[Rezension] Daniela M. Fiebig - "Der Wert des Kois"

Daniela M. Fiebig - Der Wert des Kois
Gegenwartsliteratur

Verlag: epubli
Umschlaggestaltung: Daniela M. Fiebig, Berlin
ISBN 13: 978-3-752-94398-6
Seiten: 325 Seiten
Erschienen: 24. April 2020

Zum Inhalt
"Nach dem Suizid ihres guten Freundes Dennis wird Johanna von Selbstvorwürfen getrieben: Sie muss eine Erklärung für Dennis' erschütternde Tat finden, muss wissen, dass sie nichts hätte tun können, um die Tragödie zu verhindern.
Letztlich führt sie die Suche nach Antworten in die eigene Vergangenheit, die eine verhängnisvolle Verknüpfung beider Familien verbirgt." (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Mich hat die Autorin angesprochen, ob ich ihr neues Buch rezensieren möchte und nach Lesen des Klappentextes war ich sehr neugierig auf die Geschichte. – und ich muss sagen, dass meine Erwartungen erfüllt wurden.

Es war sehr leicht, in die Geschichte reinzukommen, weil die Autorin einen angenehmen Schreibstil hat, der leicht zu lesen und modern ist, dabei auf den Punkt kommt, ohne komplizierte Schleifen zu drehen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Johanna, die nicht nur mit dem Unfalltod der eigenen Mutter vor Jahren hadert, sondern vor allem auch mit dem aktuellen Suizids eines guten Freundes. Die Frage, warum er das getan hat, quält sie sehr – und je mehr sie sich auf die Suche nach dem Grund macht, desto mehr gerät auch ihre Sicht auf die eigene Vergangenheit aus den Fugen.

Es ist eine interessante Mischung aus Kriminalroman und Vergangenheitsbewältigung, und auch wenn ich den im Verlauf der Geschichte aufkommenden Twist geahnt habe, war es doch interessant, Johanna zu begleiten. Zu sehen, wie sie nicht aufgibt, obwohl es ihr nicht leicht gemacht wird, wie sie trotz aller Wände, vor die sie läuft und trotz aller Steine, die man ihr in den Weg legt, immer weiter sucht nach dem Grund von Dennis Suizid – und als sich dann abzeichnet, dass auch sie in allem irgendwie mit drinsteckt, scheut sie nicht die Konfrontation mit dem eigenen Ich. 

Johanna wirkt zu Beginn gar nicht so kämpferisch, sondern eher zurückhaltend – obwohl offensichtlich ist, dass der Tod ihrer Mutter ihr eigenes Leben deutlich auf den Kopf gestellt hat und sie ihrem Vater zürnt, geht sie das Problem nicht an , sondern hat sich einen Weg gesucht, damit zu leben. Erst der Tod ihres guten Freundes Dennis legt bei ihr einen Schalter um, und sie lässt nicht los, bevor sie nicht alles weiß. Das hat mir sehr gut gefallen und sie zu einer starken Frau gemacht. Mit ihrem Ex-Freund Felix als auch mit Sebastian, dem Psychotherapeuten von Dennis, wurde ich nicht so recht warm. Beide konnte ich in ihrem Handeln nicht verstehen, auch wenn sich das im Laufe des Buches dann erklärt – trotzdem habe ich sie beide nicht als warmherzig oder liebenswert empfunden. Angedeutet wird im Klappentext ja eine Liebesgeschichte – die nimmt aber keinen großen Raum ein (was ich gut fand), Mittelpunt war vielmehr diese Kriminalgeschichte, die Suche nach der Lösung des „Warums“.

Gefehlt hat mir insgesamt ein wenig Emotion – zwar reagiert Johanna verstört auf die Nachricht des Todes ihres guten Freundes, insgesamt schien sie mir aber trotzdem wenig berührt, und ein Trauergefühl habe ich ihr nicht richtig abgenommen.

Trotz dieser kleinen Kritik mochte ich das Buch sehr gerne und war gefesselt und neugierig, ob das, was ich mir als Erklärung zusammengereimt hatte, auch wirklich so stimmt. Ich empfehle das Buch gerne weiter und gebe 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Wer eine traurige und emotionale Geschichte erwartet, der wird vielleicht ein wenig enttäuscht sein, denn im Vordergrund steht mehr die Frage nach dem Warum eines Selbstmords, der scheinbar wie aus dem Nichts geschieht. Spannend ist diese Suche und bringt immer wieder neue Aspekte ans Tageslicht, bis sich am Schluss alles zu einem erklärenden Bild zusammensetzt. Ich mochte die moderne und gut zu lesende Sprache, nur ein bisschen mehr Emotion hätte ich mir doch gewünscht. Ich gebe 4 von 5 Sternen.

WERBUNG: Vielen Dank an die Autorin für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

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