[Höreindruck] John Williams - "Butcher's Crossing"

John Williams - Butcher's Crossing
Historischer Roman, Abenteuerroman

Verlag: Der Audio Verlag
ISBN-13: 978-3-86231-491-1
Dauer: 537 Minuten
Erschienen: 1.3.2015
Originaltitel: „Butcher’s Crossing“
Übersetzer: Bernhard Robben
Sprecher: Johann von Bülow

Hörbuchrückentext
„Kansas, 1870: Der Student Will Andrews kehrt Harvard den Rücken, um im Wilden Westen sein Glück zu finden. Er landet in Butcher's Crossing, einem Ort mitten im Nirgendwo. Dort wimmelt es von rastlosen Männern, Huren und zwielichtigen Gestalten. Auf der Suche nach Geld und Abenteuern schließt sich Andrews einer Gruppe von Büffeljägern an. Nach einer strapaziösen Reise gelangen sie ans Ziel und geraten, besessen vom Töten der Büffel, in einen Blutrausch. Bald holt der Winter sie ein. Erst im Frühjahr, halb wahnsinnig durch Hunger und Kälte, können sie heimkehren. Doch was sie erwartet, ist eine Welt, die sich genauso endgültig verändert hat wie sie selbst.“

Meine Meinung
Obwohl ich keine großen Erwartungen an dieses Hörbuch hatte und es nur ausgewählt habe, weil ich schon viel Gutes über den Autor gehört habe, war ich doch überrascht über die Geschichte – vordergründig könnte man sie für einen Abenteuerroman im Wilden Westen halten, schaut man aber genauer hin, ist es eine ist es eine interessante Charakterstudie.

Im Jahr 1870 machen sich vier Männer auf zur Büffeljagd, jeder hat eine andere Motivation, der eine will seinen Lebenstraum erfüllen, der andere will einfach nur Geld verdienen und wieder ein anderer will sich so am Leben fühlen. Doch es kommt alles anders als gedacht und als die Jäger endlich wieder in das kleine Städtchen Butcher’s Crossing zurückkehren, hat sich hier alles verändert.

Zwei Dinge sind mir sofort aufgefallen – zum einen der Sprecher Johann von Bülow, der anfangs etwas steif wirkt, der dann aber diese Steifheit ablegt und der Geschichte einen ganz eigenen Stempel aufdrückt, indem er wunderbar die ausgiebigen Beschreibungen vorträgt, aber auch den verschiedenen Charakteren mit seiner Stimme Leben einhaucht. Zum anderen der Schreibstil des Autors, der sehr ausufernd beschreibt und wirklich keine Kleinigkeit auslässt, dabei aber wenig Emotionen schafft, sondern zwar bildreich, aber dennoch klar und nüchtern Dinge beschreibt, aufzählt oder erzählt.

Anfangs dachte ich, es handelt sich um einen Abenteuerroman und vordergründig ist es auch tatsächlich so – man bekommt eben durch die ausführlichen Beschreibungen ein sehr genaues Bild, wie es damals in der Prärie ausgesehen hat, was die vier Männer während ihrer Jagd erleben und machen – so hat man nicht nur Bilder vor Augen, sondern auch Gerüche in der Nase und spürt den Wind um die Ohren. Interessant ist aber das, was in den Männern vor sich geht – und das wird nicht einfach nur beschrieben, sondern das fühlt man beim Lesen bzw. Hören, ihre Gefühle und Gedanken, was sich zwischen ihnen abspielt und wie sie miteinander umgehen. 

Es gibt für mich aber auch ungeklärte Dinge, manch einen habe ich in seiner Motivation nicht verstanden, und auch das Ende war mir zu „unspektakulär“ – irgendwie hatte ich da mit was anderem gerechnet. Dennoch habe ich die Geschichtchen gerne gehört, vor allem hat mich der Schreib- und Erzählstil begeistert, so dass ich gewiss zu weiteren Büchern des Autors greifen werde. Diesem Buch gebe ich knappe 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Hat man zunächst den Eindruck, sich in einem Abenteuerroman im Wilden Westen zu befinden, merkt man bald, dass in dieser Geschichte auch eine Charakterstudie vierer ungleicher Männer steckt. Beeindruckend fand ich vor allem den Schreibstil, der sehr bildreich und manchmal auch ausufernd ist, dabei aber dennoch trocken und präzise erscheint und wenig Emotionen schafft. Das Ende hat mich leider etwas enttäuscht, da hatte ich mit etwas „spektakulärerem“ gerechnet, dennoch hat mich das Buch gut unterhalten, so dass ich knappe 4 von 5 Sternen vergebe. 


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