[Höreindruck] Caroline Bernard - "Frida Kahlo und die Farben des Lebens"

Caroline Bernard - Frida Kahlo und die Farben des Lebens
Romanbiographie
 

 Verlag: DAV
 ISBN-13: 978-3-742-41209-6
 Dauer: 612 Minuten
 Erschienen: 20.09.2019
 Sprecherin: Luise Helm

   
Buchrückentext
„Coyoacán, Mexiko-Stadt, 1939. In ihrem Atelier vollendet Frida ihr erstes großformatiges Gemälde: das doppelte Selbstporträt »Die zwei Fridas«, das später als eines ihrer bekanntesten und aussagekräftigsten Werke gelten wird. Es ist Dezember, wenige Wochen sind vergangen seit der Scheidung von ihrem untreuen Mann, dem weltberühmten Maler Diego Rivera. In einem Jahr wird sie ihn zum zweiten Mal heiraten. Frida Kahlos Leben ist geprägt von Schicksalsschlägen und der schwierigen Beziehung zu Rivera, die ihren Selbstwert immer wieder auf die Probe stellt. Trotz allen Leidens bewahrt sie ihren Lebenswillen. Sogar dann, als eine Entscheidung ihr ganzes bisheriges Leben in Frage stellt… Ein Muss für Fans von historisch-biografischen Hörbüchern!“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Das Hörbuch startet im Jahr 1939 an einem Wendepunkt in Frida Kahlos Leben: In Mexiko-Stadt arbeitet sie an ihrem berühmten Doppelporträt, während sie die schmerzhafte Trennung von Diego Rivera verarbeitet. Die Erzählung blickt auf ein Leben zurück, das von körperlichen Qualen und einer turbulenten Ehe gezeichnet ist. Trotz aller Rückschläge und tiefen Einschnitte ringt die Künstlerin unentwegt um ihre Freiheit und steht letztlich vor einer Wahl, die ihre gesamte Existenz auf die Probe stellt.

Da ich vor dem Hören dieses Hörbuchs nur sehr wenig über das Leben dieser Malerin wusste, fand ich die biografischen Einblicke sehr interessant. Es ist beeindruckend, was Frida Kahlo alles erleiden musste und wie sie sich selbst immer wieder zurück ins Leben „gemalt“ hat – denn die Malerei ist für sie der Ausdruck, um körperliche Schmerzen und quälende Emotionen zu verarbeiten. Sie sprüht geradezu vor Kraft und Energie und bleibt nie lange am Boden. Gleichzeitig zeigt die Geschichte eine Frau, die trotz des Leids das Leben in vollen Zügen zu genießen wusste – trotz ihrer schwierigen Ehe, unter anderem durch Affären und Liebschaften. Großen Raum in diesem Hörbuch nimmt die Beziehung zu dem Maler Diego Rivera ein. Für mich war dies eher keine Partnerschaft auf Augenhöhe, sondern eine toxische Verbindung und emotionale Abhängigkeit, die ich beim Zuhören nicht nachvollziehen konnte. Etwas zu kurz kamen mir die politischen Einblicke in die damalige Epoche; diese wurden eher oberflächlich angerissen und nicht richtig auserzählt. 

Der Schreibstil von Caroline Bernard ist eher einfach und schlicht gehalten, wodurch sich die Geschichte zwar leicht und flüssig hören lässt, dem Ganzen aber manchmal etwas Tiefe fehlt. Das fängt die Sprecherin Luise Helm jedoch hervorragend auf, da sie die Handlung mit viel Engagement und einer spürbaren Lebendigkeit vorträgt.

Was bleibt ist das Portrait einer starken Frau, die trotz vieler Verletzungen nicht am Leben zerbricht, sondern in ihrer Kunst einen Weg der Verarbeitung gefunden hat. 

Mein Fazit
Das Hörbuch bietet einen leicht zugänglichen Einstieg in eine faszinierende Biografie, selbst wenn man kaum Vorkenntnisse mitbringt. Fridas unbändiger Lebenswille hat mich sehr fasziniert, gerne hätte ich mehr politischen Kontext und auch Einblicke in ihre Kunst bekommen. Luise Helm trägt die Geschichte mit ihrer lebendigen Stimme wunderbar vor und macht die emotionale Zerrissenheit der Künstlerin greifbar. Für mich ist es ein Porträt von Frida Kahlo, das neugierig macht auf mehr. 

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