[Rezension] Stephanie Grimm - "Schlaft doch, wie ihr wollt"

Stephanie Grimm - Schlaft doch, wie ihr wollt
Sachbuch

Verlag: Pantheon Verlag
Umschlaggestaltung: Büro Jorge Schmidt, München
Umschlagabbildung: © Oliver Weiss /oweiss.com
ISBN-13: 978-3-570-55264-3
Seiten: 233 Seiten
Erschienen: 8. März 2016

Buchrückentext
„Der Schlaf führt, obschon immens wichtig, in unserer Gesellschaft ein Schattendasein: Diskutiert wird er nur dann, wenn er Ärger macht. Stephanie Grimm will den Schlaf zurückerobern, denn er ist keine vergeudete Lebenszeit, sondern Freizeit in Reinform. Deshalb sollte jeder wissen, was da nachts eigentlich vor sich geht, und sein individuelles Schlafbedürfnis kennen – und durchsetzen.“

Meine Meinung
Mich interessiert das Thema Schlaf sehr, deshalb war ich auch neugierig auf dieses Buch. Wer jetzt aber denkt, einen Ratgeber in den Händen zu halten, wird wahrscheinlich enttäuscht sein, denn Tipps und Tricks gibt es in diesem Büchlein kaum – vielmehr aber viele interessante Informationen und Aspekte rund um das Thema „Schlaf“, von denen einige bekannter, andere dafür umso unbekannter sind.

Die Welt des Schlafes ist bunt – das macht dieses Buch noch mal deutlich. Schlaf wird in unterschiedlichen Kulturen, in anderen Ländern und auch in verschiedenen Altersgruppen völlig unterschiedlich bewertet, und letztlich spielt natürlich auch eine Rolle, wie man selbst zu diesen für mich zumindest sehr wertvollen und überhaupt nicht überflüssigen Stunden steht. 

Die Autorin hat sehr gut recherchiert – das merkt man auf nahezu jeder Seite. Sie gibt Einblicke in ganz unterschiedliche Aspekte des Schlafes. In anderen Kulturen wird Schlaf ganz anders gesehen als bei uns, in anderen Ländern ist das Schlafen schon in den Alltag integriert und wird nicht nur als lästige Notwendigkeit gesehen. Unterschiedliche Gesellschaften bewerten Schlaf und Müdigkeit ganz verschieden – ist es in der einen eher ein Ausdruck von Schwäche, kann das in einer anderen genau das Gegenteil ein. Auch die Verbindung von Schlaf zu Beruf und Alltag in einer Welt, in der es gilt, stets „on“ zu sein, fand ich sehr interessant, genauso wie die verschiedenen Schlaftypen, bei denen es zwischen Lerche und Eule noch viele Abstufungen gibt und das Gros der Menschen irgendwo dazwischen anzusiedeln ist.

Dabei ist sich die Schlafforschung über viele der Abläufe immer noch nicht schlüssig, wozu sie dienen und was genau in ihnen geschieht. Zwar weiß man mittlerweile einiges über die verschiedenen Stadien des Schlafes, das große Mysterium aber ist immer noch nicht gelüftet. 

Obwohl die Autorin viele Einblicke in die Welt des Schlafes, seine kulturellen und wissenschaftlichen Aspekte liefert, blieben für mich viele Themen nur angerissen und wurden wenig konkret behandelt. Vielleicht liegt das daran, dass ich eben doch einen Ratgeber erwartet hatte, der mir Tricks und Tipps zum eigenen Schlaf liefert, den habe ich nicht bekommen - dafür aber ein zwar gut lesbares, aber irgendwie immer nur an der Oberfläche kratzendes Sachbuch. Bei vielen Aspekten hätte ich mir einfach mehr Tiefe gewünscht, dafür vielleicht nicht eine ganz so breite Darstellung der vielen verschiedenen Aspekte des Schlafes.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen – und neben wissenschaftlichen Erklärungen, die rundum verständlich sind, gibt es oft auch Passagen, die zum Schmunzeln einladen. Insgesamt lädt das Buch ein, seine eigene Einstellung zum Schlafen zu überdenken und vielleicht auch zu ändern. Und auch wenn mir vieles bekannt war, hat mir das Buch in einigen Punkten noch mal die Augen zu diesem wichtigen Thema geöffnet. Ich gebe dem Buch 3,5 von 5 Sternen – und wenn man weiß, dass es sich eben nicht um praktische Tipps im Sinne eines Ratgebers handelt, wird man durch beim Lesen sicher nicht enttäuscht werden.    

Vielen Dan an den Pantheon-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Kommentare: