[Rezension] Rebecca Gablé - "Die Siedler von Catan"

Rebecca Gablé - Die Siedler von Catan
Historischer Roman

Verlag: Ehrenwirth-Verlag
Umschlaggestaltung: Gisela Kullowatz
Umschlagabbildung: FINE TUNING, Michaela Schelk und Tanja Donner, Stuttgart
ISBN-13: 978-3-431-03019-8
Seiten: 796 Seiten
Erschienen: 9. September 2003

Buchrückentext
„Als die feindlichen Turonländer das Dorf Elasund an der Küste im hohen Norden überfallen, das Vieh stehlen und die Frauen rauben, erkennen die Ziehbrüder Candamir und Osmund, dass ihre Tage in der alten Heimat gezählt sind. Nach einem bitteren Hungerwinter bricht die Dorfgemeinschaft mit neun Schiffen auf, um ein neues Land zu suchen. Ein Sturm verschlägt sie an die Gestade jener Insel, die sie bislang nur aus der Sage kannten: Catan…“

Meine Meinung
Ich muss gestehen, dass ich bei Büchern von Rebecca Gablé immer ein bisschen vorsichtig und skeptisch bin, da mir leider nicht alle Bücher von ihr gut gefallen haben – einige fand ich super, andere dagegen langatmig. Und bei diesem Buch gehen die Meinungen doch sehr auseinander – ein Grund mehr, sich des Wälzers anzunehmen und sich eine eigene Meinung zu bilden.  Und ich muss sagen, dass meine Erwartungen übertroffen wurden! Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich war traurig, als ich am Ende die mir ans Herz gewachsenen Figuren wieder verlassen musste.

Rebecca Gablé schafft es immer wieder, mich schon nach wenigen Seiten in eine andere Welt und Zeit zu entführen – und so war es auch bei diesem Buch. Diesmal geht es zu den Nordländern, irgendwann um 850 herum. Diese beschließen, ihre karge Heimat zu verlassen, und auf die Insel Catan umzusiedeln – und dabei gibt es natürlich einige Abenteuer zu bestehen.

Den Einstieg in die Geschichte fand ich leider etwas langatmig, es war noch kein roter Faden zu erkennen und die Geschichte plätscherte ein wenig vor sich hin. Doch zum Glück hat es nicht lange gedauert, dass es doch spannender wurde und ich richtig gepackt wurde – und ab da hat mich das Buch auch nicht mehr losgelassen. Es ist eine gelungene Mischung aus Abenteuerroman, Liebesgeschichte und fiktivem historischem Schmöker – letzteres sicherlich eher ungewöhnlich für die Autorin. Aber auch wenn die ganze Geschichte erdacht ist, hat sie gut recherchiert und ich habe einiges über das Leben der Wikinger, ihre Gebräuche und Kulte erfahren können. 

Ich fand das Buch spannend, auch wenn die Geschichte eher linear geschrieben ist. Ich war gefesselt und wollte wissen, wie es weitergeht, zumal mir die verschiedenen Figuren sehr ans Herz gewachsen sind. Und ich finde, diese machen auch den Reiz der Geschichte aus – die wirklich gut gestalteten Charaktere, die alles andere als stereotyp sind. Natürlich gibt es „die Guten“ und „die Bösen“ – aber das ergibt sich erst nach und nach. Zu Beginn ahnt man noch nicht, wer zu welcher Gruppe gehört und – ganz wie im richtigen Leben – entwickeln sich die Figuren auch weiter. Besonders gut gefällt mir – wie so häufig bei Rebecca Gablé – dass auch die Protagonisten nicht einfach nur gute Seiten haben, ganz im Gegenteil; die Figuren haben Ecken und Kanten, und das nicht zu knapp. Da sind liebenswerte Charaktere auch mal ungerecht oder handeln egoistisch, sie beschuldigen den Falschen oder machen halt einfach Fehler, die sie nur schlecht eingestehen können. Für mich sind die Figuren dadurch authentisch und glaubhaft – und das macht den Roman einfach sehr lebendig.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig zu lesen und sehr einnehmend, fesselnd und lebendig – und das meine ich im positiven Sinne. Die Autorin schafft einfach Atmosphäre und kann Stimmungen gut einfangen – egal, ob es eine gefährliche Reise auf stürmischer See ist, die Zufriedenheit der Bewohner, nachdem sie endlich ihre neue Heimat erreicht haben oder auch Neid und Missgunst, der zwischen einzelnen Gruppen herrscht und dann zu einer blutigen Fehde heranwächst. 

Das Buch ist anders als ihre anderen Bücher, vor allem wegen des linearen Erzählens und weil die komplette Geschichte erdacht ist, trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen und mir unterhaltsame Lesestunden geschenkt. Ich gebe daher gerne 5 von 5 Sternen.  

Mein Fazit
Ich gebe zu, anfangs etwas skeptisch gewesen zu sein, zumal ich den Einstieg etwas langatmig fand, dann aber hat mich die Geschichte gepackt und ich bin mit den Siedlern von Catan von einem Abenteuer ins nächste geraten. Mir sind die Charaktere sehr ans Herz gewachsen, vor allem, weil sie so authentisch und glaubhaft waren – der tolle Schreibstil der Autorin hat dann noch das übrige dazu getan. Auch wenn dieses Buch anders ist, als ihre übrigen Werke, habe ich es doch sehr gemocht, mich in eine andere Zeit und an einen anderen Ort entführt gefühlt, so dass ich gar nicht anders kann, als 5 von 5 Sternen zu vergeben.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Kommentare: