[Rezension] Sven Stricker - "Sörensen geht aufs Haus"

Sven Stricker - Sörensen geht aufs Haus (Sörensen ermittelt #6)
Krimi
 

 Verlag: Audio-to-go
 ISBN-13: 978-3-692-07021-6
 Dauer:  882 Minuten
 Erschienen: 20.2.2026
 Sprecher: Sven Stricker

   
Zum Inhalt
„Sörensen wird von seiner Vergangenheit eingeholt und hadert mit der Gegenwart - sein sechster und bisher persönlichster Fall! Veränderungen stehen an bei Sörensen - und Veränderungen sind wie saure Milch: braucht man nicht. Nachdem er seinen kranken Vater bei sich aufgenommen hat, taucht überraschend auch noch ein alter Schulfreund auf. Schiefel heißt er, und er bringt einen Sack voller Probleme mit. Hinter seinem Haus werden menschliche Leichenteile gefunden. Handelt es sich um die Überreste eines vor Jahren verschwundenen Mädchens? Schon wird aus einem Cold Case ein heißer, steckt Sörensen in der nächsten Mordermittlung. Für die er dringend seine Kollegin Jennifer braucht - die sich allerdings ebenfalls verändern möchte ...“ (Quelle: Verlagsseite)   

Meine Meinung
In Katenbüll wird es für Sörensen dieses Mal richtig ungemütlich, denn die Vergangenheit steht plötzlich direkt vor seiner Tür. Sörensen war gar nicht klar, dass sein alter „bester Freund“ Schiefel auch in Katenbüll lebt, als aber hinter dessen Haus menschliche Knochen im Garten gefunden werden, steckt Sörensen schon mitten in einem verzwickten Cold Case. Auch privat ist bei ihm einiges los – sein krebskranker Vater Alfred ist bei ihm eingezogen und verändert seinen Alltag deutlich, dass Sörensens Kollegin Jennifer kündigen will, belastet ihn zusätzlich. Anstatt ihr jedoch seine wahren Gefühle zu gestehen, flüchtet sich Sörensen in absurde Dating-Versuche, während ihn die Geschichte seiner eigenen Kindheit immer fester im Griff hat.

Ich war sofort wieder mittendrin im tristen Katenbüll und habe mich Sörensen auch in diesem Teil wieder sehr nah gefühlt. Besonders die Szenen mit seinem Vater Alfred haben mir sehr gefallen; während ich Alfred in den Vorgänger-Bänden immer etwas eigenartig fand, habe ich ihn in diesem Band zu schätzen gelernt. Und er ist am Ende sogar die treibende Kraft, die Sörensen privat in die richtige Richtung schubst. Oft musste ich schmunzeln, etwa wie die Knochen in dem Garten zum Vorschein kommen oder bei dem absurden Dating-Abenteuer, war aber gleichzeitig auch bewegt von der Tragik um Alfreds Krankheit. 

Der Kriminalfall ist wieder sehr verzwickt und vielschichtig – erst scheint alles wie ein Nachbarschaftsstreit, dann kommt ein Cold Case ins Spiel und schließlich noch ein unklarer Todesfall, bei dem man nicht genau weiß, wie er mit den Dingen zusammenhängt. Alle zunächst losen Fäden laufen dann aber logisch zusammen – und wieder hatte ich keine Idee, wie man sie alle zusammenbringen kann. Sven Stricker schafft das aber – logisch und glaubhaft.

Die Charaktere sind - wie auch schon in den Vorbänden - lebendig gezeichnet. Sörensen dabei zuzusehen, wie er zwischen der Pflege seines Vaters, den Ermittlungen und der Angst vor Jennys Abschied strauchelt, macht ihn sehr menschlich. 

Der Schreibstil gefällt sicher nicht jedem, ich aber liebe ihn einfach: Er ist gewohnt sarkastisch, pointiert und kommt ohne unnötige Adjektive aus. Immer wieder gibt es Szenen, die mich durch ihre Situationskomik zum Schmunzeln gebracht haben, und gleichzeitig geht der Ernst des Kriminalfalles nicht verloren. Dass die Atmosphäre im norddeutschen Kaff Katenbüll ebenso überzeugend eingefangen ist, macht es für mich wieder mal zu einem besonderen Hörbuch. Dieser Teil ist ein sehr persönlicher von Sörensen, denn es gibt viele Einblicke in seine Vergangenheit – nicht nur in die Beziehung zu seinem Vater, sondern auch in seine eigene Schulzeit. 

Dass Sven Stricker das Hörbuch selbst liest, bleibt für mich das absolute Highlight – seine Stimme ist für mich einfach Sörensen. Er trifft den ironischen und trockenen Ton der Geschichte perfekt und verleiht den Figuren eine ganz eigene Tiefe.

Der Kriminalfall ist auch in diesem Band wieder in sich abgeschlossen, wer die Entwicklung der Figuren aber wirklich genießen will, sollte unbedingt die Vorgänger gelesen oder gehört haben.

Mein Fazit
Für mich ist dies der bisher persönlichste Teil der Reihe. Die Mischung aus einem kniffligen Cold Case, dem Tod eines Menschen in der Gegenwart und den privaten Entwicklungen Sörensens hat mich komplett gefesselt. Sven Stricker als Sprecher bleibt unersetzlich und macht das Hörbuch zu einem authentischen, tragikomischen Erlebnis.

Sörensen ermittelt

WERBUNG: Vielen Dank an Literaturtest und an den Audio-to-go-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Teile mir deine Gedanken und Kommentare zu meinem Beitrag mit - ich freue mich sehr auf unseren Austausch!

DATENSCHUTZ: Mit dem Absenden deines Kommentars und dem Einverständnis der Kommentar-Folgefunktion bestätigst du, dass du meine Datenschutzerklärung sowie die Datenschutzerklärung von Google gelesen hast und akzeptierst.