[Rezension] Jane Johnson – "Die zehnte Gabe"

Jane Johnson – Die zehnte Gabe
Zwei Zeitebenen 

Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur, München
Umschlagmotiv: FinePic, München
ISBN-13: 978-3-442-20325-3
Seiten: 477 Seiten
Erschienen: 18. August 2008
Originaltitel: „The Tenth Gift“
Übersetzer: Pociao

Buchrückentext
„Als Julia Lovet ihren Liebhaber Michael ein letztes Mal in einem teuren Londoner Restaurant trifft, schenkt er ihr zum Abschied ein altes Buch. Bei genauerer Betrachtung entdeckt sie zu ihrem großen Erstaunen hinter den verblassten Seiten einen versteckten Text: An einem Sonntagmorgen des Jahres 1625 segeln berberische Piraten nach Mount’s Bay in Cornwall, stürmen die Kirche und nehmen sechzig Menschen gefangen, um sie auf dem Sklavenmarkt in Nordmarokko zu verkaufen. Unter ihnen ist auch die junge Catherine Anne Tregenna, der es gelingt, ihr Stickereibuch mitzunehmen und hinter den sichtbaren Seiten versteckt ein geheimes Tagebuch zu führen. Nun, fast vierhundert Jahre später, merkt Julia, dass ihr Leben unentrinnbar mit dem von Catherine verbunden ist…“

Meine Meinung
Der Roman liegt schon sehr lange bei mir, irgendwie aber war ich nie in der richtigen Stimmung für das Buch – jetzt aber war es so weit und ganz ohne Erwartungen bin ich an die Geschichte herangegangen und wurde positiv überrascht.

In der Gegenwart bekommt Julia ein altes Buch über die Stickerei geschenkt – da sie selber genau das beruflich macht, war sie natürlich neugierig. Doch das Buch bietet mehr als nur einfache Stickvorlagen – es ist nämlich das Tagebuch von Catherine, die im Jahr 1625 vor der Küste Cornwalls von Piraten verschleppt wird. Beide Erzählstränge haben mir gefallen, obwohl ich den der Vergangenheit doch noch ein wenig spannender fand.

Julia in der Gegenwart ist schon ein sehr eigenwilliger Charakter – ich mochte sie zwar, konnte aber viele ihrer Handlungen nicht nachvollziehen. Schon dass sie das Tagebuch in Etappen liest und dann erst ein wenig recherchiert über das Gelese, habe ich nicht verstanden – ich hätte es in einem Rutsch durchgelesen. Trotzdem war es natürlich spannend, wie sich nach und nach die Puzzleteile zusammensetzen und dann auch immer mehr klar wird, wie die Verbindung von ihr zu Catherine ist. Catherine aus dem Erzählstrang der Vergangenheit ist eine tolle Frau, die sicherlich auch viel Glück hatte bei ihrer Verschleppung, die dann aber weiß, ihr Talent einzusetzen und so ihrem Leben eine ganz neue Wendung geben kann. Die Verschleppung durch die Piraten ist ein historisch belegtes Ereignis, Einzelheiten dazu gibt es jedoch nur wenige, so dass die Autorin Möglichkeit hatte, die Geschichte selber zu gestalten. Ich finde, das ist ihr sehr gut gelungen – nicht nur weil es Spaß gemacht hat zu lesen, sondern auch, wie ich es so schlüssig fand.

Nicht so gelungen fand ich in der Gegenwart die Liebesgeschichte, die ich im letzten Drittel nicht gebraucht hätte – auch Julias Exfreund war mir als Charakter zu konstruiert, als dass ich ihm sein Verhalten so abgenommen hätte – und erst recht habe ich nicht verstanden, warum Julia sich von ihm immer wieder hat umgarnen lassen.

Der Schreibstil ist lebendig und gerade die Geschehnisse in Marokko waren sehr farbenprächtig erzählt, so dass ich viele Bilder im Kopf hatte. Trotz vieler Beschreibungen wird es aber nie langweilig, sicher auch, weil die Geschichte spannend ist und man der Auflösung um Catherines Schicksal entgegenfiebert.

Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, so dass ich 4 von 5 Sternen vergebe.

Mein Fazit
Eine unterhaltsame Geschichte, die auf zwei Zeitebenen spielt und in die Vergangenheit in das 17. Jahrhundert in Marokko entführt – hier ist die Atmosphäre sehr lebendig und prachtvoll, der Erzählstrang der Gegenwart ist dagegen ein bisschen blass. Trotzdem ist es spannend, wie sich die Erzählstränge nach und nach zusammenfügen – ich habe das Buch sehr gerne gelesen und gebe 4 von 5 Sternen.

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