[Rezension] Leila Rasheed - "Rückkehr nach Somerton Court"

Leila Rasheed - Rückkehr nach Somerton Court (Somerton Court #1)
Historischer Roman

Verlag: Fischer-Verlage
Covergestaltung: bürosüd®, München
Umschlagabbildung: Arcangel Images
ISBN-13: 978-3-596-19689-0
Seiten: 384 Seiten
Erschienen: 22. August 2013
Originaltitel: „At Somerton“
Übersetzerin: Maria Andreas 

Zum Inhalt 
„Im Jahre 1912 kehrt die Familie Averley - Lord Westlake und seine beiden Töchter - aus einem luxuriösen Leben in Indien auf ihr herrschaftliches Anwesen Somerton Court in England zurück. Während sich die Dienerschaft hastig auf die Ankunft der Herrschaft vorbereitet, trifft eine schockierende Nachricht ein: Lord Westlake wird auch seine neue Verlobte und ihre drei Kinder mitbringen. Doch nicht nur das sorgt für große Unruhe. Es gibt Gerüchte, Lord Westlake sei wegen eines schrecklichen Skandals aus den Diensten als Gouverneur in Bengalen entlassen worden und schon bald wird offenbar, dass es auch finanziell nicht gut um die Familie bestellt ist. All das sorgt für große Spannungen sowohl bei der Herrschaft als auch der Dienerschaft. Lady Ada, Lord Westlakes Tochter, sieht sich gezwungen, zwischen ihrem eigenen Glück und der Familienehre zu wählen, Sebastian muss sich gegen Erpressungen durch einen früheren Diener – und Liebhaber – zur Wehr setzen und das liebenswürdige Hausmädchen Rose gerät in einen Skandal, der die Macht haben könnte, das Ansehen der Averleys für immer zu ruinieren.“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Ich habe mich sehr auf diese Reihe gefreut, da ich historische Bücher mag, die in englischen Herrenhäusern spielen und bei denen mal Einblick sowohl in die Gedanken und Handlungen der Herrschaften, aber auch der Dienerschaft erhält – und ich wurde nicht enttäuscht.

Das Buch fesselt von der ersten Seite an und die verschiedenen Perspektiven, aus der die Geschichte geschrieben ist, erhöhen zudem noch mal die Spannung. Der allwissende Erzähler berichtet mal aus Sicht der Herrschaften, mal aus Sicht der Bediensteten, so dass ich mich wunderbar in die verschiedenen Figuren einfühlen konnte und es sehr spannend fand, die verschiedenen Perspektiven kennenzulernen. Dabei gibt es nicht nur einen Protagonisten, sondern viele Charaktere, die eine mal größere, mal eine kleinere Rolle einnehmen. Sicherlich steht im Vordergrund aber die junge Ada, die eigentlich bald heiraten soll und für die ein passender Mann gesucht wird, die aber selber viel lieber studieren und sich mehr für das Wahlrecht für Frauen einsetzen würde. Aus der  Dienerschaft ist es Rose, die eine zentrale Rolle einnimmt. Seit sie zur Zofe „aufgestiegen“ ist, muss sie aber bald, dass ihr jetzt nicht mehr jeder wohlgesonnen ist. 

Die Charaktere sind alle wunderbar gezeichnet, lebhaft und sehr authentisch. Da taucht vielleicht das eine oder andere Klischee auf, das aber konnte ich gut verschmerzen, weil die Figuren einfach glaubhaft waren – trotz mancher Stereotype. Ich hatte sie alle vor Augen, manchmal sogar ihre Stimmen im Ohr. Jeder hat eine eigene Geschichte, fast jeder auch ein Geheimnis und es Spaß gemacht, die verschiedenen Figuren in ihren eigenen Geschichten, die aber dennoch alle miteinander verstrickt sind, zu begleiten. 

Der Schreibstil ist sehr lebendig und locker, passt aber dennoch zur Zeit und hat mich tatsächlich in eine andere Epoche entführt. Bildreich und oft sehr beschwingt schafft es die Autorin, die damalige Stimmung und Atmosphäre einzufangen – ich zumindest hatte stets Bilder vor Augen, nicht nur von den Charakteren, sondern auch von der Landschaft und natürlich von Somerton Court selber. Es gibt so viele Eindrücke, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, immer Neues zu entdecken – dabei war die Geschichte aber dennoch nicht überladen, sondern leicht und sehr unterhaltsam. Es gibt Geheimnisse und Intrigen, wahre Liebe, Neid und Missgunst, aber auch Freundschaft und das dicke Band der Familie. Einiges wird in diesem ersten Band der Trilogie auch aufgelöst, aber einige Fragen bleiben am Ende doch offen und machen mich als Leser neugierig auf den nächsten Band. Zum Glück ist der schon erschienen und ich muss nicht lange warten. Ich gebe diesem Einstiegsbuch 4 von 5 Sternen und bin gespannt, wie es mit Somerton Court und seinen Bewohnern weiter geht.  

Mein Fazit
Geheimnisse und Intrigen prägen diese Geschichte, die mich hat abtauchen lassen in das englische Herrenhaus Somerton Court Anfang des 20. Jahrhunderts. Aus Sicht sowohl der Herrschaften, aber auch der Bediensteten geschrieben, habe ich mich gut in die verschiedenen Figuren hineinversetzen können und Einblicke in ihre Handlungen und Gefühle bekommen – zudem wird die Geschichte so spannend und fesselnd erzählt, und der leichte und sehr lebendige Schreibstil lässt die Seiten nur so dahinfliegen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und bin nun gespannt, wie es mit Somerton Court weitergeht – diesem ersten Band der Trilogie gebe ich 4 von 5 Sternen.

Somerton Court
1. Rückkehr nach Somerton Court
2. Schatten über Somerton Court
3. Sehnsucht nach Somerton Court


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