[Rezension] Sabrina Qunaj – "Die Ritter der Könige"

Sabrina Qunaj – Die Ritter der Könige (Geraldines #3)
Historischer Roman
 

ISBN-13: 978-3-442-48372-3
Seiten: 702 Seiten
Ersterscheinung: 15.2.2016
Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: FinePic®, München

   

Buchrückentext
„Wales im 12. Jahrhundert: Der junge Maurice de Prendergast wird im Haushalt des Constable of Pembroke, Haupt der einflussreichen Geraldine-Sippe, zum Ritter ausgebildet. Nicht nur seine Verlobung mit einer Tochter der Familie, sondern auch die enge Freundschaft zu Richard de Clare, dem Sohn des mächtigen Earl of Pembroke, verschafft ihm bald erbitterte Feinde. Doch Maurice geht seinen Weg und gelangt an de Clares Seite im englischen Bürgerkrieg zu Ruhm und Ehre. Als es sie nach Irland verschlägt und man eine junge Frau aus seiner Vergangenheit in den dortigen Krieg hineinzieht, muss Maurice sich schließlich fragen, welchem König er wirklich die Treue schuldet…“

Meine Meinung
Band 1 der Reihe habe ich geliebt, den zweiten fand ich gut, dieser dritte Teil ist für mich leider schwächer – aber immer noch interessant und gut zu lesen. Die einzelnen Bände hängen nur locker zusammen, so dass man sie auch unabhängig voneinander lesen kann – zwingend die Reihenfolge einhalten muss man meiner Ansicht nach nicht.

Im Mittelpunkt steht der Ritter Maurice de Prendergast, den eine enge Freundschaft mit Richard de Clare verbindet, dem er später auch Treue gelobt. Unzählige Schlachten und Kriege schweißen die beiden immer enger zusammen, bis es sie nach Irland verschlägt und ihre Loyalität auf eine harte Probe gestellt wird.

Ich weiß nicht, warum ich mit diesem Teil so Probleme hatte, denn die Autorin weiß zu schreiben, hat sehr gut recherchiert und den beiden historischen Persönlichkeiten, von denen aber nur wenig bekannt ist, Leben eingehaucht. Maurice ist als edler Ritter in die Annalen eingegangen – und so tritt er auch in diesem Buch auf. Er ist freundlich und zugewandt, gerecht und einfach sympathisch. An manchen Stellen scheint er mit seiner Freundlichkeit so gar nicht in die Zeit zu passen, und selbst seine Schwächen machen aus ihm keinen kantigen Charakter. Er ist bis aufs Blut loyal seinem Freund Richard gegenüber, der zunächst auch sehr sympathisch dargestellt ist, der mich dann aber mit seiner Wankelmütigkeit erschrocken hat – Richard dreht sein Fähnchen irgendwie immer im Winde und ist stets auf eigenen Vorteil bedacht, egal, wenn er dann auch mal die Seiten wechselt. Das hat mich schon sehr gestört – überhaupt ist das ein häufiges in diesem Band, dass trotz aller Ritterlichkeit die Seiten gewechselt werden und das Fähnchen je nach Wind mal zu dem einen, mal zu dem anderen weht. Gelungen ist der Autorin, in die Figur des Maurice zu schlüpfen, aus dessen Sicht das Geschehen erzählt wird. Er verkörpert stets das Gute und kämpft gegen die Bösen – und hier gibt es wirklich einige, die durch und durch schlecht sind und denen mal als Leser wünscht, dass Gerechtigkeit gelehrt wird. 

Es gibt einige Kriege und Schlachten, und gerade der Kampf um Irland hat mir nicht gefallen – mich haben diese ganzen Kapitel und Szenen nicht fesseln können, dieses Einmarschieren, um Land für sich beanspruchen. Die Autorin hat da gut recherchiert und irgendwie habe ich auch ein wenig ein Gefühl für die irische Geschichte bekommen, unterhalten hat mich das aber nicht.  

Es gibt aber auch Passagen, in denen es weniger blutig zugeht und wo die Emotionen im Vordergrund stehen – denn sowohl Maurice als auch Richard haben ihre Herzen vergeben – ich denke, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass den wahren Lieben aber politische Dinge im Weg stehen. 

Neben den Schlachten und Kriegen ist auch das Thema Freundschaft ein wichtiges – und damit meine ich nicht nur die Freundschaft zwischen Richard und Maurice, sondern gerade in der zweiten Hälfte gibt es eine Verbindung, bei der dieses Gut höher steht als politische Gesinnungen, dadurch aber auch auf eine harte Probe gestellt wird. 

Insgesamt ist das Buch jedoch sehr geprägt von Kämpfen und Schlachten, und das hat mich nicht so fesseln können. Zwar hat die Autorin damit das Leben im 12. Jahrhundert sehr gut eingefangen, unterhalten hat es mich aber nur in Teilen. Dennoch ist es ein flüssig geschriebener historischer Roman, der sich gut lesen lässt – ich gebe knappe 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Neben Schlachten, Kriegen und politischen Querelen geht es in diesem Band auch um Freundschaft und Loyalität – im Vordergrund steht aber schon die Eroberung von Irland. Zwar sind die Charaktere gut gezeichnet und auch sympathisch, dennoch war es mir insgesamt zu kriegslastig, so dass ich knappe 4 von 5 Sternen vergebe.

Reihenfolge Geraldines
3. Die Ritter der Könige
4. Die fremde Prinzessin

2 Kommentare:

  1. Schönen guten Morgen!

    Schade dass es dich nicht ganz überzeugen konnte... zu "kriegslastig" hab ich es nicht in Erinnerung. Allerdings kenne ich das einfach schon zur Genüge durch High Fantasy Reihen, in denen es ja viel um Kriege geht. Bin da schon einiges mehr gewöhnt :D

    Ich wünsch dir ein schönes Wochenende!
    Aleshanee

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    1. Vielleicht ist es auch die aktuelle politische Lage, die mich da ein wenig dünnhäutiger macht. Auf jeden Fall werde ich den nächsten Band auch noch lesen. :-)

      LG Sabine

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