[Leseeindruck] Constanze Wilken - "Ein Sommer in Wales"

Constanze Wilken - Ein Sommer in Wales
Frauenroman

Verlag: Goldmann-Verlag
Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: Masterfile /Robert Harding Images; FinePic®, München
ISBN-13: 978-3-442-47962-7
Seiten: 381 Seiten
Erschienen: 20. Juli 2015

Zum Inhalt 
„Die sechzehnjährige Ally Carter verbringt die Sommerferien mit ihren Eltern und ihrem zehnjährigen Bruder Simon im walisischen Küstenort Cardigan Bay. Als sie sich eines Tages heimlich mit dem Studenten David verabredet, anstatt sich um ihren Bruder zu kümmern, macht sich Simon auf, um das geheimnisvolle Morlan House zu erkunden. Doch Simon kehrt nie zurück; am Abend wird seine Leiche in der Bucht gefunden. Zehn Jahre später: Als Ally den Auftrag erhält, einen Reisebericht über Cardigan Bay und Morlan House zu schreiben, muss sie sich ihren Schuldgefühlen und Ängsten stellen. Doch bei ihren Recherchen macht sie eine schreckliche Entdeckung ...“

Meine Meinung
Liest man den Klappentext, denkt man an eine spannende Geschichte, in der ein rätselhafter Tod aufgeklärt wird. Und mit genau diesen Erwartungen bin ich auch an die Geschichte herangegangen – und wurde leider sehr enttäuscht. Denn der rätselhafte Tod wird eigentlich erst im letzten Drittel des Buches Mittelpunkt des Geschehens, während die Geschichte in den ersten beiden Drittel langsam vor sich hin plätschert.

Ich fand es langweilig, ja, und ich habe die ganze Zeit gewartet, wann denn nun endlich mal was geschieht. Vielleicht empfindet man die Geschichte anders, wenn man von einem Liebesroman oder einer Frauengeschichte ausgeht – denn dem entsprechen die ersten beiden Drittel eher. 

Es gibt zwei Zeitebenen, in denen die Geschichte spielt – einmal 2012, wo die Journalistin Ally einen Artikel über das geheimnisvolle Morlan House schreiben soll, und im Jahr 2002, wo Ally als 16-jährige mit ihren Eltern Urlaub in Wales macht und ihr Bruder nahe des Morlan Houses tödlich verunglückt. Der größte Teil der Geschichte spielt aber in 2012 und es gibt nur einige wenige Rückblicke in die Vergangenheit.

Ally mochte ich als Charakter nicht sonderlich gerne, sie war mir einfach zu wenig aktiv und oft zu seicht – natürlich trägt sie eine schrecklich Schuld mit sich und ist deswegen sehr verletzlich, versucht aber leider auch in keinster Weise, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen – vielmehr suhlt sie sich in ihrem Leid, bricht immer wieder zusammen und weicht den Problemen immer wieder aus. Gemocht habe ich in diesem Buch eigentlich nur Nick, den Fotografen, der Ally bei ihrer Reportage begleitet, leider spielt er nur eine Nebenrolle, in der er vor allem als zuverlässiger und beständiger Freund auftritt.

Die Liebesgeschichte fand ich absolut unglaubwürdig und war mir einfach zu kitschig. Und um die dreht es sich auch in Großteilen des Buches. Der letztlich ungeklärte Tod von Allys Bruder Simon wird zwar immer mal wieder erwähnt in den ersten beiden Dritteln des Buches, richtig auf den Grund gegangen wird ihm aber erst auf den letzten hundert Seiten. Und da kann auch endlich mal etwas Bewegung in die Geschichte.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und die Autorin versteht auch, Landschaften so zu beschreiben, dass man sich alles gut vorstellen kann – aber ein wenig mehr Handlung hätte ich mir in der ersten Hälfte schon gewünscht. So war ich leider nur gelangweilt und genervt und habe das Buch eigentlich nur zu Ende gelesen, um zu erfahren, was es mit Simons Tod auf sich hat. Und diese Auflösung hat mich dann leider auch nicht überzeugen können, weil ich sie eher unglaubwürdig fand.

Mich konnte dieses Buch leider gar nicht überzeugen und ich gebe ihm gutgemeinte 2 von 5 Sternen. Wer zu dieser Geschichte greift, sollte wissen, dass es sich eher um eine Liebesgeschichte und um einen seichten Frauenroman handelt – das, was der Klappentext verspricht nimmt wirklich nur einen kleinen Teil des Buches ein.

Mein Fazit
Mich hat dieses Buch überhaupt nicht überzeugen können. Die ersten beiden Drittel sind langweilig und langatmig, weil nicht viel passiert, das auf dem Klappentext angesprochene Geheimnis wird erst auf den letzten 100 Seiten gelöst, vorher stehen die Protagonistin mit ihren Problemen und eine große Liebe im Vordergrund. Mich hat das Buch eher an einen Frauenroman mit Liebesgeschichte erinnert, meine Erwartungen wurden leider gar nicht erfüllt, so dass ich gutgemeinte 2 von 5 Sternen vergebe.


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