[Rezension] Delia Owens – "Der Gesang der Flusskrebse"

Delia Owens – Der Gesang der Flusskrebse
Roman 

ISBN-13: 978-3-844-92228-8
Dauer: ungekürzt, 784 Minuten
Erschienen: 22.7.2019
Originaltitel: „Where the Crawdads Sing“
Übersetzer: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
Sprecher: Luise Helm

Zum Inhalt 
„In den 1960er-Jahren schwirren viele Gerüchte über Kya Clark durch die ruhige Küstenstadt Barkley Cove. Isoliert lebt sie im Marschland mit seinen Salzwiesen, Sandbänken, Buchten. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Zwei junge Männer werden auf die wilde Schöne aufmerksam, und Kya öffnet sich einem neuen Leben – mit dramatischen Folgen. Als einer der beiden tot aufgefunden wird, sind sich die Bewohner sicher: Das »Marschmädchen« ist schuld.“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Schon lange wollte ich dieses Buch lesen oder hören – ich habe nur auf den richtigen Zeitpunkt gewartet; und den hatte ich jetzt und konnte so diese interessante Mischung aus Krimi, Gerichtsdrama und Coming-of-Age richtig genießen.

Der Einstieg in die Geschichte ist noch sehr ruhig und fast schon behäbig – es gibt zwei Zeitebenen, bei denen ich zuerst nicht wusste, wie sie zusammenhängen, und insgesamt ist die Atmosphäre zwar dicht, aber es passiert nicht viel. Dafür aber gibt es tolle Naturbeschreibungen, die sehr eindringlich und packend sind, so dass es nie langweilig ist und ich ein sehr genaues Bild im Kopf hatte, wo die Geschichte spielt. Nach und nach kommt dann doch etwas Bewegung in die Handlung und man ahnt, dass alles auf etwas Furchtbares und Schreckliches hinausläuft. Und so kommt es dann auch. Sind es in der ersten Hälfte vor allem Geschichten ums Erwachsenwerden und das-sich-durchkämpfen, gibt es in der zweiten Hälfte neben Kriminalelementen vor allem auch einen langen Abschnitt, den man als Gerichtsdrama bezeichnen würde. 

Eigentlich bin ich kein Freund von Genremixen, hier aber hat es mir sehr gut gefallen, weil dadurch der Spannungsbogen stetig angestiegen ist – und das, obwohl die Autorin einen eher unaufgeregten Schreibstil hat, der eindringlich und dicht ist, mit schönen Sätzen und Worten, der aber eben nicht zu einem Krimi passt. Hier aber hat es funktioniert – und zwar sehr gut.

Delia Owens hat sich sehr viel Mühe mit der Charakterisierung gegeben und so ungewöhnliche, vielschichtige und liebenswerte Figuren geschaffen. Ich konnte nicht anders, als sie ins Herz schließen, auch wenn es doch einige richtige Eigenbrötler gibt, deren Verhalten man nur verstehen kann, wenn man ihre Geschichte kennt. Gerade die Protagonistin Kya ist sehr eigen, hat aber trotz allem, was ihr geschieht, ihr gutes und liebenswertes Wesen behalten. Ich mochte sie sehr gerne und habe mit ihr gelitten und nachher auch gefiebert – denn sie gerät im wahrsten Sinne des Wortes zwischen die Fronten. 

Die Sprecherin Luise Helm kenne ich schon von vielen anderen Hörbüchern und mag ihre Stimme sehr gerne – und auch diesmal hat sie es geschafft, die vielen verschiedenen Stimmungen im Buch einzufangen und zu transportieren. Mit ihr hat man eine sehr gute Wahl getroffen.

Was bleibt mir mehr zu sagen? Eine tolle Geschichte, der ich gerne 5 von 5 Sternen vergebe.

Mein Fazit
Die Geschichte beginnt ruhig und beschaulich, doch das ändert sich im Laufe des Buches – lernt man zunächst die verschiedenen Charaktere kennen und deren Umstände, kommt bald Spannung auf und alles mündet in einem packenden Gerichtsdrama. Dabei hat die Autorin sich ihren eindringlichen und atmosphärisch dichten Schreibstil bewahrt – ich habe das Hörbuch genossen und gebe 5 von 5 Sternen.


Kommentare:

  1. Klingt auf jeden Fall sehr spannend. Genau mein Genre, danke für den Tipp!

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  2. Hallo Sabine,

    das ist eines meiner liebsten Bücher und ich freue mich, dass es dir auch so gut gefallen hat. Ich mochte die bildhaften Naturbeobachtungen und fühlte mich wie dorthin gebeamt. Was für ein toller Roman, hoffentlich schreibt die Autorin bald mal wieder etwas.
    Als Hörbuch sorgt Luise Helm sicher für ein tolles Erlebnis, ihre Stimme und Intonation ist wunderbar.

    Liebe Grüße und bleib schön gesund
    Barbara

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    1. Stimmt - die Naturbeschreibungen haben mir auch sehr gut gefallen, sie waren so eindringlich und intensiv! Luise Helm war eine sehr gute Wahl - ich bin gespannt, ob die Autorin bald etwas neues veröffentlicht.

      LG Sabine

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  3. Ich überlege auch, ob ich das Buch lesen soll. Nach Deiner Rezension rückt es weiter auf die das-lese-ich-als-nächstes-Liste.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende
    Babsi

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    1. Ich schubse es noch mal ein Stückchen nach oben - es ist eine tolle Geschichte!

      LG Sabine

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  4. Liebe Sabine,
    schön, dass dich das Buch auch so abholen konnte. Es gehörte zu meinen Highlights.
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Liebe Martina - absolut, ich war auch richtig begeistert. Und du kennst mich gut genug, dass du weißt, dass ich selten 5 Sterne vergebe. :-D
      Ich hoffe, es gibt bald Nachschub von der Autorin!
      LG Sabine

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  5. Schönen guten Morgen!

    Das Buch hab ich ja schon seit längerem auf meiner Wunschliste, es gehört jetzt nicht zu den typischen Büchern die ich sonst lese, aber es macht mich immens neugierig!
    Deine Meinung klingt definitiv toll und jetzt freu ich mich gleich noch mehr drauf :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Ich fand es großartig - gerade auch, weil sich die Genres so durchmischen. Ich empfehle es auf jeden Fall weiter - und auch wenn es anders ist als das was du sonst so liest, kann ich mir gut vorstellen, dass es auch dir gefallen wird!
      LG Sabine

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