[Rezension] Paul Auster - "Unsichtbar"

Paul Auster - Unsichtbar
Gegenwartsliteratur
 

Originaltitel: „Invisible“
ISBN-13: 978-3-898-13966-3
Dauer: gekürzt, 440 Minuten
Erschienen: 24. Juli 2010
Sprecher: Burghart Klaußner

   
Zum Inhalt
„New York 1967: Adam Walker ist ein introvertierter Student mit literarischen Ambitionen. Auf einer Party lernt er Rudolf Born und dessen verführerische Freundin kennen und stürzt sich in eine unheilvolle Dreiecksbeziehung. Adams Leben nimmt eine dramatische Wendung, als die mühsam verborgene Gewalttätigkeit Borns hervorbricht und einen Menschen das Leben kostet. 40 Jahre später schreibt Adam die dramatischen Ereignisse jenes Sommers auf und hinterlässt eine Geschichte mit vielen Unbekannten.“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Ich weiß nicht, warum ich zu diesem Hörbuch gegriffen habe, aber irgendwie reizt mich der Autor mit seinen Geschichten, obwohl ich die eine, die ich bisher gelesen habe, gar nicht so sehr überzeugen konnte. Umso erfreulicher, dass mir dieses Hörbuch sehr gut gefallen hat.

Mich hat die Geschichte von Anfang an gefesselt – Adam Walker, der Protagonist, lernt auf einer Feier Rudolf Born kennen, der ihm anbietet, eine Literaturzeitschrift mit ihm zusammen herauszugeben. Zwischen beiden entwickelt sich eine eigenartige Freundschaft, die eine Wendung nimmt, als Born einen Menschen tötet, dieser Mord aber ungestraft bleibt. Palmers einziges Ziel ist nun, die Wahrheit an die Öffentlichkeit zu bringen – er schreibt sein Wissen auf und gibt es einem guten Freund zum Lesen. Doch ist das wirklich die Wahrheit, die sich da offenbart?

Paul Auster hat mich mit dieser Geschichte wirklich gefesselt – zum einen, weil er lebendig erzählt und ich mich als Teil der Geschichte gefühlt habe, zum anderen aber, weil es so interessante Wendungen und Überraschungen gibt und Themen angesprochen werden, an die ich gar nicht gedacht hätte, dass sie in der Geschichte auftauchen könnten. Es geht um Freundschaft, Liebe, Intrige, aber auch um Wahrheiten, Lügen und Interpretationen. Ich mochte die Art, wie er die Themen einbringt, sehr, denn es geht um ein Buch in einem Buch und das auf verschiedenen Erzählebenen. Ich fand das sehr gelungen, obwohl es zwar sehr viel Aufmerksamkeit kostete, aber auch viele Anregungen gegeben hat, das eine oder andere zu reflektieren. Einiges bleibt offen, und es gibt nicht immer die eine, richtige Antwort, und obwohl ich offene Enden sonst nicht mag, hat es mich hier nicht gestört. 

Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, überhaupt nicht stereotyp, so dass man sich über manche Handlung auch nicht wundert. Ich mochte den Protagonisten Adam total gerne, auch wenn er im Verlauf der Geschichte manchmal meine Stirn zum runzeln gebracht hat und er zur Doppelmoral neigt, gefallen haben mir aber seine Zielstrebigkeit und auch seine Emotionalität.

Burghart Klaußner als Sprecher ist großartig – vor allem, wenn man wie ich gesetzte Stimmen mag. Er hat die Charaktere für mich zum Leben erweckt und eine tolle Atmosphäre geschaffen – einfach schon mit seiner Art, das Buch vorzulesen. 

Ich bin begeistert von dieser Geschichte und gebe 5 von 5 Sternen.


2 Kommentare:

  1. Hallo Sabine,
    merke ich mir doch gerne mal vor auf meiner Hörbuchliste :)
    "Blutroter Schatten" war für mich übrigens ein 5 Sterne Hörbuch ;)

    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Da bin ich gespannt, was du dazu sagen wirst!

      Ich musste bei "Blutroter Schatten" immer an Das Schweigen der Lämmer denken - du nicht? Aber spannend war es, das auf jeden Fall!

      LG Sabine

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