Eve Curie - Madame Curie
Biographie
Originaltitel: „Madame Curie“ (1937)
Übersetzung: Maria Giustiniani
Verlag: Fischer Verlage
ISBN-13: 978-3-596-22243-8
Seiten: 336 Seiten
Erschienen: 1.10.1983
Zum Inhalt
„Diese Biographie der Madame Curie, die zuerst 1937, drei Jahre nach ihrem Tod, erschien, wurde ein aufsehenerregender Welterfolg. Das Leben der berühmten Physikerin und Nobelpreisträgerin Marie Curie, die das Radium entdeckte, wird von ihrer Tochter Eve erzählt. Anhand von Briefen, Tagebüchern und Erinnerungen schildert Eve Curie die Geschichte dieser ungewöhnlichen Frau, die 1867 in Warschau geboren wurde, als Studentin nach Paris ging und dort in jungen Jahren bereits mit ihren Entdeckungen die Naturwissenschaft unseres Jahrhunderts entscheidend prägte. Nach monatelangen Versuchen und unter Mithilfe ihres Mannes Pierre Curie gelingt es ihr, das Radium zu entdecken. 1903 beschließt daraufhin die Akademie der Wissenschaften in Stockholm, den Nobelpreis für Physik je zur Hälfte an Henri Becquerel und an Pierre und Marie Curie zu verleihen. Nach dem Tod ihres Mannes arbeitet Marie Curie unermüdlich weiter; sie hält als erste Frau Vorlesungen an der Sorbonne, und 1911 spricht ihr die Akademie der Wissenschaften den Nobelpreis für Chemie zu.“ (Quelle: Verlagsseite)
Meine Meinung
Ich habe schon einige Bücher gelesen und Reportagen über Marie Curie gesehen, war aber unglaublich neugierig darauf, wie ihre eigene Tochter das Leben dieser berühmten Mutter beschreibt. Und obwohl ich bereits viel wusste, hat mir diese Biografie noch einmal ganz neue, intime Einblicke geschenkt.
Eve Curie beginnt ihr Buch mit den entbehrungsreichen Jahren in Polen, erzählt vom mühsamen Studium in Paris und führt uns bis zu den weltverändernden Entdeckungen von Radium und Polonium. Als erste Frau überhaupt wurde Marie Curie schließlich mit zwei Nobelpreisen ausgezeichnet und krempelte die damalige Männerwelt der Wissenschaft komplett um.
Die gelungene Zusammenschrift aus persönlichen Briefen, Tagebucheinträgen, eigenen Erinnerungen und historischen Fakten schafft ein unheimlich lebendiges Porträt einer Frau, die sich bedingungslos der Forschung verschrieb – und schlussendlich an den Folgen des jahrelangen, ungeschützten Kontakts mit Radioaktivität starb.
Ich fand dieses Buch schlichtweg großartig und war beim Lesen vollkommen eingenommen. Eve Curie hat hier eine wunderschöne, zutiefst feinfühlige Liebeserklärung an ihre Mutter geschaffen, die für mich zu keiner Sekunde in Kitsch abdriftete. Dieser nahbare Schreibstil und die kluge Mischung aus Dokumenten und ganz eigenen Erlebnissen haben dafür gesorgt, dass ich Marie Curie plötzlich klar vor mir sehen konnte. Ich habe sie als eine sehr ruhige, in sich gekehrte Frau erlebt, die das Rampenlicht keineswegs suchte und der all die Auszeichnungen im Grunde völlig egal waren. Sie hat schlichtweg für ihre Arbeit gebrannt.
Mir hat besonders imponiert, wie sorgfältig ihr Werdegang als Frau und Mutter mit allen Höhen und Tiefen der damaligen Zeit erzählt wird. Natürlich habe ich mich beim Lesen auch gefragt, ob die Familie bei so viel extremer Hingabe für die Forschung manchmal etwas zu kurz kam. Doch davon ist im Buch nichts zu spüren; Eve deutet das mit keinem Wort an. Im Gegenteil: Aus jeder einzelnen Zeile spricht eine tiefe Verbundenheit und eine Begegnung zwischen Mutter und Tochter auf Augenhöhe. Mich hat das berührt, weil es zeigt, wie wissenschaftliche Exzellenz und echte Herzenswärme zusammenpassen.
Dass eine Frau im 19. Jahrhundert die Wissenschaft so umwälzte, dass niemand mehr an ihr vorbeikam, hat mir riesigen Respekt eingeflößt. Für mich ist diese Biografie ein absolutes Highlight.
Mein Fazit
„Madame Curie“ ist eine meisterhafte, zutiefst berührende Biografie über eine der faszinierendsten Persönlichkeiten überhaupt. Der nahbare Stil und die wunderbare Mischung aus Dokumenten und Erinnerungen lassen die Legende Marie Curie lebendig werden. Ein rundum inspirierendes, starkes Buch über Mut, Hingabe und weibliche Exzellenz, das mich vollkommen begeistert hat.

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