[Höreindruck] Jocelyne Saucier - "Ein Leben mehr"

Jocelyne Saucier - Ein Leben mehr
Gegenwartsliteratur

Verlag: Steinbach sprechende Bücher
ISBN-13: 978-3-869-74224-3
Dauer: ungekürzte Ausgabe, 5 CDs, 318 Minuten
Erschienen: 23. Dezember 2015
Originaltitel: „ Il pleuvait des oiseaux“
Übersetzerin: Sonja Finck
Sprecher: Beate Rysopp, Wolfgang Berger

Zum Inhalt 
„Dies ist die Geschichte von drei alten Männern, die sich in die nordkanadischen Wälder zurückgezogen haben. Von drei Männern, die die Freiheit lieben. Eines Tages aber ist es mit ihrer Einsiedelei vorbei. Zuerst stößt eine Fotografin zu ihnen, sie sucht nach einem der letzten Überlebenden der Großen Brände, einem gewissen Boychuck. Kurze Zeit später taucht Marie-Desneiges auf, eine eigensinnige, zierliche Dame von achtzig Jahren. Die Frauen bleiben. Und während sie dem Rätsel um Boychucks Überleben nachgehen, entsteht etwas unter diesen Menschen, das niemand für möglich gehalten hätte.“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Ich muss gestehen, dass es vor allem das Cover war, das mich magisch angezogen hat – und das, obwohl ich sonst eigentlich kein „Coverkäufer“ bin. Ich glaube aber, ich hätte besser zum Buch gegriffen als zum Hörbuch – denn so interessant und einfühlsam erzählt ich die Geschichte auch fand, hat mich die Umsetzung als Hörbuch nicht überzeugen können.

Und das lag vor allem an der Sprecherin Beate Rysopp. Sie hat zwar eine angenehme Stimme, war mir aber für die Geschichte zur quirlig und hoch – ich hätte mir eine tiefere, mehr in sich ruhende Stimme gewünscht, so dass ich nicht ständig an Chicklit und lustige Frauenromane erinnert werde – aber das ist natürlich mein ganz persönliches Empfinden. Dadurch aber habe ich mich nur schlecht auf die Geschichte selber einlassen können – und bereue mittlerweile, nicht zum Buch gegriffen zu haben.

Denn ich mochte die ruhige Erzählweise, die eindringlichen Worte und vor allem auch die berührenden Erinnerungen – vom emotionalen Ende mal ganz abgesehen. Das, was das Cover ausstrahlte, trifft auch genau den Ton der Geschichte – Ruhe, Besinnlichkeit, Leben und Freiheit sind die zentralen Themen des Buches.  Nur haben mich diese Gefühle nicht richtig erreichen können. Dabei ist der Erzählstil sehr angenehm – eindringlich und behutsam schafft er viel Atmosphäre und weiß, Stimmungen einzufangen. Die Charaktere sind sehr gut gestaltet und nach und nach lernt man sie kennen und schätzen – und auch wenn ich sie nicht richtig ins Herz geschlossen habe (was ich wieder dem Medium zuschreibe), fand ich sie und vor allem ihre Geschichten doch sehr beeindruckend.

Ich werde jetzt etwas Zeit vergehen lassen, um Details der Geschichte zu vergessen, dann aber sicher nochmal zum Buch greifen – denn ich bin überzeugt, dass mich das geschriebene Wort packen wird und ich ein unvergleichliches Leseerlebnis haben werde. Dem Hörbuch kann ich leider nur 3,5 von 5 Sternen geben.


Kommentare:

  1. Danke für die Warnung - ich hab das Buch auf meiner gedanklichen Liste stehen und hatte über eine Hörbuchversion schon nachgedacht. So lasse ich doch lieber die Finger weg. Ich kann das auch sehr gut nachvollziehen, was Du zur Sprecherin schreibst, ich hab da auch eine "schwarze Liste", mit manchen Stimmen kann man generell nicht. Betrifft bei mir mehr Frauen als Männer. Ich mag z.B. Claudia Michelsen als Schauspielerin ab und an ganz gerne, bin aber an einer Hörbuchversion von ihr fast mal verzweifelt und würde auch nicht nochmal was von ihr hören wollen.

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    1. Ich habe sowohl Frauen als auch Männer, die ich als Sprecher nicht mag. Grundsätzlich tue ich mich mit weibcliehn Sprecherinnen aber schwerer. Bei diesem Buch fand ich es nochmal extrem, dass eine Stimme für mcih nciht zur Geschichte gepasst hat. Als Stimme für ein Chicklit-Roman - super, aber nicht für dieses Buch. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß!

      LG Sabine

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