[Rezension] Benedict Wells - "Fast genial"

Benedict Wells - Fast genial
Gegenwartsliteratur

Verlag: Diogenes
Umschlagillustration: David Hockney, „Rainy Night on Bridlington Promenade“, 2008
ISBN 13: 978-3-25724-198-3
Seiten: 336 Seiten
Erschienen: 23. April 2013

Zum Inhalt
„Die unglaubliche, aber wahre Geschichte über einen mittellosen Jungen aus dem Trailerpark, der eines Tages erfährt, dass sein ihm unbekannter Vater ein Genie ist. Gemeinsam mit seinen Freunden macht er sich in einem alten Chevy auf die Suche nach ihm. Eine Reise quer durch die USA – das Abenteuer seines Lebens.“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Dies ist das letzte Buch von Benedict Wels, das noch ungelesen in meinem Regal stand – für mich zählt dieses zu seinen schwächeren oder anders gesagt – man merkt, dass er noch deutlich jünger war, als er es geschrieben hat.

Der Plot klingt total interessant und ich war sehr neugierig auf die Geschichte. Deshalb bin ich auch drangeblieben, obwohl ich mich anfangs schwer getan habe mit dem Schreibstil, der jugendlich und umgangssprachlich ist und bei dem ich einfach schöne Sätze vermisst habe, wie ich es in anderen Büchern des Autors bekommen habe. Ich muss aber gestehen, dass der Stil zu den Protagonisten passt, die alle noch sehr jung sind und durch die jugendliche Sprache auch authentisch wirken. Francis ist knapp 20, als er sich auf die Suche nach seinem Vater macht, begleitet wird er von seinem Freund Groover und Anne-May. Die drei sind ein ungewöhnliches Gespann, weil sie ganz unterschiedliche Typen sind und wie zusammengewürfelt wirken – was sie tatsächlich auch sind. So richtig sympathisch war mir keiner der drei – und ich frage mich, ob es tatsächlich an den Gedanken und Handlungen lag, die mir völlig fremd waren oder doch am Alter – denn die Anfang Zwanziger sind bei mir schon eine Weile her.

Ich dachte, der Schwerpunkt der Geschichte läge mehr auf der Beziehung zwischen Francis und seinem am Anfang noch zu suchenden Vater – tatsächlich aber ist die Geschichte mehr ein Road-Trip quer durch die USA, auf dem die drei sich selbst und auch das andere Geschlecht neu entdecken. Dies hat mich thematisch einfach nicht so angesprochen, obwohl die Geschichte lebendig erzählt war und vor allem auch der Twist im letzten Drittel wirklich gut war.

Ich muss sagen, dass ich mich einfach zu alt gefunden habe für das Buch, was es natürlich nicht zu einer schlechten Geschichte macht. Vielleicht ist ein jüngerer Leser mehr gefangen in der Geschichte, die an Road Movie und Entwicklungsroman erinnert – ich gebe daher leider nur 3 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Ich hatte vom Klappentet her nicht erwartet, mich in einem Road Movie und Entwicklungsroman wiederzufinden und hatte doch so meine Probleme mit den Protagonisten, die alle um die 20 Jahre alt sind. Der Schreibstil ist absolut passend, hat mir aber mit seiner Umgangssprache und Flapsigkeit nicht gut gefallen. Das Buch lässt sich flott lesen, trotzdem hatte ich nur wenig Lesefreude und gebe daher 3 von 5 Sternen.


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