[Rezension] Rob Reef - "Das Geheimnis von Benwick Castle"

Rob Reef - Das Geheimnis von Benwick Castle (Stableford #2)
Krimi

Verlag: Dryas-Verlag
Umschlaggestaltung: © Guter Punkt, München, Julia Jonas unter Verwendung von Motiven von Thinkstock
ISBN-13: 978-3-940-25860-1
Seiten: 272 Seiten
Erschienen: 25. Mai 2016

Buchrückentext
„Schottland 1937: Sir Alasdair Benwick, Hausherr einer im Rannoch Moor gelegenen Burg, ist verschwunden. Er wollte seine Anwälte in Glasgow aufsuchen, doch auf dem Weg dorthin verliert sich seine Spur. Da die Polizei keinen Anhaltspunkt für ein Verbrechen findet und folglich keine Ermittlungen aufnimmt, bittet Sir Alasdairs Bruder Adrian den Detektiv John Stableford um Hilfe. Dieser sagt zu und macht sich gemeinsam mit seiner Frau Harriet, Dr. Holmes und dessen neuester Eroberung Lady Penelope auf den Weg in die schottischen Highlands.“

Meine Meinung
Dies ist bereits der zweite Fall für den Detektiv John Stableford, doch auch wenn man den ersten Band nicht kennt (so wie ich), kann man dieses Buch sehr gut lesen, ohne das Gefühl zu haben, dass Informationen aus dem ersten Buch fehlen könnten. Dass der Autor inspiriert wurde von Größen wie Agatha Christie und Sir Arthur Conan Doyle merkt man schnell – und ich muss sagen, dass es ihm sehr gut gelungen ist, diese dem britischen Krimi ganz eigene Atmosphäre einzufangen. 

Sir Alisdair Benwicks Bruder Adrian macht sich Sorgen – nachdem Sir Alisdair sich aufgemacht hat, seine Anwälte in Glasgow zu konsultieren, er aber nie dort aufgetaucht ist, hat man nichts mehr von ihm gehört. Adrian befürchtet ein Verbrechen – da es jedoch keine Leiche gibt, will die örtliche Polizei nicht ermitteln. Ganz anders ist da John Stableford, der sich mit seiner Frau und einem befreundeten Pärchen nach Schottland aufmacht, um das Rätsel des Verschwindens von Sir Alisdair Benwick zu lösen.

Es ist eine unglaubliche Atmosphäre, die diesen Krimi beherrscht und der Autor hat die beklemmende und manchmal auch mystische Stimmung der schottischen Highlands wunderbar eingefangen. In klassischer „Whodunit“-Manier ermittelt Stableford zusammen mit seinen drei Freunden in verschiedenste Richtungen – dabei ist die Zahl der Verdächtigen überschaubar und man hat als Leser Möglichkeit mitzurätseln. Nach und nach gibt es immer wieder neue Hinweise und Spuren, manche Fragen werden beantwortet, nur damit direkt wieder neue auftauchen und immer hat man das Gefühl, dass das entscheidende Puzzleteil fehlt. Mit der Auflösung hat mich der Autor dann tatsächlich überraschen können, damit hätte ich – obwohl es doch alles logisch und plausibel ist - nicht gerechnet.  

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, auch wenn er manchmal etwas gestelzt wirkt, und passt sich an die Sprache des frühen 20. Jahrhunderts an. Die Charaktere sind alle sehr gut gezeichnet mit all ihren Eigenheiten und Verschrobenheiten – manche sind sympathisch, manche eben nicht, aber alle sind in sich schlüssig und authentisch. John Stableford ist einfach klasse und ich habe seine Art zu ermitteln, die doch sehr an Sherlock Holmes und Hercule Poirot erinnert, gemocht – vor allem auch, wenn er im Gespräch mit seinen Freunden Ideen und Gedanken austauscht und sie so nach und nach dann doch dem Täter auf die Spur kommen.  

Mir hat der zweite Fall um den Detektiven Stableford gut gefallen, und ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen. 

Mein Fazit
Auch wenn dies bereits der zweite Fall für den Detektiv John Stableford ist, kann man das Buch getrost ohne Kenntnis des ersten lesen – und wer Spaß an klassischen „Whodunit“-Krimis hat, dem wird dieser ganz bestimmt gefallen. Gute Charakterzeichnungen, ein angenehm zu lesender Schreibstil und eine unglaublich dichte Atmosphäre laden zum Mitraten und Miträtseln ein – und am Ende ist dann doch alles ganz anders als gedacht - ich gebe diesem Krimi 4 von 5 Sternen. 

Stableford-Krimis 
1. Stableford
2. Das Geheimnis von Benwick Castle

Vielen Dank an den Dryas-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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