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Laura Purcell - "Die stillen Gefährten"

30. März 2025

[Höreindruck] Amy McCulloch - "Der Aufstieg"

Amy McCulloch - Der Aufstieg
Thriller
 

 Originaltitel: „Breathless“ (2022)
 Übersetzerin: Leena Flegler
 Verlag: Osterwold Audio    
 ISBN-13: 978-3-8449-3185-3
 Dauer: 710 Minuten
 Erschienen: 28.7.2022
 Sprecherin: Britta Steffenhagen

   
Zum Inhalt
„Diese Story ist die Chance ihres Lebens: Cecily darf als Erste den berühmten Bergsteiger Charles McVeigh interviewen, nachdem dieser innerhalb eines Jahres alle vierzehn Achttausender bestiegen hat. Die Sache hat nur einen Haken: Cecily bekommt das Interview erst, wenn sie mit ihm den letzten Gipfel, den Manaslu, erklommen hat. Die kleine Gruppe macht sich auf den Weg, da kommt es im Basislager zu einem tragischen Unfall. Und Cecily erhält eine Nachricht: »Ein Mörder ist am Berg, bring dich in Sicherheit!« Mit jedem Höhenmeter steigt die Gefahr, nicht ohne Grund nennt man diese Höhen die Todeszone. Doch dieser Aufstieg ist besonders tödlich, denn einer von ihnen ist ein“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Im Moment mag ich Bücher total gerne, in denen Berge eine Rolle spielen – ein Bergsteiger-Thriller war für mich etwas Neues und Willkommenes. 

Cecily ist Reporterin – sie hat die Chance auf ein exklusives Interview mit dem berühmten Bergsteiger Charles McVeigh, das bekommt sie aber nur, wenn sie ihn auf der Tour zu seinem letzten Achttausender begleitet. Sie ist keine erfahrene Bergsteigerin, daher bereiten ihr Wetter und der Berg selber durchaus Probleme. Als dann ein Teammitglied tot an einem Seil hängend aufgefunden wird, ist sie sicher: Unter ihnen ist ein Mörder. 

Die Atmosphäre am Manaslu hat die Autorin sehr gut eingefangen – ich habe viel über das Bergsteigen erfahren, konnte die Kälte spüren, die Erschöpfung fühlen und mich der Gefahr der Todeszone kaum entziehen. 

Der Plot selber ist leider an einigen Stellen sehr konstruiert, vor allem aber braucht es doch lange, bis richtig Schwung in die Geschichte kommt, und auch dann gibt es immer wieder Längen. Als Thriller würde ich das Buch daher nicht bezeichnen, auch wenn das Ende ein wirklich fulminantes ist und sich dort dann auch die Dinge überschlagen.  

Cecily, aus deren Sicht die Geschichte erzählt ist, war nicht unsympathisch, ihre Handlungen konnte ich aber häufig nicht verstehen oder nachvollziehen. Sie ist eine unerfahrene Bergsteigerin und wundert sich nicht über die Bedingung für das Interview. Sie hadert mit ihren Misserfolgen an anderen Bergen – und das dann auch sehr häufig. Dass sie sich trotzdem nicht vorher mehr vorbereitet hat, fand ich schon merkwürdig. Sie versucht auf eigene Faust, den Mörder zu finden, was unter den gegebenen Umständen schwierig ist. Und so gerät sie immer wieder in Situationen, die brenzlig sind, vor allem aber auch, weil Cecily oft naiv und leider auch dumm handelt. 

Überhaupt kommt es am Berg zu vielen Streitereien – ich mag gar nicht glauben, dass dort wirklich Profis unterwegs waren, denn manches Verhalten war wirklich kindisch. 

Der Erzählstil ist angenehm – auch wenn es deutliche Längen gibt, ist die Atmosphäre am Berg sehr gut eingefangen – und das hat mich auch beim Buch gehalten. Die Sprecherin Britta Steffenhagen hat eine angenehme Stimme und hat das Buch sehr gut eingesprochen – an der gelungenen Atmosphäre ist sie mit ihrer Betonung und Präsentation sicher beteiligt. 

Als Thriller hat das Buch für mich nicht funktioniert, aber die ganze Szenerie, die Atmosphäre am Berg und die Beschreibungen beim Aufstieg fand ich großartig. Wer also einen Pageturner erwartet, sei gewarnt, ich aber fühlte mich trotzdem gut unterhalten. 


3 Kommentare:

  1. Hallo Sabine,

    stimmt, als Thriller gibt es nicht so viel her. Aber die Atmosphäre mochte ich total gern und von daher hat es mich auch gefesselt. Diese Cecily war schon ein Fall für sich. Gesunder Menschenverstand war da weniger im Spiel, wenn man sich auf diese Weise auf einen 8000er wagt.

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Ja - die Atmosphäre mochte ich auch. Kennst du noch andere Bücher, die die so gut einfangen konnten?

      Ich habe mir jetzt noch Dan Simmons "Der Berg" zugelegt - da geht es ja um die Erstbesteigung des Mount Everest - kennst du das?

      LG Sabine

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    2. Hallo Sabine,

      oh ja, "Der Berg" habe ich vor Jahren gelesen! Das fand ich nicht schlecht, obwohl es sehr langsam erzählt wird. Das ist bei mir schon 10 Jahre her, habe ich gerade gesehen. Ich bin so frei und lasse den Link zu meiner Rezension hier: https://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.com/2015/04/rezension-der-berg-dan-simmons.html

      Richtig gut gefallen hat mir "Angstrausch" von Sarah Lotz: https://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.com/2018/10/rezension-angstrausch-sarah-lotz.html
      In diesem Buch geht es auch auf den Mount Everest, aber es spielt nicht nur am Berg.

      Dann ist mir auch noch "The Ascent. Der Aufstieg" von Ronald Malfi gut in Erinnerung. Auch hierzu lasse ich dir den Link da: https://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.com/2020/01/rezension-ascent-der-aufstieg-ronald.html

      Ich hoffe, es ist okay, wenn hier zu den Rezensionen verlinke.

      Hast du denn noch ähnliche Bücher in petto?

      Liebe Grüße
      Nicole

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