[Rezension] Yrsa Sigurdardóttir - "Geisterfjord"

Yrsa Sigurdardóttir - Geisterfjord
Thriller, Mystery, Gruselgeschichte

Verlag: Fischer Taschenbuch
ISBN 13: 978-3-596-19273-1
Seiten: 368 Seiten
Erschienen: 9. September 2011
Originaltitel: „Ég man ðig“
Übersetzer: Tina Flecken

Zum Inhalt 
„Drei junge Leute aus Reykjavík planen, ein heruntergekommenes Haus in einem verlassenen Dorf in den kargen Westfjorden Islands wieder aufzubauen; sie ahnen nicht, welch gewaltige Ereignisse sie damit in Gang setzen. 
In einer Kleinstadt am anderen Ende des Fjords ermittelt zur selben Zeit Polizistin Dagný gemeinsam mit Freyr, einem Psychologen, in einer Reihe von unnatürlichen Todesfällen. Welche Geheimnisse bergen die staubigen Polizeiakten aus dem vorigen Jahrhundert? Und warum hat Freyr auf einmal das Gefühl, dass sein verschollener Sohn noch am Leben sein könnte? Erst als die Verbindung zwischen diesen rätselhaften Geschehnissen sichtbar wird, enthüllt sich die grausige Wahrheit.“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Ich hatte sehr viele positive Meinungen über diesen Thriller gehört – völlig an mir vorbei gegangen ist aber, dass es sich um einen Mystery-Thriller handelt und Geister eine entscheidende Rolle spielen. Okay – das hätte ich vielleicht auch am Titel ahnen können, mir aber war es nicht bewusst – und hätte ich es gewusst, hätte ich wohl erst gar nicht zu diesem Buch gegriffen. Denn mit Geistern in Geschichten kann ich nicht viel anfangen – und so war ich natürlich auch sehr enttäuscht. Da aber die Autorin nichts für meine Vorlieben kann, habe ich das Buch nicht bewertet – aber auch unabhängig von den Geistern, hat mich das Buch enttäuscht, von einem Thriller erwarte ich einfach etwas  mehr Spannung.

Es gibt zwei Erzählstränge im Buch, die sich immer abwechseln – der eine spielt in den einsamen Westfjorden, wo drei junge Leute ein Haus gekauft haben und wieder instand setzen wollen, wo sich aber merkwürdige Dinge ereignen, der andere in einer nahe gelegenen Kleinstadt, in der eine Polizistin und ein Psychiater in ein paar unnatürlichen Todesfällen ermitteln. Am Anfang weiß man natürlich noch nicht, wie die beiden Erzählstränge zusammenhängen, das ergibt sich erst nach und nach – und eigentlich auch erst im letzten Drittel des Buches.

Den Einstieg fand ich noch gelungen – sehr geheimnisvoll und düster, weil man zwar ahnt, dass schreckliches in diesem einsamen Landstrich geschehen wird, aber man natürlich noch nicht genau weiß, was. Dann geschehen auch tatsächlich merkwürdige Dinge, aber irgendwie konnte mich das nicht richtig fesseln. Den Erzählstrang rund um den Psychiater fand ich zunächst leider nicht sonderlich interessant, so dass ich mich durch die erste Hälfte des Buches doch ziemlich gequält habe. Interesssanter wurde es dann erst im letzten Drittel, als endlich die beiden Erzählstränge ineinander gegriffen haben und sich die Verbindungen erklärten – auch wenn ich diese Erklärungen insgesamt eher dürftig fand. Aber da fehlt mir vielleicht auch einfach das übernatürliche Verständnis…

Die Charaktere sind gut angelegt und überraschen im Verlauf der Geschichte – nie hätte ich diese Verbindungen geahnt, vielleicht auch, weil ich sie eher unglaubwürdig fand. Richtig sympathisch fand ich von ihnen jetzt keinen, so dass ich auch nicht richtig mitgefiebert habe – auch das könnte ein Grund sein, warum ich die Geschichte eher langatmig fand.  

Grundsätzlich mochte ich den Schreibstil gerne – einfach weil er eine tolle Atmosphäre geschaffen hat und sich auch gut und flüssig hat lesen lassen. Mich hat nur einfach die Handlung nicht fesseln können und mehrfach habe ich zwischendurch mit mir gehadert, das Buch abzubrechen. Ich habe dann zwar durchgehalten, aber auch das Ende fand ich etwas unbefriedigend – nicht nur, dass einige Fragen für mich offen geblieben sind, sondern auch, weil ich manches einfach nicht logisch fand. 

Insgesamt war dieser Thriller einfach nicht meiner, nicht nur, weil mich die Mystery-Elemente so gestört haben. Ob ich daher zu einem weiteren Buch der Autorin greifen werde, weiß ich noch nicht – sicher aber werde ich jetzt erst mal Abstand von ihr nehmen. 

Mein Fazit
Mich konnte dieser Mystery-Thriller leider gar nicht überzeugen, nicht nur, weil ich Geistergeschichten nicht mag, sondern weil ich die ersten zwei Drittel des Buches einfach nur langatmig fand. Zwar ist die düstere Atmosphäre in der Geschichte sehr gelungen, die beiden Erzählstränge konnten mich aber leider nicht fesseln und auch die Auflösung fand ich nicht überzeugend. Mal schauen, ob ich noch mal zu einem Buch der Autorin greifen werde, denn der Schreibstil hat mich schon überzeugen können, erst mal aber werde ich von ihr Abstand nehmen.

Kommentare:

  1. Hallo Sabrina,

    schade, dass es dir nicht gefallen hat. Ich habe dieses Buch geliebt und fand es schon sehr, sehr spannend. Grad die Ereignisse auf der Insel sind doch immer in einem Cliffhanger geendet. Es liegt wohl wirklich daran, dass du keine Mystery-Thriller magst. Aber so empfindet eben jeder anders. Ich denke, dann sind die anderen Bücher der Autorin auch nichts für dich.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Ich muss mich jetzt echt mal entschuldigen, weil ich dich dauernd mit dem falschen Namen anschreiben, Sabine! XD Deine Unterschrift entziffere ich nur immer als R nach dem B und so kommt's, dass ich ständig Sabrina statt Sabine schreibe. Wie peinlich! Sorry, Sabine!

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    2. Mystery ist echt nichts für mich und vielleicht war es zusätzlich noch der falsche Zeitpunkt für das Buch - wenn du sagst, dass alle Bücher der Autorin auch phantastische Elemente haben, dann werde ich wohl besser Abstand nehemen ...

      Ist nicht schlimm mit der Anrede "Sabrina" - Ich weiß ja, dass du meinen richtigen Nämen eigentlich kennst. :-) Vielleicht sollte ich aber mal an meiner Unterschrift feilen... :-) :-)

      LG Sabine

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    3. Guten Morgen, Sabine!

      Also ich finde das mit dem falschen Namen schon schlimm! Ist mir jetzt schon öfter passiert, aber ich hatte immer ein schlechtes Gefühl dabei. Sorry!

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Ich hab einen anderen Thriller der Autorin gelesen und fand ihn furchtbar. (Muss nochmal gucken, wie der hieß) Da war alles furchtbar an den Haaren herbei gezogen.Und ich hab Probleme mit diesen Namen. Nach deiner Rezension hat es sich jetzt damit, glaub ich.

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  3. Hach - du bist immer so erfrischend ehrlich. :-D Die Namen gingen in diesem Buch - für mich war es die Geistergeschichte, die mich gestört hat. Das ist einfach nciht mein Genre ...

    LG Sabine

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