[Rezension] Eva Pramschüfer - "Weisser Sommer"

Eva Pramschüfer - Weisser Sommer
Gegenwartsliteratur
 

 Verlag: Argon Hörbuch
 ISBN-13: 978-3-732-48585-7
 Dauer: 454 Minuten
 Erschienen: 17.4.2026
 Sprecherin: Jodie Ahlborn

   
Zum Inhalt
„Eigentlich lieben Alma und Théo einander. Ihre erste Begegnung fühlte sich an wie der Anfang von etwas Großem, die Zeit danach wie ein Versprechen. Und doch stehen sie jetzt zwischen zwei Wahrheiten: Sie lieben sich, und dennoch liegt ihre Beziehung in Trümmern.
Wie erkennt man, ob man gemeinsam glücklich sein kann – oder glücklicher allein wäre? Auf der Suche nach Antworten verbringen die beiden noch einen Sommer in dem Haus von Almas Eltern in Frankreich und schwören, es erst zu verlassen, wenn sie Gewissheit haben: festhalten oder loslassen.“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Die Geschichte führt in die sommerliche Abgeschiedenheit eines Hauses in Frankreich, wohin sich das junge Paar Alma und Théo für einige Wochen zurückzieht. Eigentlich verbindet die beiden eine tiefe Liebe, doch ihre Partnerschaft steht vor den Trümmern gescheiterter Erwartungen. In dieser erzwungenen Isolation wollen sie sich der ultimativen Frage stellen, ob ihre Beziehung noch eine Chance hat oder ob das Loslassen der einzige Ausweg ist. Ohne Ablenkung von außen blicken sie auf ihre unterschiedlichen Lebensentwürfe und suchen nach Gewissheit über das, was zwischen ihnen zerbrochen ist.

Dieser leise und melancholische Roman hat mich durch seine ehrliche, gefühlvolle Erzählweise sehr berührt. Wer hier ein großes, aufregendes Beziehungsdrama erwartet, wird nicht fündig werden; die Geschichte entfaltet ihre Wirkung ganz ruhig und entschleunigt.

Präzise zeigt die Autorin, dass Beziehungen nicht an einem einzigen, lauten Knall scheitern. Stattdessen sind es hier die kleinen Dinge, das Nichtgesagte, der Stolz und leise Verletzungen, die das Fundament langsam bröckeln lassen. 

Es gibt keinen offensichtlichen Schuldigen und keinen offensichtlichen Bruch, was die Geschichte für mich glaubwürdig und lebendig macht. Dabei verschiebt sich der Blick der beiden aufeinander im Laufe der Zeit: Was anfangs noch nach Freiheit und Aufbruch schmeckte, wirkt plötzlich verpflichtend und gefangen. 

Der Schreibstil von Eva Pramschüfer ist wunderschön, poetisch und unglaublich atmosphärisch. Der plötzliche Einstieg mitten in die brüchige Phase der Liebe baut sofort eine unterschwellige Spannung auf, während die Rückblenden nach und nach das Gesamtbild zusammensetzen. 

Auch die Sprecherin Jodie Ahlborn macht einen großartigen Job; sie fängt diese feinfühlige Entwicklung in den vielen kleinen Momenten perfekt ein und hat mich ganz nah an die Gedankenwelten der Figuren herangeführt.

Ein Roman, den ich sehr gerne gehört habe. 

Mein Fazit
Eva Pramschüfer ist mit diesem Debüt eine bemerkenswert präzise Beobachtung über das Funktionieren und Scheitern von Liebe gelungen. Der poetische, ruhige Stil passt wunderbar zu der leichten Melancholie, die über der Geschichte schwebt. Ich hatte mit diesem Hörbuch schöne Hörstunden und bin gespannt auf weitere Bücher der Autorin. 


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