[Rezension] Petra Schier – "Das Gold des Lombarden"

Petra Schier – Das Gold des Lombarden (Aleydis #1)
Historischer Roman

Verlag: rororo-Verlag
Umschlaggestaltung: any.way, Barbara Hanke /Cordula Schm,idt
Umschlagabbildung: Bjanka Kadic, Ildiko Neer /Arcangel Images; Erich Lessing /akg-images; PLRANG ART /shutterstock.com
ISBN 13: 978-3-499-27088-8
Seiten: 446 Seiten
Erschienen: 20. Oktober 2017

Buchrückentext
„Köln, 1423. Aleydis de Bruinker ist noch nicht lange mit dem lombardischen Geldverleiher Nicolai Golatti verheiratet, als dieser unter mysteriösen Umständen zu Tode kommt. Man findet ihn erhängt – hat er sich das Leben genommen? Aleydis will das nicht glauben. Und tatsächlich: Sie entdeckt Male, die auf einen Mord hinweisen.
Potentielle Täter gibt es genug, Golatti hatte viele Feinde. Die junge Witwe stellt Nachforschungen an. Zu Hilfe kommt ihr dabei ausgerechnet Gewaltrichter Vinzenz van Cleve, dessen Vater der größte Konkurrent Golattis war. Wider Willen beginnt sie, van Cleve zu vertrauen, der der Wahrheit verpflichtet scheint und doch ein düsteres Geheimnis birgt. Schon bald schwebt Aleydis in großer Gefahr, und es sieht aus, als sei ihr einziger Verbündeter in den Mord verstrickt …“

Meine Meinung
Ich liebe historische Romane und war deshalb gespannt auf das neue Buch von Petra Schier – nachdem ihre Adelina-Reihe abgeschlossen ist, beginnt nun eine neue Reihe. Auch diese spielt wieder im mittelalterlichen Köln, im Jahr 1423, im Mittelpunkt steht diesmal aber die junge Aleydis de Bruinker, die unter mysteriösen Umständen ihren Mann verliert und sich nun alleine um die Wechselstube kümmern muss. Daneben versucht sie noch, Licht in die Umstände des Todes ihres Mannes zu bringen – und muss dabei leider einige unschöne Dinge über ihn erfahren.

Von Anfang an bin ich in der Geschichte abgetaucht und fühlte mich gleich im historischen Köln heimisch. Mit Aleydis hat die Autorin wieder eine sympathische Protagonistin geschaffen, die zwar noch sehr jung und daher in manchen Situationen etwas unerfahren und naiv wirkt, die aber auch nicht auf den Mund gefallen ist und sich zu Wehr zu setzen weiß. Beim Versuch, den Tod ihres Gatten aufzuklären, tappt sie in manchen Fettnapf -  zum Glück steht ihr der Gewaltrichter Vinzenz van Cleve zur Seite. Seine Figur fand ich sehr gelungen – er hat Ecken und Kanten, wirkt oft mürrisch und bevormundend, hat aber einen weichen Kern, der immer wieder durchblitzt und den er nicht ganz verbergen kann. Die beiden geben sich manches interessante Wortgefecht, und oft musste ich schmunzeln bei diesen Schlagabtauschen. Aber auch andere Charaktere fand ich sehr gelungen, wie die beiden Knechte in Nicolais Haushalt oder die beiden „Stief-Enkelinnen“. Wer die Adelina-Reihe kennt, dem werden zudem einige alte Bekannte über den Weg laufen – ich mochte es zu lesen, was mit den liebgewonnenen Charakteren weitergeschieht, und trotzdem beginnt mit diesem Band eine ganz eigene Geschichte.

Man erhält viele Einblicke in das mittelalterliche Leben, insbesondere auch, wie es in einer Wechselstube zugeht. Die Aufklärung des Todesfalles steht dabei zunächst gar nicht so sehr im Mittelpunkt, dennoch aber treibt er die Geschichte voran. Auch wenn ich schon früh eine bestimmte Person in Verdacht hatte und damit letztlich auch richtig lag, war es spannend und interessant und zu keinem Zeitpunkt langweilig. 

Der Schreibstil ist – wie ich es von Petra Schiers Büchern nicht anders kenne – flüssig zu lesen. Obwohl er eher leicht und beschwingt wirkt, konnte er doch die Atmosphäre des historischen Kölns einfangen. Gefallen hat mir auch die historische Karte Kölns, die einen groben Überblick über die Handlungsorte gibt. Das vorangestellte Personenregister habe ich kaum gebraucht, finde ich aber dennoch toll, wenn man mal schnell nachschauen will, wer wer ist.

Mir hat dieser Auftakt wirklich gut gefallen – ich hatte schöne Lesestunden und freue mich schon auf die Folgebände. Diesem gebe ich 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Ein schöner Auftakt einer neuen Reihe mit einer sympathischen Protagonistin und einem interessanten Todesfall, der sich im Verlauf der Geschichte aufklärt. Ich hatte schöne Lesestunden und fühlte mich ins historische Köln entführt – bei dem angenehmen und leicht zu lesenden Schreibstil halte ich dieses Buch auch gerade für Einsteiger ins Genre historischer Roman sehr geeignet. Ich gebe ihm 4 von 5 Sternen.

Vielen Dank an die Autorin und den rororo-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

1 Kommentar:

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