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24. März 2025

[Rezension] Susann Pásztor - "Von hier aus weiter"

Susann Pásztor - Von hier aus weiter
Gegenwartsliteratur
 

ISBN-13: 978-3-73242-161-9
Dauer: 364 Minuten
Erschienen: 26.2.2025
Sprecherin: Ruth Reinecke

   
Zum Inhalt
„Nach dreißig Jahren Ehe ist Marlene plötzlich Witwe. Einsam und perspektivlos sitzt sie in ihrem großen leeren Haus und verweigert jegliche Unterstützung, ignoriert die Anrufe ihrer Freundin und plant stattdessen ihren Suizid. Bis eines Tages ein unerwarteter Besucher vor der Tür steht – und nicht nur er bringt ihre Pläne gehörig durcheinander.“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Marlene hat die letzten 30 Jahre an der Seite ihres Mannes Rolf gelebt – jetzt ist sie alleine, nachdem ihr Gatte sich entschlossen hat, sein Leben zu beenden, bevor der Krebs es tut. Was bei Marlene bleibt, sind eine innere Leere und eine Wut auf Rolf, nur mit Schlafmitteln und Alkohol kann sie sich betäuben. Nur Jack gegenüber, einem Klempner und ehemaligen Schüler von ihr, öffnet sie sich ein wenig – und er schafft es dann auch, sie zu einem Roadtrip der besonderen Art zu überreden. 

Es sind schwere Themen, die Susann Pásztor in diesem Roman anspricht – und trotzdem ist es keine schwermütige Geschichte, sondern eine, die Mut macht und Hoffnung schenkt. Denn die Autorin schafft eine gute Balance zwischen Ernst und Leichtigkeit, ohne dabei ins Triviale abzurutschen. Und so sind Themen wie Suizid, Tod und Trauer in eine unterhaltsame Geschichte gepackt. 

Marlene ist kein leichter Charakter, und es hat gedauert, bis sie einen Weg in mein Herz gefunden hat. Sie ist ein eher kühler Typ, hat einen eigenen Kopf und tritt so anderen Menschen, die es gut mit ihr meinen, auch schon mal auf den Schlips. Da verwundert es nicht, dass sie nach Rolfs Tod nahezu alleine dasteht. Sie hat aber auch einen ganz feinen subtilen Humor und nimmt sich damit auch schon mal selber auf die Schippe – das mochte ich total gerne. Der Klempner Jack ist da ganz anders – er ist zugewandt, freundlich und geduldig und schafft es so, Marlene aus ihrem Schneckenhaus zu locken. Die beiden sind ein ungewöhnliches Gespann, ergänzen sich aber ganz hervorragend – und nein, es ist keine Liebesgeschichte, die sich da anbahnt, da muss man keine Sorge haben. 

Der Schreibstil ist klar und direkt, mit viel Situationskomik und einer Prise Ironie, was natürlich vor allem der Figur Marlenes geschuldet ist. Die Sprecherin Ruth Reinecke hat die kühle und trockene Art Marlenes wunderbar transportiert, an manchen Stellen aber wirkt es doch ein wenig zu kalt und leider auch ein wenig „wie aufgesagt“. Dabei passt ihre leicht rauchige Stimme aber sehr gut zur Protagonistin. 

Die erste Hälfte des Buches hat mich absolut begeistert, da stehen Marlenes Gedanken im Vordergrund – und vieles konnte ich sehr gut nachvollziehen. In der zweiten Hälfte geht es dann auf einen Roadtrip nach Wien – warum, verrate ich natürlich nicht, das aber hat mich ein bisschen aus der Geschichte gerissen und den Schwerpunkt des Romans in eine andere Richtung gepackt. 

Trotzdem insgesamt ein herzerwärmendes Buch, das ich gerne gehört habe und das am Ende – trotz der schweren Themen – ein gutes Gefühl zurücklässt. 

WERBUNG: Vielen Dank an Netgalley und den Argon-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

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