[Rezension] Peter Prange - "Die Rebellin"

Peter Prange - Die Rebellin (Weltenbauer-Reihe #3)
(auch unter dem Titel „Miss Emily Paxton“ erschienen)
Historischer Roman

Verlag: Droemer-Knaur
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: Thomas Sully
ISBN 13: 978-3-426-63160-7
Seiten: 557 Seiten
Erschienen: 1. Januar 2007

Buchrückentext
„London, 1851. Emily ist der Liebling ihres Vaters Joseph Paxton und seine engste Mitarbeiterin beim Bau des gigantischen Kristallpalasts anlässlich der Weltausstellung. Sie ist voller Bewunderung für ihn und ebenso wie er vom Glauben an den Fortschritt erfüllt. Dann trifft sie Victor wieder, den Freund aus Kindertagen. Die beiden verlieben sich ineinander – und Victor zeigt ihr seine Welt. Bisher kannte Emily nur das strahlende, moderne London ihres Vaters, jetzt sieht sie Armut, Krankheit und Tod. Emily muss sich entscheiden: zwischen ihrem bewunderten Vater und ihrem Geliebten.“

Meine Meinung
Ich gebe zu, ein Fan von Peter Pranges Büchern zu sein und auch mit diesem dritten Band der Weltenbauer-Reihe hat er mich nicht enttäuscht: Die Geschichte hat mich von Anfang an gepackt, und Emily Paxton ist eine sympathische Protagonistin, die ich gerne begleitet habe. 

Es hat nur wenige Absätze gebraucht, dass ich mich in die Geschichte hineingesogen fühlte. Diesmal entführt der Autor den Leser nach London, in die Zeit der ersten Weltausstellung, die von Joseph Paxton und Henry Cole geplant und organisiert wird. Josef Paxtons Tochter Emiliy steht dabei im Mittelpunkt der Geschichte, eine aufgeweckte junge Frau, die sich abseits der damaligen Konventionen bewegt und ihren eigenen Weg geht. 

Peter Prange ist es gelungen, die Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen – es war eine aufregende Zeit, in der vieles im Umbruch steckte, trotzdem aber waren die Klassenunterschiede groß. Als Leser bekommt man sowohl Einblicke in das Leben der “Kuchenesser“, die Menschen, die sich um ihr Leben keine Gedanken machen müssen und denen das Geld ganz nebenbei zufliegt, aber auch in das harte Leben der Arbeiter, der „Steckrübenesser“, die schwer schuften müssen, um sich und ihre Familie irgendwie über Wasser zu halten. Dabei schreibt der Autor so lebendig und lebensnah, dass ich viele Szenen genau vor Augen hatte und die Geschichte wie ein Film auf mich wirkte. 

Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und jeder hat eine eigene Geschichte, die ihn glaubhaft und authentisch macht. Es sind viele historische Persönlichkeiten, die hier auftauchen, und oft ist es schwierig, ihnen in einem Roman gerecht zu werden, ich finde aber, dies ist dem Autor wunderbar gelungen und er hat ihnen richtiggehend Leben eingehaucht. Einzig Viktor, der Jugendfreund Emilys ist eine fiktive Figur – das merkt man beim Lesen aber gar nicht, denn er und seine Geschichte verbinden sich wunderbar mit der von Emily. 

Emily habe ich von Anfang an mein Herz geschlossen; sie ist eine aufgeweckte junge Frau, die nicht einfach alles hinnimmt, sondern sich ihre eigene Meinung bildet und dann auch versucht, sie umzusetzen – natürlich eckt sie damit oft an und stößt bei den damaligen Normen rasch an ihre Grenzen. Ich mochte aber auch Emilys Vater sehr gerne, weil er so menschlich und warmherzig wirkte. Viktor war mir nicht ganz so sympathisch, dennoch aber fand ich ihn als Figur sehr interessant, weil er so viele unterschiedliche Facetten geboten hat. 

Der Schreibstil ist gewohnt angenehm, passt sich der damaligen Zeit an und ist dennoch gut lesbar; er wirkt sehr lebendig und ohne langatmige Beschreibungen schafft der Autor eine wunderbare Atmosphäre – ich zumindest hatte viele Bilder vor Augen, und nicht nur das – oft hörte ich auch das Klappern der Pferde auf den Straßen, konnte den Unrat riechen, die Menschen reden, lachen oder weinen hören – bei mir waren wirklich alle Sinne angesprochen. 

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und fühlte mich sehr gut unterhaltern – ich gebe gute 4 von 5 Sternen und freue mich auf weitere Bücher des Autors.

Mein Fazit
Eine fesselnde Geschichte, die sich um die erste Weltausstellung in London spinnt, mit sehr gut gestalteten Charakteren und einem lebendigen Schreibstil, der mich völlig in die Geschichte hineinziehen konnte. Ich habe mich beim Lesen sehr wohl gefühlt und gebe daher gerne gute 4 von 5 Sternen. 

Weltenbauer-Reihe
1. Die Principessa
2. Die Philosophin
3. Die Rebellin


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