[Rezension] John Boane - "So fern wie nah"

John Boyne - So fern wie nah
Kinder- und Jugendbuch (ab 12 Jahren)

Verlag: cbj Audio
ISBN-13: 978-3837125726
Dauer: Gekürzte Lesung, 4 CDs, 281 min.
Erschienen: 31. März 2014
Originaltitel: „Stay Where You Are And Then Leave“
Übersetzerin: Brigitte Jakobeit und Martina Tichy
Sprecher: Boris Aljinovic

Zum Inhalt 
An Alfies fünftem Geburtstag bricht der erste Weltkrieg aus – und sein Vater zieht schon am nächsten Tag in den Krieg. Für Alfie und seine Mutter bricht eine schwere Zeit an, es wird immer schwerer, Geld und Essen zu organisieren, Nachbarn verschwinden plötzlich und tauchen nicht mehr auf, und auch die Briefe des Vaters kommen immer seltener. Alfie verdient nebenbei etwas Geld durch Schuheputzen – und dabei erfährt er eines Tages interessante Neuigkeiten.

Meine Meinung
Hätte der Klappentext nicht schon so viel verraten, hätte mir dieses Hörbuch sicherlich besser gefallen – so aber habe ich lange (und ich finde zu lange) auf das gewartet, was schon angekündigt war. Und dadurch bin ich ein bisschen enttäuscht.

Dabei ist die Idee der Geschichte gut, und auch die Umsetzung ist wirklich gelungen. Aus Sicht des zu Beginn 5jährigen Alfie wird die Geschichte erzählt – sie spielt zur Zeit des 1. Weltkrieges, es werden die Lebensumstände erzählt, wie Nachbarn verschwinden und schließlich Alfies Vater eingezogen wird. Auch für Alfie hat sich einiges geändert, er kann nun nicht mehr jeden Tag in die Schule, sondern muss Schuhe putzen, um seine Mutter zu unterstützen – bis er eines Tages interessante Neuigkeiten erfährt.

Zwar fand ich die erste Hälfte der Geschichte interessant und sicherlich kann sie Kindern und Jugendlichen gute Einblicke geben in das Leben zur Zeit des ersten Weltkrieges, der eigentliche Schwerpunkt der Geschichte liegt aber auf der zweiten Hälfte, in der Alfie eine schwerwiegende Entscheidung trifft – was genau, will ich nicht verraten. Ich fand die zweite Hälfte richtig gut, fesselnd und spannend, nur das Ende kam mir dann etwas zu abrupt. Ich hätte mir einfach noch mehr medizinische Details gewünscht – vielleicht wäre das aber dann für einen Kinder- und Jugendroman nicht passend gewesen. So oder so - wäre der Vorlauf zu dieser packenden zweiten Hälfte nicht so lang gewesen, hätte mir das Hörbuch deutlich besser gefallen.

Der Schreibstil ist der Zielgruppe als auch dem Protagonisten angepasst – einfach und gut verständlich. Alfie mochte ich sehr gerne, seine Figur fand ich sehr gut gestaltet. Natürlich fand ich ihn am einfach niedlich und irgendwie hat er mir auch leid getan, dann aber hat mich vor allem sein Mut und seine Entschlossenheit beeindruckt, so dass ich ihn nur ins Herz schließen konnte und mit ihm fiebern musste. Aber auch die anderen in der Geschichte auftauchenden Figuren waren sehr gut ausgearbeitet und haben überzeugen können, vor allem auch, weil sie die Atmosphäre und die Gedanken der damaligen Zeit sehr gut eingefangen haben.

Der Sprecher Boris Aljinovic hat mich schon mit anderen Hörbüchern überzeugen können, diesmal fand ich seine Stimme sehr gut gewählt für den jungen Alfie. Denn Boris Aljinovic hat eine frische, jugendliche Stimme und liest sehr lebendig und engagiert – manches Mal nur hatte ich das Gefühl, dass dadurch der Ernst der Geschichte ein wenig in den Hintergrund tritt.

Mein Fazit
Die Idee des Buches hat mir sehr gut gefallen, leider nur war mir die Vorlaufzeit, bis es endlich zu dem eigentlichen Höhepunkt des Buches kommt, viel zu lang. Zwar war auch die erste Hälfte interessant, aber erst die zweite konnte mich wirklich packen und fesseln. Leider fand ich das Ende etwas abrupt – da hätte ich mir einfach viel mehr Informationen gewünscht. Die Charaktere sind toll gestaltet, der Schreibstil dem Protagonisten und der Zielgruppe angepasst – ich gebe diesem Hörbuch knappe 4/5 Sternen. 


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