[Rezension] Peter Prange - "Die Philosophin"

Peter Prange - Die Philosophin (Weltenbauer-Reihe #2)
Historischer Roman

Verlag: Knaur-Verlag
ISBN-13: 978-3-426-62771-6
Seiten: 576 Seiten
Erschienen: 1. Dezember 2004

Buchrückentext
„Paris 1747. Von Gott und den Menschen verraten, gerät Sophie in die brodelnde Hauptstadt des Königreichs. Um zu überleben, arbeitet sie im Café "Procope", Treffpunkt der Freidenker und Aufrührer. Gegen ihren Willen verliebt sie sich in einen Gast: Denis Diderot. Der Philosoph plant das gefährlichste Buch der Welt seit der Bibel, eine Enzyklopädie mit dem ganzen Wissen der Menschheit - Sprengstoff für die morsche Monarchie. Schon bald begreift Sophie, dass es dabei um viel mehr geht als nur um ein Buch. Es geht um ihr eigenes Leben, ihr Recht auf Freiheit, Liebe und Glück.“

Meine Meinung
Peter Prange schafft es immer wieder, mich schon nach wenigen Seiten zu fesseln und in eine Geschichte reinzusaugen – so war es auch bei diesem Buch, dem zweiten Band der Weltenbauer-Reihe, deren Bände aber in sich abgeschlossen sind und somit auch nicht der Reihe nach gelesen werden müssen.

Das Buch spielt in Frankreich, im 18. Jahrhundert, wenige Jahre vor der französischen Revolution. Es tauchen einige bekannte historische Persönlichkeiten auf, wie zum Beispiel Denis Diderot, Voltaire, Madame Pompadour, im Mittelpunkt steht aber Sophie Volland, eine junge Frau, die sich Hals über Kopf in Denis Diderot verliebt und deren Leben von genau dieser Liebe – mit all seinen Höhen und Tiefen – geprägt ist. 

Die Geschichte entwickelt einen ganz eigenen Sog, und ich habe viel über die Zeit und das Leben damals gelernt. Obwohl Sophie die Protagonistin ist, steht aber auch Denis Diderot mit seinem Schaffen der ersten Enzyklopädie im Vordergrund, der er sein Leben widmet und dafür einiges in Kauf nimmt. Und das war es auch, was mich bei dem Buch ein bisschen gestört hat, dass es einige rote Fäden in der Geschichte gab, die aber nicht richtig auf ein gemeinsames Ziel hinsteuern. Vieles wird angerissen, aber leider nur oberflächlich behandelt, dabei hätte es in vielen Punkten noch so viel mehr zu sagen gegeben. Mal rückt Sophie und ihre Geschichte sehr in den Vordergrund, dann ist es wieder die Enzyklopädie und Sophie ist fast vergessen – ich hätte mir da einen eindeutigeren Schwerpunkt gewünscht oder eine intensivere Verknüpfung, denn Potential hatten wahrlich beide Geschichten. Durch den Wechsel jedoch ist für mich Spannung verloren gegangen und gerade im Mittelteil gab es dann leider auch einige Längen. 

Auch diesmal wieder hat der Autor Wahrheit und Fiktion vermischt, diesmal aber schien mir die Fiktion den größeren Anteil einzunehmen. Im Nachwort erklärt Peter Prange dann anhand einer Zeittafel, was historisch belegt ist, und da wird dann auch klar, dass vieles eben erdacht ist.

Manche Charaktere sind sehr gut gezeichnet, wie zum Beispiel Denis Diderot oder auch Madame Pompadour, leider nur ist Sophie als Protagonistin eher blass geblieben. Sie war mir zwar nicht unsympathisch und ich habe auch mit ihr gelitten, aber richtig ans Herz gewachsen ist sie mir leider nicht. Dafür aber hat mich der Schreibstil wieder überzeugen können – er ist sehr lebendig und bildreich, langweilt nicht durch langatmige Beschreibungen und schafft vor allem eine historische Atmosphäre beim Lesen. Dabei bleibt er aber trotzdem  leicht und flüssig zu lesen, so dass die Seiten rasch dahinfliegen.

Mich hat das Buch fesseln und packen können, auch wenn es im Mittelteil ein paar Längen gab – trotzdem fand ich die Geschichte interessant und hat mir auch noch mal ein paar Details geliefert, die mir so nicht bekannt gewesen sind. Dennoch würde ich das Buch nicht als das Beste des Autors bezeichnen – verdient hat es in meinen Augen knappe 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Eine interessante Geschichte, die sich mit der Entstehung der ersten Enzyklopädie in Frankreich beschäftigt, bei der es aber auch eine Liebesgeschichte gibt. Durch den bildreichen und lebendigen Schreibstil liest sich das Buch schnell weg und kann auch über einige Längen im Mittelteil hinweghelfen, dafür aber gibt es tolle Einblicke in dieses mir eher wenig bekannte Kapitel französischer Geschichte. Von mir gibt es für dieses Buch knappe 4 von 5 Sternen.

Weltenbauer-Reihe
1. Die Principessa
2. Die Philosophin
3. Die Rebellin


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