[Rezension] Thommie Bayer - "Eine gefährliche Frau"

Thommie Bayer - Die gefährliche Frau
Gegenwartsliteratur

Verlag: Piper-Verlag
Umschlag und Konzeption: R.M.E
Umschlagabbildung: © Mauritius
ISBN: 3-492-04570-7
Seiten: 234 Seiten
Erschienen: 2004

Zum Inhalt 
„»Ist Ihr Mann treu? Finden Sie es heraus.« Vera bietet ihre Dienste als Lockvogel an: Sie verschafft eifersüchtigen Frauen Gewissheit – und kann über Nacht Ehen zerstören. Bislang hat sie noch jeden Mann in ihr Bett und auf Video bekommen. Doch dann wird sie auf den Schriftsteller Axel Behrendt angesetzt, der gar nicht auf einen Seitensprung aus zu sein scheint. Aber Behrendt will unbedingt Veras Geschichte erfahren, und ihre Treffen werden zu einem Ringen um Nähe und Distanz, zu einem Spiel um Vertrauen und Betrug. Denn Behrendt geht es um viel mehr als nur eine gute Story …“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Mich hat Thommie Bayer ja bisher mit kaum einem Buch enttäuscht und so hat mir auch dieses sehr gut gefallen, dennoch weiß ich, dass dieses Buch polarisiert, weil es doch einen sehr speziellen Plot wählt, der nicht jedem gefallen wird. 

Aber gerade dieser hat mich sehr fasziniert – eine junge Frau, die mit Männern schläft, weil sie dafür Geld von deren Frauen erhält; bis ein Job außer Kontrolle gerät und eine ganz andere, unbekannte Richtung einschlägt.

Thommie Bayer schreibt seine Geschichte unverblümt, mit einfachen, aber dennoch auf den Punkt gebrachten Worten. Die Sätze sind oft kurz, dennoch aber schaffen sie eine ungeahnte Atmosphäre, die auf mich einen ganz eigenen Sog ausgeübt hat, so dass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe. Geschrieben ist die Geschichte aus Sicht der Protagonistin Vera, und es hat mich erstaunt, wir gut der Autor sich in sie hineinversetzen konnte und diese weibliche Sicht der Dinge dargestellt hat. Dabei konnte ich Vera in den meisten ihrer Gedanken und Handlungen nicht verstehen, dennoch ist sie mir nicht unsympathisch, da man neben ihrer knallharten Art, mit der sie ihren „Beruf“ ausübt, auch die zarte und liebevolle Vera kennenlernt, die sich gerne zurückzieht und bei ihren Katzen, die sie liebevoll ihre Familie nennt, ein bisschen Geborgenheit sucht.

Die Geschichte spielt in der Gegenwart, doch in Rückblicken erfährt man wichtiges aus Veras Kindheit und Jugend – ein Erklärungsversuch, warum sie ist, was sie ist und warum sie handelt, wie sie es tut.  

Die Charaktere sind wirklich sehr gut gestaltet, sowohl die Figur von Vera als auch die von Axel, ein Schriftsteller, den Vera verführen soll, bei dem aber nichts nach Plan läuft, weil ihre Gefühle ihr ein Schnippchen schlagen. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt und obwohl eigentlich gar nicht viel passiert, konnte ich doch nicht aufhören zu lesen. Ab einem gewissen Punkt war mir zwar klar, wie die Geschichte ausgehen wird – aber ich hatte nur in einem gewissen Punkt recht; am Ende legt der Autor doch noch mal einen obendrauf und schafft es, mich damit zu überraschen.

Ein etwas anderer Plot, der Tabuthemen berührt, ein Geschichte voller Emotionen von Liebe bis Hass und ein Ende, das überrascht und alles noch mal in Frage stellt – ich gebe diesem Buch gute 4 von 5 Sternen. 

Mein Fazit
Eine Geschichte, die mich von Anfang an gefesselt, obwohl sie doch eher ruhig ist und nicht viel passiert; mich hat wieder mal der Schreibstil gefangen, natürlich aber auch die sympathische Protagonistin und deren Geschichte. Obwohl diese an vielen Stellen eher vorhersehbar war, konnte mich der Autor fesseln – und am Ende erwischt es einen doch noch mal kalt mit einer ungeahnten Wendung. Ich gebe dem Buch gute 4 von 5 Sternen.


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