[Rezension] John Marrs – "Die gute Seele"

John Marrs – Die gute Seele 
Psychothriller 

Verlag: Edition M
Umschlaggestaltung: zero-media.net, München
Umschlagabbildung: © es/Frederic Cirou/Alamy
ISBN 13: 978-2-919-80392-7
Seiten: 461 Seiten
Erschienen: 11. Dezember 2018
Originaltitel: „The Good Samaritan“
Übersetzer: Tanja Lampa

Zum Inhalt 
„Wer die Telefonseelsorge anruft, braucht Hoffnung. Und die Bestätigung, dass das Leben lebenswert ist. Doch wer Pech hat, wird mit Laura verbunden. Sie redet nicht nur gern mit Menschen, denen es schlechter geht als ihr. Sie verzehrt sich regelrecht danach. Denn Laura will niemandem Mut zusprechen. Sie will hören, wie die verzweifelten Anrufer sich das Leben nehmen. 

Als sich seine schwangere Frau Hand in Hand mit einem Fremden das Leben nimmt, bricht Ryans Welt zusammen. Was trieb sie in den Tod? Seine Nachforschungen führen ihn auf Lauras Spur und er beginnt das perfide Spiel zu durchschauen. Ryan ahnt nicht, zu welch drastischen Mitteln sie greifen wird, um ihr Geheimnis zu bewahren ...“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Der Autor ist  im Moment mit seinen neuen Werken in aller Munde – als ich dann dieses Buch im Sale gesehen habe, dachte ich, es ist eine gute Gelegenheit, den Autor kennenzulernen. Und da mich der Klappentext neugierig gemacht hat, habe ich das Buch dann mitgenommen.

Ich weiß gar nicht, wie ich es bewerten soll, denn es war eine Achterbahnfahrt beim Lesen – zwischendurch fand ich es so dämlich, dass ich es abbrechen wollte, dann aber wurde es sehr spannend und ich wollte wissen, wie der Autor die Geschichte auflöst; zu guter Letzt fand ich vieles sehr abstrus und krank, aber gefesselt war ich dennoch. 

Es sind nur wenige Personen, die in diesem Thriller vorkommen. Im Mittelpunkt steht Laura, die bei der Telefonseelsorge arbeitet und Menschen, die sich suizidieren wollen, genau dabei unterstützt und begleitet - bis ihr eines Tages jemand auf die Schliche kommt und Laura ihr wahres Gesicht zeigt.

Es ist schwer, zu diesem Thriller etwas zu schreiben, ohne zu spoilern – vielleicht aber so viel: Es ist eine böse Geschichte, und was zunächst ganz harmlos beginnt und erscheint, wächst sich zu einem blutigen Thriller aus mit Charakteren, die böse sind und vor nichts zurückschrecken. Es klingt alles etwas konstruiert, dennoch aber im Bereich des Möglichen – und das macht es für mich auch so gruselig. Die Charaktere sind sehr besonders – und der Autor schafft es, ganz verschiedene Facetten an ihnen zu zeigen. Was erst verwirrend und unlogisch klingt, löst sich nach und nach auf und macht dann am Schluss auch Sinn. 

Der Schreibstil ist passend zu einem Thriller – direkt und umgangssprachlich, auf den Punkt, mit kurzen Kapiteln, die die Spannung erhöhen.

Am Ende löst sich ein Großteil der Fragen zwar auf, dennoch aber ist das Ende ein Offenes – so als ob es noch einen zweiten Teil geben soll. Mich hat das nicht gestört, von vielen wurde das aber bemängelt.
Fühlte ich mich also unterhalten? In gewisser Weise schon, weil es spannend war und der Autor mich tatsächlich an der Angel hatte – andererseits fand ich die Geschichte auch brutal und abstrus, ich musste oft den Kopf schütteln, weil es so grausam und verrückt war. Ich gebe mal (relativ willkürliche) 4 Sterne, weil das Buch hält, was es verspricht – ein spannender Psychothriller zu sein.

Mein Fazit
Was relativ gemächlich beginnt, wird rasch zu einem grausamen und brutalen, dafür aber auch spannenden Thriller, der mich gefesselt hat und an vielen Stellen hat staunen lassen – einfach weil es furchtbar ist, was Menschen alles so anrichten können. Es war abstrus und konstruiert, trotzdem aber auch spannend und gruselig. Ich gebe 4 von 5 Sternen. 


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