[Reihenvorstellung] Rebecca Gablé - Die Helmsby-Reihe

Rebecca Gable - Die Helmsby-Reihe
Historische Romane 


 Seiten: 893 | 879 | 907 Seiten
 Erschienen: 2002 | 2009 |2025
 ISBN-13:
 978-3-757-70130-7
 978-3-404-14808-0
 978-3-431-03791-3
 Umschlagdesign: 
 © Johannes Wiebel | punchdesign, München
 © Gisela Kullowatz
 © Artwork HildenDesign, München

   
Wer Werke von Rebecca Gablé liest, verbindet ihren Namen meist als Erstes mit der Waringham-Saga. Doch auch die Helmsby-Reihe hat ihren ganz eigenen Reiz: Es ist keine klassische Familiensaga von Vater zu Sohn, sondern eine Schauplatz-Trilogie über den Wandel Englands über gut 100 Jahre hinweg.

Was verbindet Rabenthron, Das zweite Königreich und Hiobs Brüder also miteinander, wenn jahrzehntelange Lücken zwischen den Handlungen liegen?


Der rote Faden: Das Gut Helmsby als Anker der Geschichte

Der wahre Protagonist über alle Bände hinweg ist der Ort selbst: Helmsby. Ein Flecken Erde an der englischen Südostküste, der zum Schicksalsort für völlig unterschiedliche Generationen wird. Rebecca Gablé verknüpft die Romane über das Erbe dieses Landes. Als Leserin erlebt man, wie Schicksale verwoben sind, wie Nachfahren bekannter Namen zurückkehren und wie das Ringen um Eigentum, Heimat und Loyalität das Haus Helmsby immer wieder neu definiert.

Es ist das faszinierende Motiv „Bleiben und Wiederaufbauen“ in einer Welt, die immer wieder aus den Fugen gerät.


Die drei großen Erschütterungen Englands

Jeder der drei Romane greift sich eine kritische Epoche heraus – Momente, in denen die Würfel für das Schicksal der gesamten Insel neu geworfen wurden.

Rabenthron: Feindschaft und Freiheit 

England im Jahr 1013: Nach den Wikingerüberfällen liegt das Land in Trümmern. Ausgerechnet mit seinem dänischen Gefangenen Hakon schließt Ælfric of Helmsby Freundschaft. Während König Æthelred scheitert, die beiden Völker politisch zu vereinen, schaffen die zwei jungen Männer genau das im Kleinen. Ihre Freundschaft führt sie bis an den Hof der machtbewussten Königin Emma. Der historische Konflikt zwischen Angelsachsen und Dänen ist hier kein abstrakter Krieg, sondern die ständige Zerreißprobe für eine persönliche Loyalität.

Das zweite Königreich: Zwischen den Stühlen

Hier erleben wir das Schicksalsjahr 1066 durch die Augen von Cædmon of Helmsby. Wegen eines körperlichen Handicaps von seinem Vater verstoßen, wächst er in Frankreich auf und kehrt Jahre später mit dem Heer von Wilhelm dem Eroberer zurück nach England. Cædmon verkörpert den historischen Schnitt selbst: Als Übersetzer und Vermittler steht er genau zwischen den normannischen Siegern und den unterworfenen Angelsachsen. Die Zerrissenheit des Landes nach der Schlacht von Hastings wird zu seinem persönlichen Spagat – erst recht, als die Liebe zu einer normannischen Dame ihn vor dem König in Lebensgefahr bringt.


Hiobs Brüder. Der Blick von ganz unten 

1147, mitten im zermürbenden Bürgerkrieg, führt uns Rebecca Gablé an den dunklen Rand der Gesellschaft. Losian – der sein Gedächtnis verloren hat – flieht zusammen mit anderen Ausgestoßenen aus einer Inselfestung. Die staatliche Anarchie zeigt sich nicht in Königspalästen, sondern darin, wie ungeschützt die Schwächsten in dieser Zeit waren. Die Suche nach Losians verlorener Identität verwebt sich mit dem Überlebenskampf einer Gruppe, die in einer zusammenbrechenden Welt wieder Fuß fassen muss.





Ganz nah dran an echten Schicksalen

Es ist genau diese Mischung aus großer Historie und tiefmenschlichen Schicksalen, die das Lesen der Helmsby-Bücher zu einem intensiven Erlebnis macht. Man reist nicht einfach nur durch drei Jahrhunderte englischer Geschichte, sondern fühlt und leidet mit den Figuren, die in ihren jeweiligen Epochen Unmögliches leisten müssen. Dazu trägt natürlich der Stil der Autorin bei: Schon nach wenigen Sätzen bin ich mittendrin in dieser fremden Zeit. Ich spüre das Zeitkolorit, habe die Bilder von Burgen und Menschen vor Augen und bin den Charakteren nah, die mit all ihren Stärken und Schwächen unglaublich authentisch gezeichnet sind.

Und welches ist nun mein Lieblingsbuch der Reihe? Ich mochte sie alle drei, aber mein Favorit bleibt Hiobs Brüder – gerade weil die Charaktere so besonders sind und ich sie direkt in mein Herz geschlossen habe.

Eine durch und durch lesenswerte Reihe, die durch verschiedene Zeitalter führt und dabei nie den Blick für das Menschliche verliert.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Teile mir deine Gedanken und Kommentare zu meinem Beitrag mit - ich freue mich sehr auf unseren Austausch!

DATENSCHUTZ: Mit dem Absenden deines Kommentars und dem Einverständnis der Kommentar-Folgefunktion bestätigst du, dass du meine Datenschutzerklärung sowie die Datenschutzerklärung von Google gelesen hast und akzeptierst.