[Rezension] Marianne Fredriksson - "Hannas Töchter"

Marianne Fredriksson - Hannas Töchter
Famillienroman

Verlag: Fischer-Verlag
Umschlaggestaltung: Buchholz / Hinsch / Hensinger
ISBN: 3-596-14486-8
Seiten: 381 Seiten
Erschienen: Mai 1999

Buchrückentext
„Anna, Hanna und Johanne – drei Frauen, drei Generationen, eine Familie. „Hannas Töchter“ ist die sensibel und zugleich kraftvoll erzählte Lebensgeschichte von drei Frauen, die die Entwicklung der schwedischen Gesellschaft über zwei Jahrhunderte atemberaubend und einfühlsam nachvollziehen läßt. Marianne Fredriksson hat ein warmherziges und außergewöhnliches Buch über die Liebe in Zeiten des Umbruchs geschrieben.“

Meine Meinung
Bei diesem Buch bin ich sehr ambivalent, denn es gibt Abschnitte, die mir sehr gefallen haben und leider aber auch solche, die mir gar keinen Spaß gemacht haben zu lesen. Dabei ist die Geschichte wirklich interessant, denn man begleitet Hanna, Johanna und Anna – drei Frauen unterschiedlicher Generationen, aber einer Familie, in ihrem Leben und lernt ganz nebenbei auch die verschiedenen Zeiten mit Umbrüchen kennen.

Dabei hat die Autorin zu einem interessanten Stilmittel gegriffen – der Schreibstil ist nämlich immer der jeweiligen Person angepasst, um die es gerade geht.

Das Buch beginnt mit Hanna – der ältesten der drei Frauen, die Großmutter. Als 12jähirge vergewaltigt und ehelos mit einem Kind, hat sie es nicht leicht und gilt in ihrem kleinen Dorf als Hure. Sie kämpft sich durchs Leben, bis sie dann doch einen Ehemann findet. Dadurch ist sie zwar ein wenig geschützt, dennoch ist das Leben als Müllersfrau hart. Das Kapitel um Hanna hat mir gar nicht gefallen, das liegt aber weniger an der Figur selber, sondern an dem Schreibstil, der abgehackt und mit kurzen Sätzen das sicherlich harte und karge Leben von Hanna beschreibt. Damit werden zwar die Umstände nochmal deutlich unterstrichen, aber das Lesen hat mir keine Freude gemacht. Die Sätze und Gedanken wirken wie abgeschnitten, nicht zu Ende gedacht, schlicht und einfach, manchmal geradezu banal – und sicher kommt man damit dem Leben und der Protagonistin Hannas in vielem sehr nah – nur mit hat es die Lesefreude genommen.

Eine weitere Figur ist Johanna, die Tochter Hannas. Dieses Kapitel hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar, und so sind auch die Umstände von Johannas Leben zwar sind immer goldig, aber längst nicht mehr so hart wie die ihrer Mutter. Johanna war mir die Liebste der drei Frauen, ich mochte sie und ihre Art, mit Problemen und Schwierigkeiten umzugehen.

Den Rahmen um die Geschichte bildet eigentlich Anna, die Tochter Johannas, die ihre Mutter beim Sterben begleitet und dabei sich selbst und ihr Leben reflektiert. Sie empfand ich wieder als schwierigen Charakter, uneins mit sich und ihrem Leben, wird auch das im Schreibstil wiedergespiegelt. 

Die Idee, den Schreibstil dem jeweiligen Charakter anzupassen, finde ich eigentlich gut, nur hat es in diesem Roman für mich nicht funktioniert, denn es hat meinen Lesefluss und damit Lesespaß doch erheblich eingeschränkt. Doch ich ertappe ich dabei, dass ich – auch noch viele Tage nach Beenden des Buches – über den Roman nachdenke, dass wiederum sehe ich als positives Zeichen, denn damit hat das Buch etwas in mir bewirkt. Dennoch kann ich dem Buch nur 3,5 Sterne geben, weil mir zwar Johannas Kapitel gefallen hat, die anderen leider jedoch nicht und ich wirklich drauf und dran war, in diesen Abschnitten das Buch abzubrechen.


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