar fängt die Geschichte interessant an, und ja – der Plot hat mich richtig neugierig gemacht. Dann aber verliert sich die Geschichte in der Gegenwart, und scheint ohne jegliches Ziel zu sein, nur der historische Part hatte einen roten Faden und konnte mich auf seine Weise begeistern. Letztlich aber war ich froh, als ich das Buch beendet hatte und gebe gut gemeinte 3 von 5 Sternen.





2 Kommentare:

  1. Hallo Sabine,
    obwohl das Buch seit letztes Jahr bei mir im Regal liegt und darauf wartet endlich gelesen zu werden, habe ich mir deine Rezi durchgelesen. Ansich lese ich die Autorin sehr gern, habe noch von vor Jahren etliche Bücher von ihr. War mit ein Grund, dieses mir zuzulegen. Mal schauen, wenn es irgendwie geht, werde ich es einschieben.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

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    1. Hallo Hanne, ich bin gespannt, was du dazu sagen wirst. Den Schreibstil mochte ich ja gerne, aber dieses Hin und Her... Aber vielleicht kann es dich ja doch überzeugen. Liebe Grüße SAbine

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