[Höreindruck] Arturo Pérez-Reverte - "Dreimal im Leben"

Arturo Pérez-Reverte - Dreimal im Leben
Roman

Verlag: Der Hörverlag
ISBN-13: 978-3-844-51211-3
Dauer: 8 CDs, 588 Minuten
Erschienen: 12. August 2013
Originaltitel: „El Tango de la Guardia Vieja
Übersetzerin: Petra Zickmann
Sprecher: Burghart Klaußner

Zum Inhalt 
„Max Costa ist ein charmanter Held, er ist attraktiv, arbeitet als professioneller Eintänzer auf Schiffen und in Hotels, verdient zusätzlich viel Geld als Gigolo und Trickbetrüger. Und er jagt alles, was ihm nicht gehört. Sein Blick fällt auf ein ganz außergewöhnliches Kunstwerk: die Schönheit Mecha Inzunza, Tochter des Mineralwasserkönigs und Frau des gefeierten Komponisten Armando de Troeye, er doppelt so alt wie seine Ehefrau und guter Freund von Picasso und Strawinsky. De Troeye treibt eine Wette mit seinem alten Freund Ravel an, er will einen Tango komponieren, der den Erfolg des Bolero noch überbietet. Und so reist das Ehepaar Troeye nach Buenos Aires, um den perfekten Tango zu finden. Dort erweist sich Max als idealer Fremdenführer und leidenschaftlicher Liebhaber...“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Ich bin ohne Erwartungen an diesen Roman herangegangen, fand vor allem das Cover des Buches sehr ansprechend so wie auch den Klappentext – und auch wenn die Geschichte anders war als erwartet, hat sie mir doch gefallen. 

Es war vor allem die Sprache und die Art des Erzählens, die mich in ihren Bann gezogen haben – unterstützt noch dazu von der Stimme Burghart Klaußners, die ich einfach grandios finde und in die mich so richtig reinfallen lassen kann. Ich liebe es, Burghart Klaußner zuzuhören, ich mag einfach die Art, wie er ein Buch vorträgt, wie er betont und vor allem mag ich seine rauchige, reife Stimme. Dazu passt die etwas ausufernde Erzählweise von Arturo Pérez-Reverte, der sich schon mal gerne in Kleinigkeiten verliert, dabei aber einen sehr ansprechenden Stil hat.

Die Geschichte spielt auf mehreren Zeitebenen, und das hat es manchmal auch etwas anstrengend gemacht, beim Zuhören nicht den Faden zu verlieren. Der Eintänzer Max lernt 1928 auf einer Schiffsreise die attraktive Mecha kennen und verliebt sich in sie. Neun Jahre später treffen sich die beiden erneut, ein letztes Mal dann wieder knappe 30 Jahre später. Nur durch die Beschreibungen der Orte jedoch weiß man, in welcher Zeit man sich gerade befindet – und das war manchmal schwierig einzuordnen. Überhaupt war es schwierig für mich, richtig in die Geschichte einzutauchen, da sie ohne große Höhepunkte leise vor sich hinplätschert – und das, obwohl es sich nicht um eine reine Liebesgeschichte handelt, sondern auch noch eine Ganovengeschichte mit eingebaut ist. Vielleicht lag es aber auch daran, dass man schon ein gewisses Interesse an Tango und Schach mitbringen sollte, denn beides spielt eine große Rolle in der Geschichte, und der Autor hat es sich nicht nehmen lassen, ausführliche Beschreibungen von Schachspielen mit ihren Eröffnungen oder auch der Entstehung des Tangotanzes abzuliefern. Mir war das an einigen Stellen zu ausufernd, auch wenn ich gestehen muss, dass er die Atmosphäre wunderbar einfangen konnte – gerade auch die knisternde Erotik zwischen Mecha und Max gleich zu Beginn der Geschichte hat mir sehr gut gefallen.

Mecha ist mir leider etwas zu blass geblieben und ihre Motivation habe ich nicht immer nachvollziehen können, Max dagegen war mir gleich sympathsich, obwohl er manchmal doch arrogant rüberkommt und letztlich nichts anderes ist als ein pfiffiger und smarter Kleinkrimineller.

Als Hörbuch hat die Geschichte für mich gut funktioniert und das ist auch dem Sprecher Burghart Klaußner zu verdanken, als Buch wären mir die Beschreibungen vielleicht doch zu ausschweifend gewesen – ich gebe dem Hörbuch 3,5 von 5 Sternen und behalte den Autor auf jeden Fall im Auge – denn erzählen kann er. 


Kommentare:

  1. Hm.. Eigentlich wollte ich es mir eventuell als Prämie von was-liest-du schicken lassen, aber wenn du dem Hörbuch schon "nur" 3 1/2 Sterne gegeben hast, dann lass ich das lieber bleiben, denn ich bewerte Hörbücher meist besser als Bücher, weil sich die Länger da besser ertragen lassen. ;)

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    1. Der Schreibstil ist schon sehr ausufernd - ich weiß auch nicht, ob ich das "lesend" ertragen hätte. Und hier hat der Sprecher wirklich viel wett gemacht. Am besten, du liest mal in eine Leseprobe - wenn dir der Schreibstil gefällt, dann greife zu. :-)

      LG Sabine

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    2. Nee, ich lass das doch lieber - ich hatte schon genug Bücher mit Längen, durch die ich mich dann hindurchgequält habe, weil ich so schlecht 'drüber weg' lesen kann. ^^'

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